Im Laufe der Jahrtausende wurde die Menschheit in der Alten wie auch Neuen Welt von verheerenden Epidemien heimgesucht: Pocken, Pest, Typhus, Cholera, Lepra, Tuberkulose, Fleckfieber, Masern oder Gelbfieber und
...alles anzeigenviele weitere verwüsteten ganze Landstriche und rafften Millionen Menschen dahin. Da Konzepte wie Viren, Bakterien, Würmer und Träger von Krankheiten lange fehlten, beruhten Heilmethoden oft auf Aberglauben und Vermutung. Die überforderten Doktoren entwickelten Theorien wie die Übertragung von Krankheiten durch üble Gerüche (Miasmen) und schufen obskure Methoden zur Heilung der grauenvollen Symptome, die vom Ansetzen von Blutegeln bis zur medizinischen Anwendung von Exkrementen reichten.
Seuchen verloren seit den späten 1950er Jahren ihren Schrecken, denn neue Impfstoffe, verbesserte Hygiene und Antibiotika ließen sie als beherrschbar erscheinen. Die Erfolge vermittelten das Gefühl, in einer "i
...alles anzeigenmmunisierten Gesellschaft" zu leben und mögliche zukünftige Risiken präventiv planend steuern zu können. Doch neue Infektionserkrankungen wie AIDS, SARS und Vogelgrippe erschütterten diese Gewissheit seit den 1990er Jahren immer wieder. Als Schattenseiten von wirtschaftlicher Prosperität, globalem Handel und Tourismus gelten Epidemien als unausweichliche Gefahren. Was bleibt, ist eine umfassende Vorbereitung. Nicht mehr Prävention, sondern "Preparedness" bestimmt zunehmend die Planungen für und den Umgang mit Pandemien. Aus interdisziplinärer Perspektive beleuchtet der Sammelband anhand konkreter Fallbeispiele Planungen für Pandemien und Maßnahmen der Prävention und "Preparedness" in Deutschland, den USA sowie auf Ebene der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im 20. und 21. Jahrhundert. Anders als klassische Darstellungen einzelner Infektionskrankheiten und Reaktionen auf diese setzt der Band an, bevor sich Pandemien manifestiert haben: bei der Prävention und der Vorbereitung auf den Pandemiefall. Im Zentrum stehen also pandemische Zukünfte.
Dieses Sachbuch klärt über die dunkle Seite der österreichischen Medizingeschichte während des Nationalsozialismus auf. Es skizziert die Biografien von beteiligten Ärzten und Ärztinnen, deren Vergehen und Kon
...alles anzeigensequenzen nach 1945. Es dokumentiert die medizinischen Gräueltaten des Nationalsozialismus, und deren verheerende Auswirkungen auf die betroffenen Menschen, und zieht wichtige Lehren für die moderne Medizinethik und den Schutz von Menschenrechten. Zu dem Thema Ärzte im „Dritten Reich" sind bereits zahlreiche Bücher verfasst worden. Das vorliegende Buch fokussiert sich erstmals auf österreichische Mediziner und Medizinerinnen.
Eine packende Geschichte am Abgrund des Zweiten Weltkriegs - über den jüdischen Krebsforscher Otto Warburg und die gegensätzlichen Realität von wissenschaftlicher Wissenschaft und Diktatur Berlin am Abgrund de
...alles anzeigens Zweiten Weltkriegs. In Dahlem macht sich der exzentrische Nobelpreisträger Otto Warburg daran, das Geheimnis der Zellen zu lüften - er will verstehen, wie Krebs entsteht und wie er sich heilen lässt. Doch Warburg ist jüdisch, lebt in einer homosexuellen Beziehung und muss unter den Nazis um sein Leben fürchten. Sam Apple zeigt Otto Warburg als vergessenes Genie voller Widersprüche und entwirft anhand seines Lebens ein ungewöhnliches Epochenporträt. Warum erhofften sich die Nationalsozialisten von Warburg die Rettung für die "deutsche Volksgesundheit" und ließen ihn unbehelligt weiterarbeiten? Was bleibt von seiner Forschung? Eine einmalige Geschichte über Ideologie und Wissenschaft, persönliche Gefahren und Verantwortung und das Erbe einer großen Forschungsidee.
Eine brillant erzählte feministische Geschichte der GeburtGeburten sind zentral für das Fortbestehen unserer Gesellschaft, und doch wissen wir erstaunlich wenig darüber, wie Menschen das Gebären tatsächlich erl
...alles anzeigeneben. Oft werden diese Erfahrungen als Nischenthema abgetan. Helena Barop zeigt, dass dahinter eine lange Geschichte der Bevormundung von Schwangeren steckt - und dass Gewalt unter der Geburt kein neues Phänomen ist, sondern tief in patriarchalen Machtstrukturen wurzelt. Barop führt durch Jahrhunderte voller Mythen, Irrtümer und stetig wechselnder Vorstellungen davon, was eine 'normale' oder 'gute' Geburt sein soll. Sie macht sichtbar, wie sehr sich die Bedingungen des Gebärens verändert haben - und dass erst seit kurzer Zeit die Geburtserlebnisse von Frau und Kind überhaupt in den Mittelpunkt rücken. So wird ihre historische Reise nicht nur zu einem Streifzug durch die Kreißsäle der Geschichte, sondern zu einer Erzählung über Unterdrückung und Ermächtigung, die weit über das Thema Geburt hinausreicht. Denn Geburten prägen wie kaum ein anderes Ereignis unsere Vorstellungen von Weiblichkeit. Ausstattung: Mit Schwarz-Weiß-Abbildungen
In neun Kapiteln wird die turbulente und krisengeschüttelte Geschichte der Schweizer Freudianer nachgezeichnet - von der Gründung der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse im Jahre 1919 bis zur Abspalt
...alles anzeigenung des Psychoanalytischen Seminars Zürich im Jahre 1977. Basierend auf einer breiten, gründlichen Quellenforschung beleuchtet Thomas Kurz diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Dabei zeigt sich eine Aversion gegen zentralistische Bestrebungen - Freud sprach von einer speziellen 'Psychologie der Schweizer' -, aber auch ein Versuch, die offenen, unverschulten Anfänge der psychoanalytischen Bewegung zu bewahren. Mit einem Beitrag von Michael Schröter
Thema dieses Buchs ist die anthroposophische Psychiatrie und Heilpädagogik im Nationalsozialismus. Wie versuchten die Leiter des psychiatrischen Sanatoriums Wiesneck und der anthroposophischen Heime ihre Patien
...alles anzeigentinnen und Patienten sowie die betreuten Kinder und Jugendlichen vor Zwangssterilisationen und 'Euthanasie' zu schützen? Wie verhandelten sie mit den Behörden und unter welchen Bedingungen konnten einzelne Institutionen weiterarbeiten? Diese Fragen werden auf der Grundlage von Patienten- und Kinderakten, Korrespondenzen mit Behörden, mit den Eltern der Kinder und Jugendlichen, mit Ärztinnen und Ärzten, Heilpädagoginnen und Heilpädagogen und zahlreichen weiteren Dokumenten untersucht. Weiter geht es um die Fluchtwege von Heilpädagoginnen und -pädagogen jüdischer Herkunft sowie die Ermordung eines Heimleiters und einer Heilpädagogin durch die Nationalsozialisten, um die Gründung der heilpädagogischen Gemeinschaft Camphill im schottischen Exil und die Flucht der Ärztin Ita Wegman mit Kindern und Jugendlichen ins Tessin. Den Abschluss bilden Kurzbiographien der anthroposophischen Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierenden jüdischer Herkunft.
Ina Boesch erzählt die Geschichte ihrer psychisch kranken Tante Marleen, über die während ihrer Kindheit nur in Andeutungen gesprochen wurde. Jahrzehnte später hat sich die Autorin auf Spurensuche nach ihrer ge
...alles anzeigenheimnisvollen holländischen Verwandten gemacht. Durch einen Zufall ist sie auf die Akte ihrer Tante gestossen und kann deren Leidensweg nachzeichnen. An Schizophrenie erkrankt, wurde Marleen 1947 lobotomiert. Danach verbrachte sie den Rest ihres Lebens in psychiatrischen Anstalten. Marleens Schicksal ist repräsentativ für die Medizingeschichte der 1940er und 1950er-Jahre, als Chirurgen auf die Idee verfielen, den Wahnsinn mit dem Skalpell zu bekämpfen, nicht zuletzt auch in der Schweiz. Mit zweifelhaftem Ergebnis: Der Schnitt ins Gehirn stellte viele psychisch Kranke ruhig, ohne sie zu heilen. Zehntausende wurden Opfer des Experiments, vor allem Frauen. Marleen war eine von ihnen.
Welchen spezifischen Blick hatte die Forschung auf Kinder und Jugendliche nach 1945? Welche wissenschaftlichen Vorstellungen von Norm und Abweichung, von 'verhaltensauffälligen' Kindern gab es? Wie forschte man
...alles anzeigenan Kindern in Heimen und stationären Einrichtungen? Welche wissenschaftlichen Versuche an und mit Kindern und Jugendlichen gab es nach 1945? Wie steht es um die ethischen Aspekte dieser Versuche? Die Beiträge dieses Bandes nehmen diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven - von der Medizin über die Pädagogik und Pharmazie bis zur Bildungsforschung - in historischer Perspektive in den Blick. Dabei geht es zum einen um die historische Epistemologie von Kindern und Kindheiten, zum anderen um die Frage, ob und wie Kinder als Teil einer 'vulnerablen Gruppe' gesehen wurden. Der Fokus liegt auf der Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. Vor dem Hintergrund vernetzter Wissenschaftskulturen werden aber auch internationale Perspektiven berücksichtigt, vor allem angloamerikanische und russische Einflüsse auf die deutsch-deutsche Wissenschaftskultur. Gleichzeitig werden Methoden und Zugänge zeithistorischer Forschung behandelt, etwa die Rolle von Zeitzeugenschaft, Partizipation und Aktenzugängen. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
1924 starb Wladimir Iljitsch Lenin, der Gründer der Sowjetunion, in Gorki bei Moskau. Unter den Ärzten, die von der Regierung an sein Krankenbett gerufen worden waren, befand sich auch der Hamburger Neurologe M
...alles anzeigenax Nonne – ausgerechnet.Nonnes Aufzeichnungen über seinen Patienten Lenin sind Ausgangspunkt einer vielschichtigen wissenschafts- und kulturhistorischen Sektion:Wer war Lenins Arzt Max Nonne? Was machte seine Hypnose- und Stromtherapie mit den Traumatisierten des Ersten Weltkriegs und welche Rolle spielte er bei den Morden an psychisch Kranken und Behinderten in der NS-Zeit?Auch auf das Nachleben des toten Lenin erstreckt sich die Untersuchung:Welches Menschenbild steckt hinter der Forschung an Lenins Hirn? Wie entstand sein Totenkult? Und warum interessierte sich der Hamburger Kunsthistoriker Aby M. Warburg so sehr für eine sowjetische Trauerbriefmarke?Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Medizinhistorischen Museum Hamburg.
In der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Deutschland elf Lebensborn-Heime, wo ledige Mütter "arische" Kinder bekommen sollten, und Kinderfachabteilungen, in denen etwa 5.000 Kinder ermordet wurden. Der Ras
...alles anzeigensismus des Lebensborn-Ideals und die Grausamkeit der Kinderfachabteilungen sind schwer zu begreifen."Was war los in Hohehorst"? macht die Zeit des Nationalsozialismus anschaulich: Was waren Lebensborn-Heime? Und was geschah mit behinderten Menschen?In Leichter Sprache erzählt das Buch die fiktive Geschichte zweier Frauen: Anni wird 1944 schwanger in das Heim bei Bremen aufgenommen. Und Lisa macht 1977 im leerstehenden Haus Hohehorst eine Entdeckung. Das Buch ist besonders für inklusive Gruppen in Bildungseinrichtungen für Erwachsene und Schulen konzipiert. Damit verschiedene Menschen miteinander über den Nationalsozialismus sprechen können.
Das Tagungs-, Bildungs- und Kulturzentrum des Bezirks Schwaben hat die Beschäftigung mit der Psychiatriegeschichte von Kloster Irsee unter den Markennamen Anstalt Irsee gestellt. Eine gleichnamige Website, eine
...alles anzeigenApp und nicht zuletzt die Räumlichkeiten in Irsee selbst veranschaulichen unterschiedliche Aspekte der zwischen 1849 und 1972 bestehenden Heil- und Pflegeanstalt wie auch der Erinnerung an die Opfer der NS-„Euthanasie“. In der vorliegenden Publikation werfen fünfzehn Autorinnen und Autoren Schlaglichter auf die ambivalente Anstaltshistorie von Kloster Irsee, stellen Fragen zur Verantwortung in der Erinnerungskultur und buchstabieren den Dreiklang informieren – gedenken – bilden aus. Herausgeber sind der Bezirkstagspräsident von Schwaben und der Leiter der drei in Kloster Irsee ansässigen Bezirkseinrichtungen Schwäbisches Bildungszentrum, Schwabenakademie Irsee und Bildungswerk des Bayerischen Bezirketags.
Spätestens seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 ist der Krieg wieder ein fester Bestandteil des europäischen Bewusstseins. Diese Präsenz zeigt sich auch in der Medizin - sei es durch die ge
...alles anzeigenographische Nähe humanitärer Einsätze oder durch die medizinische Versorgung von Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind. Die Beiträger*innen blicken auf das spannungsreiche Verhältnis von Medizin und Krieg in Europa vom Ersten Weltkrieg bis in die Spätphase des Kalten Kriegs. Sie analysieren u.a. die Rolle der Medizin bei der Bewältigung langfristiger Kriegsfolgen sowie die Geschichte 'medizinischer Gewalt' in Kriegsräumen und zeigen dabei die Bedeutung des Krieges für die Entgrenzung medizinischer Forschung auf.
"Schweizer Ärztinnen" wurden die ersten Frauen genannt, die in der Schweiz ein Medizinstudium absolviert hatten, als ihnen der Zugang zu den Universitäten der Habsburgermonarchie noch verwehrt war. 29 Frauen au
...alles anzeigens allen Teilen Österreich-Ungarns stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Kollektivbiografie. Deren Lebensläufe und Karrieren in Europa und den USA werden unter dem Paradigma der Frauen- und Geschlechtergeschichte untersucht, wobei der Fokus auf der Perspektive der Bildungs- und Professionalisierungsgeschichte, der Medizingeschichte und der Migrationsgeschichte liegt. Gefragt wird nach ihren Motiven, Handlungsspielräumen und Erfahrungen, die von vielfältigen Grenzüberschreitungen geprägt waren.
Das Diakonische Werk Württemberg und seine Mitgliedsorganisationen unterhielten bis Ende der 1980er-Jahre Erholungsheime für Kinder, u. a. das Haus Hubertus in Scheidegg, das Haus Carola in Schönau bei Berchtes
...alles anzeigengaden und den Bühlhof in Königsfeld.Betroffene, die als Kind in Kindererholungsheimen und -kurstätten untergebracht waren und Gewalt erfahren hatten, verschafften sich mit öffentlichen Auftritten, Presseberichten und Publikationen Gehör. Sie fordern von der Politik und den Trägerorganisationen eine Aufarbeitung des an ihnen begangenen Unrechts während der Verschickung.Gudrun Silberzahn-Jandt erforscht im Auftrag des Diakonischen Werks Württemberg, was die Kinder und Jugendlichen, aber auch die Mitarbeiter:innen in den drei ausgewählten Heimen erlebten. Anhand umfassender Quellen und mittels Interviews gibt sie Einblick in den Alltag der Erholungseinrichtungen, der durch viele leidvolle, aber auch manche schönen Momente geprägt war.
Von Aderlässen und Amputationen ohne Narkose zu Gentherapien und Schlüsselloch-OPs – die Medizin hat sich enorm entwickelt. Doch es gibt verblüffende Kontinuitäten und Traditionslinien, die Jahrhunderte zurü
...alles anzeigenckreichen. Was macht uns krank? Welchen Einfluss hat die Seele auf unseren Körper? Lässt sich Gesundheit durch den Lebensstil oder die Ernährung aktiv herstellen? Höchst kenntnisreich führt uns Werner Bartens durch die Menschheits- und Medizingeschichte. Lebensnah und manchmal blutig erzählt er von Helden der Medizin, vergessenen Dramen und erstaunlichen Entdeckungen, ohne die die Welt heute anders aussähe. Bartens zeigt, was wir von der Viersäftelehre übernommen haben, wie Schneewittchens Glassarg und der Boom der Obduktionen zusammenhängen und weshalb der erste Herzkatheter, den sich Werner Forßmann 1929 selbst einsetzte, vom großen Chirurgen Sauerbruch ignoriert wurde. Wer unsere heutige Medizin verstehen will, dem eröffnet Bartens ein Panorama, das uns die Ideen und Weltanschauungen hinter der medizinischen Praxis erklärt. Ein ebenso lehrreicher wie kurzweiliger Blick auf die Wissenschaft vom Menschen mit all seinen Ängsten und Nöten, Wünschen und Hoffnungen.
Der gewaltsame Tod von Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen Krankenhäusern während der NS-Zeit wird meist nur mit den sogenannten „Kinderfachabteilungen“ in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich waren sie a
...alles anzeigenber auch Opfer der Gasmordaktion „T4“ und der dezentralen „Euthanasie“. Sie starben aufgrund von Hunger und Unterversorgung und wurden für medizinische Experimente missbraucht. Minderjährige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden ebenso ermordet wie Zwangsarbeiterkinder.Der Historiker Dr. Dietmar Schulze, Mitglied im Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation, hat im Auftrag von Kloster Irsee - Tagungs-, Bildungs- und Kulturzentrum des Bezirks Schwaben - das Schicksal von Kindern und Jugendlichen in der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee in der Zeit zwischen 1940 und 1945 erforscht. In seiner vom Bildungswerk des Bayerischen Bezirketags herausgegebenen Studie stellt er fest, dass Kinder und Jugendliche Opfer nahezu aller Phasen und Einzelaktionen des nationalsozialistischen Patientenmords wurden.
Im Nationalsozialismus wurden in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung unbeschreibliche Gräueltaten verübt. Angesichts des zunehmend präsenten Rechtsextremismus in Deutschland sind ein fundiertes historisc
...alles anzeigenhes Wissen und die Fähigkeit zur emotionalen Auseinandersetzung für professionell Pflegende unverzichtbar. So können sie moralische Sensibilität entwickeln und soziale sowie politische Verantwortung übernehmen.Vor diesem Hintergrund nimmt Karen Briesen den Katharinenhof in der Diakonie Oberlausitz in den Blick – ein Beispiel für eine Pflege- und Behinderteneinrichtung in der NS-Zeit. Sie spürt den Handlungsspielräumen der Diakonissen im Pflegealltag nach und deckt auf, dass sie mehr Widerstand leisteten, als angenommen. Die Bedeutung dieser Erkenntnisse für die heutige Pflegepraxis sowie deren Relevanz im Kontext aktueller politischer Entwicklungen diskutiert sie im Anschluss.
Angesichts der Schwierigkeit, neue Fachkräfte zu gewinnen, sind die Rolle und der Wert der Krankenpflege heutzutage Inhalt zahlreicher Diskussionen. Doch auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Themen wie Arb
...alles anzeigeneitsumstände, Bezahlung und Wertschätzung dieser Berufsgruppe hochpolitisch. Und so wie heute waren es auch damals zum größten Teil Frauen, die den Pflegeberuf ergriffen.Mit Blick auf die Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) im frühen 20. Jahrhundert eruiert Anne Roeske, welche Rolle der „Deutsche Frauenverein für Krankenpflege in den Kolonien“ in den Imperialismusbestrebungen des Deutschen Kaiserreichs spielte. Dabei geht sie insbesondere folgenden Fragen auf den Grund:- Welche Bedeutung hatte der Verein für die strategische Ausrichtung des Deutschen Kaiserreiches?- Worin bestand die Aufgabe der Krankenschwestern?- Und wie füllten sie die ihnen zugedachte Rolle aus?
Heidi Höppner war 2002 die erste Professorin für Physiotherapie in Deutschland und hat die Entwicklung des Berufs einschließlich seiner wissenschaftlichen Grundlegungen in den letzten Jahrzehnten immens vorange
...alles anzeigentrieben.Ihre Emeritierung gab den Anlass, dass sich zahlreiche ihrer Weggefährt:innen zusammengefunden haben, um 25 Jahre Entwicklung der Physiotherapie interprofessionell darzustellen. Im Fokus stehen dabei unter anderem folgende zentrale Themen: Berufspolitik Akademisierung Nachwuchsförderung Systemgestaltung Public Health Edukation Versorgung
Gute medizinische Sterbebegleitung und ein menschenwürdiger Tod besitzen in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Auch in früheren Jahrhunderten bemühten sich Ärzte und Pflegekräfte, den Sterbenden eine
...alles anzeigenn qualvollen Tod zu ersparen – nur wissen wir darüber noch sehr wenig.Dieses Buch verfolgt erstmals die Geschichte der Palliativmedizin von der Renaissance bis zur Gegenwart. Anhand zahlreicher gedruckter und handschriftlicher Quellen beschreibt es die lange Tradition der Sorge um das körperliche und seelische Wohl der Sterbenden ebenso wie die alltägliche Praxis am Sterbebett.Der Autor untersucht auch die Ausführungen von Sterbenden und ihren Angehörigen und beleuchtet den Umgang mit ethischen Fragen, die bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit verloren haben.
Dieses Buch richtet sich an ein interessiertes Fach- und Laienpublikum und ist eine wertvolle Unterrichtshilfe. Es fasst den aktuellen Forschungsstand zu diesem Themengebiet zusammen und bietet langjährig erpro
...alles anzeigenbte Quellen für unterschiedlich lange Lerneinheiten zum Themenkomplex der 'Krankenpflege im Nationalsozialismus'. Die Einführung gibt Unterrichtenden einen guten Einstieg in das komplexe Thema, und vor dem Quellenteil erhalten die an problemorientiertem Lernen Interessierten Anregungen zur Gestaltung von Lerneinheiten. Neben der Analyse der konstitutiven Elemente des Pflegeberufes wird die große Bereitschaft vieler Pflegender, im Nationalsozialismus im Sinne des rassenhygienischen Paradigmas tätig zu werden, neu betont.
Dieses Buch gilt mittlerweile – auch in allen Pflegeschulen – als Standardwerk. Bis heute ist es das einzige, das so kompakt und umfassend über die Krankenpflege während des Nationalsozialismus informiert. In z
...alles anzeigenusammenfassenden Darstellungen und ZeitzeugInnenberichten vermittelt das Werk Einblicke in die Krankenpflegeausbildung im „Dritten Reich“ und die Pflege im Zweiten Weltkrieg. Ausführlich thematisiert das Buch die Gefolgschaft und den Widerstand des Pflegepersonals bei den PatientInnenmorden in der Psychiatrie.
Die Erlanger Heil- und Pflegeanstalt war in der NS-Zeit Ort von "Euthanasie"-Verbrechen. Von hier aus wurden über 900 behinderte und psychisch kranke Menschen in Tötungsanstalten gebracht, viele Hundert weitere
...alles anzeigenwurden in den späteren Kriegsjahren Opfer der sogenannten "Hungerkost" und der strukturellen Vernachlässigung. Für die Erlanger Anstalt waren drei Gegebenheiten spezifisch: ihre Funktion als Zwischenanstalt, ihre Lage inmitten der Stadt und die enge strukturelle Verbindung zur Erlanger Universitätspsychiatrie - die Geschehnisse waren sichtbar für die Stadtgesellschaft und die Beschäftigten und Angehörigen der Universität Erlangen. Der vorliegende Band präsentiert die ersten Ergebnisse eines mehrjährigen gemeinsamen Forschungsprojekts des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der FAU Erlangen-Nürnberg und des Stadtarchivs Erlangen. Auf der Basis systematischer Erhebung größtenteils bislang nicht ausgewerteter Archivquellen werden die Ereignisse hinter den Anstaltsmauern in ihrem medizinischen, kommunalen und öffentlichen Kontext dargestellt und analysiert. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Opfern, die über das jeweilige Einzelschicksal hinaus auch gruppenbiographische Merkmale aufweisen.