Die heutigen Kliniken und Heime in Haina (Kloster) stehen in einer besonders langen sozialpolitischen Tradition. Bereits das Zisterzienserkloster Haina besaß eine Almosenspende. In den Klostergebäuden wurde 153
...alles anzeigen3 das Hohe Hospital Haina zur Versorgung Hilfsbedürftiger aus den hessischen Dörfern untergebracht. Ab dem 19. Jahrhundert diente das hessische Landeshospital als psychiatrische Pflegeanstalt. Diese war in die NS-Verbrechen an psychisch kranken Menschen einbezogen; Patienten wurden in die "Euthanasie"-Anstalt Hadamar überführt. Seit den 1950er Jahren entwickelte sich Haina zum modernen Psychiatrischen Krankenhaus. Das Psychiatriemuseum inmitten der alten Klosteranlage stellt fast fünf Jahrhunderte Psychiatriegeschichte vor. Die Exponate stammen aus dem gut erhaltenen Hospitalarchiv und einer einmaligen Sammlung an historischen Therapievorrichtungen. So können sich Besucherinnen und Besucher in dem weitgehend original erhaltenen Gebäudekomplex einem Kapitel der Sozialgeschichte widmen, das hier in anschaulicher Form nachvollziehbar ist.
Vor 200 Jahren wurde der Grundstein für die Anatomische Sammlung der Philipps-Universität Marburg gelegt. Als Lehrsammlung aufgebaut, enthält sie sowohl anatomische wie pathologische Trocken- und Feuchtpräparat
...alles anzeigene der verschiedensten Art und ist heute als Museum Anatomicum öffentlich zugänglich. Sie ist eine von 29 noch existierenden universitären Sammlungen in Marburg, von denen insgesamt 7 in diesem Band vertreten sind. Hier werden einzelne Exponate vorgestellt, um aus verschiedenen Perspektiven "tote Objekte" in Bezug auf ihre "lebendigen Geschichten" zu befragen. Die Marburger Sammlungen erfassen einen zeitlich wie geographisch weiten Raum, und sie eröffnen vielschichtige wissenschaftsgeschichtliche und kulturhistorische Kontexte. Damit wird das Potenzial der Sammlungen mit ihren dinglichen Quellen exemplarisch deutlich. Der Band versteht sich zugleich als ein Beitrag zur aktuellen Diskussion über den Wert des Sammelns und die damit verbundenen ethischen Fragen des Umgangs mit und der Präsentation von solchen "toten Objekten".