Kompetenz ist ein Kernkonzept der neuen Psychotechnik. Der Begriff gehört zu den zentralen Produkten einer psychologischen Beratungsindustrie, die nicht nur Instrumente zur Feststellung von Begabung und Eignung
...alles anzeigen, sondern auch Strategien zur Steuerung von Verhalten entwickelt. Besonders deutlich wird das derzeit in den europäischen Bildungssystemen, die unter dem Schlagwort der Kompetenzorientierung neue Test- und Trainingstechniken einführen. Die vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage des Buches untermauert die Genealogie des Kompetenzkonzepts durch neues Material und richtet die Argumentation verstärkt auf Fragen der Bildung und Erziehung aus. Kompetenz ist kein pädagogisches Konzept. Sie ist Produkt einer radikalpragmatischen Psychologie, die privates Lebensglück, soziale Sicherheit, schulischen und beruflichen Erfolg unterschiedslos auf die Ausbildung individueller Fähigkeiten zurückführt. Das neue Testing Movement verkauft »Kompetenzkapital« als Wettbewerbsvorteil und empfiehlt sich als Begleiter auf dem Weg in die »Kompetenzgesellschaft«. Dabei fungiert das Konzept der Kompetenz als Instrument einer ideologischen Harmonisierung, die soziale Antagonismen verschleiert, indem sie sie in bloße »Aufgaben« umdeutet. Konflikthaften Bildungsprozesse gehören aus dieser Perspektive der Vergangenheit an. Leitfigur der neuen Psychotechnik ist der selbstregulierte Problemlöser.
Die Beiträge dieses Bandes gehen von den Arbeiten des Psychoanalytikers und Autors Michael Turnheim (1946-2009) aus und führen in den psychoanalytischen »Schlaf mit der Vernunft«, zu Hegel, Derrida, Blanchot, s
...alles anzeigenowie in die Klinik von Autismus und Psychose. Turnheim stellte seine Fragen mit einer subjektiven und kontingenten Stimme. Die »Trauer«, die in einer solchen Stimme Resonanz erhält, ist auch die Trauer über den Verlust der Einheitlichkeit psychoanalytischer Grundbegriffe, wie »Trauer« selbst einer gewesen sein wird. Mit zwei unveröffentlichten Texten von Michael Turnheim.Mit Beiträgen von Michel Bousseyroux, Marcus Coelen, Joseph Cohen, Hubert Damisch, Klaus Ebner, Francis Capron, Susanne Gottlob, Stéphane Habib, Franz Kaltenbeck, Olaf Knellessen, Eva Laquièze-Waniek, Claude Léger, René Major, Michael Meyer zum Wischen und Regula Schindler.