Die Erinnerungsorte an die NS-Patientenmorde in der ehem. Anstalt Irsee unterliegen einem mittlerweile vierzigjährigen Transformationsprozess. Auslöser für die Neukonzeption der Gedenkstätte Prosektur in Kloste
...show allr Irsee waren Fragen zur Verwendung historischer Fotos in einem Kunstwerk, das das Leid anderer Menschen zeigt. Die aus verschiedenen Perspektiven argumentierenden Ausführungen rühren an bis heute schmerzende „Wunden der Erinnerung“ und thematisieren das Spannungsverhältnis zwischen Abbildbarkeit und Bilderverbot.
In seinem umstrittenen Urteil vom 26. Februar 2020 hob das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung auf und erklärte § 217 StGB, der dies unter Strafe stellte, für nic
...show allhtig. Dabei kam dem Recht auf Suizid als Ausdruck der Selbstbestimmung ein hoher Stellenwert bei. Zugleich wurde dem Gesetzgeber aufgegeben, die Suizidhilfe unter Beachtung der Selbstbestimmung über das eigene Leben ggf. neu zu regeln. In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisierten die beiden Kirchen das Urteil scharf. Nachdem in der Folgezeit eine differenzierte Diskussion einsetzte und auch bereits mehrere Gesetzentwürfe für eine Neuregelung sowohl aus der Politik wie aus der Wissenschaft vorlagen, fand noch in der letzten Legislaturperiode eine erste sogenannte Orientierungsdebatte im Deutschen Bundestag statt. Zu allen maßgeblichen Facetten des Themas veranstaltete die Juristische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum im Sommersemester 2021 eine interdisziplinäre Gesprächsreihe, deren Beiträge dieser Band dokumentiert.
Spezialisierung, Interdisziplinarität und Multiprofessionalität sind bedeutsame Phänomene, die die Geschichte der Medizin prägen. Die Entstehung der herzchirurgischen Klinik der Heinrich-Heine-Universität Düsse
...show allldorf und ihre Entwicklung zu einem multiprofessionellen herzmedizinischen Netzwerk spiegeln beispielhaft die Folgen, Wertigkeit und Beziehung dieser Phänomene wider. Louisa Farghaly untersucht die Hintergründe des Spezialisierungsprozesses auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene. Sie analysiert ihre Bedeutung hinsichtlich der Etablierung eines multiprofessionellen herzmedizinischen Netzwerks in Düsseldorf: Welche Persönlichkeiten haben die internationale und Düsseldorfer Geschichte der Herzmedizin geprägt? Wieso entwickelte sich am Standort Düsseldorf ein multiprofessionelles herzmedizinisches Netzwerk? Welche medizinischen Fachdisziplinen waren beteiligt und ausschlaggebend? Welche Auswirkungen hatte diese Entwicklung auf die Zusammenarbeit ärztlicher und nicht ärztlicher Mitarbeiter? Farghaly dokumentiert einen wissenschaftlichen Lernprozess, der Michael Polanyis "Tacit Knowledge" in vielen Facetten illustriert.
Palliativmedizin wird häufig als ein Phänomen des 20. Jahrhunderts beschrieben, begründet durch die Pionierarbeit von Cicely Saunders und anderen. Es finden sich jedoch bereits in der Frühen Neuzeit Hinweise, d
...show allass sich die zeitgenössischen Ärzte um ihre schwerst erkrankten Patientinnen und Patienten bemühten und ihre Leiden lindern wollten. Charlotte Dellmann legt in ihrer Studie anhand von Leichenpredigten der Frühen Neuzeit dar, welche Maßnahmen von ärztlicher Seite zur Symptom- und Leidenslinderung sterbender Menschen ergriffen wurden - ob sich also genaue Belege für Palliativmedizin in der Frühen Neuzeit finden lassen. Im Rahmen dieser Arbeit wurden die in Leichenpredigten enthaltenen Sterbeberichte von über 500 frühneuzeitlichen Verstorbenen untersucht: Erhielten sie eine medizinische Behandlung? Wenn ja, mit welcher Therapieintention? Waren Ärzte, Geistliche oder Laien in die Sterbebegleitung involviert? Und was für Maßnahmen wurden durchgeführt oder auch unterlassen? Dellmanns umfangreiche Studie rekonstruiert ein genaueres und beeindruckendes Bild ärztlichen Handelns am Kranken- und Sterbebett.
Die Digitalisierung der Pflege ist umstritten. Ist es legitim, ein Handlungsfeld zu technologisieren, das Sorgearbeit mit vulnerablen Menschen in den Mittelpunkt stellt? Die Debatte um die Entwicklung, Erprobun
...show allg und Bewertung von neuen, digitalen Technologien für die Pflege boomt in Deutschland. Nach einer dynamischen Forschungs- und Entwicklungsphase zu digital gestützten Informationssystemen und Assistiven Technologien für die Pflege steht nun eine Auseinandersetzung um die Bedeutung von Autonomen und gegebenenfalls auch Lernenden Systemen für die Pflege und Pflegebildung bevor. Dieser Band versammelt grundlegende und pragmatische Reflexionen zum Thema, um Impulse und Orientierungen für eine systematische Diskussion um Chancen und Herausforderungen des Technikeinsatzes auf der praktischen Versorgungsebene der direkten Pflege, der Ebene der institutionellen Organisation von Versorgungsprozessen sowie einer übergeordneten gesellschaftlichen Ebene zu liefern. The discourse about the development, testing and evaluation of new, digital technologies for nursing is dynamic. Digitally supported information systems and assistive technologies to support nursing have become increasingly established in recent years. Currently, the importance of Robotics and Autonomous Systems as well as Learning Systems for nursing and nursing education is increasingly discussed. The volume presents fundamental and pragmatic reflections on the digitalisation of nursing in order to provide impulses and orientation for a systematic discussion about opportunities and challenges of the use of technology in nursing. The contributions deal with the possibilities and limitations of digitalisation for the practice of nursing, the institutional organisation of care and for the social understanding of care.
DAS BETREUUNGSSYSTEM FÜR KLEINKINDER IN DER DDR UND SEINE FOLGEN Verzweifelte Briefe beunruhigter Mütter, Protest und Kritik von Kinderärzten und erschreckende Studienergebnisse von Wissenschaftlerinnen un
...show alld Wissenschaftlern - bislang unaufgearbeitete Quellen zeigen den bis heute als familienfreundlich wahrgenommenen Krippenalltag der DDR in einem düsteren Licht. Der Erziehungswissenschaftler Florian von Rosenberg berichtet wissenschaftlich fundiert und zugleich berührend, wie die Kleinsten der Republik einen hohen Preis für das sozialistische Prestigeprojekt zu zahlen hatten. Glückliche Säuglinge und Kleinkinder prägten die DDR-Berichterstattung über die Krippen: gemeinsam spielen, singen und fröhlich sein. Diese schönen Bilder der Kindheit verblassen, sobald man einen Blick hinter die staatliche Propaganda wirft und die Akten des zuständigen Ministeriums für Gesundheitswesen in die Hand nimmt. Diese offenbaren, unter welchen Bedingungen die Kinder zwischen 1949 und 1989 tatsächlich lebten. Warum starben Säuglinge so häufig nach dem Wiedereinstieg der Mütter in den Arbeitsprozess? Wieso waren die staatlich betreuten Kinder oftmals untergewichtig, klein und krank? Warum war die emotionale, sprachliche und geistige Entwicklung der Kinder in der Krippe schlechter als in der Familie? Im Ministerium kannte man die Antworten auf diese Fragen, die öffentlich nicht gestellt werden durften. Wer wissen möchte, wie die öffentliche Kleinkindbetreuung in Deutschland erstmals flächendeckend durchgesetzt wurde, kommt um dieses Buch nicht herum. - Über 20.000 Säuglinge starben in der DDR zwischen 1952 und 1967 an schweren Ernährungsschäden - Erschließt viele neue, bisher unbekannte Quellen - Florian von Rosenberg räumt mit Mythen auf
Werden wir gut behandelt? Werden wir beim Arztbesuch wahrhaft gesehen und gehört? Werden wir kompetent und umfassend beraten und können uns - voller Vertrauen - auf empfohlene Maßnahmen einlassen, die auf
...show allunsere medizinische Situation individuell abgestimmt sind? Können wir davon ausgehen, dass das ganze Spektrum der therapeutischen Möglichkeiten eingesetzt wird, um uns verbindlich zu besserem Wohlbefinden und Gesundheit zu verhelfen? Oder werden wir mit unseren Beschwerden, Ängsten und Sorgen einfach nur abgefertigt und letztendlich allein gelassen? In seinem bislang persönlichsten Buch beschreibt Dietrich Grönemeyer anhand bewegender Erlebnisse und Erfahrungen, was sein Verständnis als Arzt geprägt hat - und was wir tun müssen, um als Gesellschaft zu guter Gesundheit zu finden: Wir brauchen eine Medizin, in der individuell und ganzheitlich auf die Patienten eingegangen wird, in der Prävention, Aufklärung und Eigenverantwortung eine entscheidende Rolle spielen, in der Heilkompetenzen kombiniert werden, Heilende als engagiertes, vertrauensvolles Team fungieren und das Arzt-Patienten-Verhältnis eine echte Begegnung auf Augenhöhe darstellt, wie es beispielsweise viele Krankenschwestern und Pfleger bereits vorleben, trotz großer Frustration und mangelnder Wertschätzung - menschlich wie finanziell. Die menschenferne Organisation und das Diktat der Ökonomie und Verwaltung in der Medizin verhindern zunehmend eine würdevolle Heilkunst zwischen HighTech und Naturheilkunde, zwischen Psychosomatik und Umweltmedizin. Veränderung ist möglich - davon ist Dietrich Grönemeyer überzeugt. Sein Motto "Den Jahren Leben geben" steht für eine Medizin des Wohlbefindens, in der jeder Mensch nur an einer Stelle stehen kann: im Mittelpunkt.
Die kranke Frau enthüllt die schockierende Geschichte der patriarchalen Mythen, die unsere westliche Medizin bis heute prägen. Elinor Cleghorn, selbst an der Autoimmunerkrankung Lupus erkrankt, begibt sich nac
...show allh einer nervenaufreibenden Diagnoseodyssee auf die Suche nach den Wurzeln der Vorurteile gegenüber Frauen in der Medizin. Anhand einer Fülle von historischem Material rekonstruiert sie, wie stark die Medizin als Wissenschaft und Institution von kulturellen und gesellschaftspolitischen Umständen beeinflusst ist. Die Tatsache, dass Frauen als das schwächere Geschlecht galten und auf die soziale Aufgabe der Mutterschaft reduziert wurden, formte auch den medizinischen Blick auf Frauen und Weiblichkeit über die Jahrhunderte. Von der 'wandernden Gebärmutter' über die 'Hysterie' bis hin zum sich nur äußerst langsam wandelnden Verständnis für Menstruation und Menopause - all diese Diagnosen und Entwicklungen zeugen von einer männlich geprägten, nicht selten sexistischen Medizin. Die kranke Frau ist ein augenöffnendes Buch, das die Notwendigkeit des feministischen Kampfes gegen den patriarchalen Zugriff auf den weiblichen Körper verdeutlicht und für eine bessere Aufklärung über weibliche Gesundheit plädiert.
Das Gesundheitswesen galt als ein Aushängeschild der DDR. Doch wie erlebten die Menschen die medizinische Versorgung? Wie reagierten Patienten und Angehörige auf negative Erfahrungen und objektive Missstände? W
...show allie artikulierten sie Kritik, und welche Antworten erhielten sie? Florian Bruns rekonstruiert anhand von Eingaben und Archivquellen die Patientenperspektive auf das DDR-Gesundheitswesen in der Ära Honecker. Neben Vorzügen des sozialistischen Gesundheitsschutzes gab es zunehmend Defizite bei Geräten und Medikamenten, eine marode Bausubstanz und Konflikte zwischen Patienten und medizinischem Personal. Immer häufiger und durchaus selbstbewusst verglichen Patienten und Angehörige in ihren Beschwerden die parteioffiziellen Losungen mit der Wirklichkeit und bemühten sich auch aktiv um die Verbesserung der Situation.
'Gerste hat ein überaus lesenswertes Buch über eine erstaunlich dynamische Epoche vorgelegt, in der die Medizin bahnbrechende Fortschritte machte.Ein Muss für alle historisch Interessierten.' Theodor Kissel, Sp
...show allektrum Anschaulich und lebensnah erzählt Ronald D. Gerste die umwälzenden Ereignisse und wissenschaftlichen Entwicklungen in der erstaunlich dynamischen Zeit von bis , in der die Medizin ungeahnte Fortschritte machte: ein packendes Porträt einer entfesselten Epoche, die Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik revolutionierte - mit bleibenden Folgen bis in unsere Gegenwart.
Die ergreifenden Schilderungen eines Arztes, der sein Leben dem Kampf gegen sexuellen Missbrauch verschrieben hatDenis Mukwege, weltbekannter kongolesischer Gynäkologe und Menschenrechtsaktivist, hat es sich zu
...show allr Lebensaufgabe gemacht, Opfern sexueller Gewalt zu helfen. Als Gründer des Panzi-Hospitals in Bukavu erhielt er 2018 den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz für die Gesundheit und Rechte von Frauen in der Demokratischen Republik Kongo. In seinem Buch verwebt er seine eigene dramatische Lebensgeschichte mit den Schilderungen einzelner Frauenschicksale. Auf das Drängen seiner Patientinnen hin, macht der Chirurg deren Leiden öffentlich und betont dabei die Willensstärke, mit der die Frauen sich ins Leben zurückkämpfen. Er fordert eine systemische Veränderung im Rollenverständnis, eine »positive Männlichkeit« für eine gleichberechtigte Gesellschaft, und belegt die Gewinne, die es bringt, wenn Frauen als Entscheidungsträgerinnen in wirtschaftliche und politische Prozesse eingebunden sind. Die Stärke der Frauen ist der Bericht eines beeindruckenden Menschen, der sich nicht von seinem Weg abbringen lässt. Ein Bericht, der die Kraft der Frauen in den Vordergrund stellt und beweist, was das Engagement von Einzelnen bewirken kann.
Digitalisierung und Dekarbonisierung - das sind die großen Herausforderungen unserer Gesellschaft und zunehmend auch der Medizin. Während die digitale Transformation mehr und mehr ins Blickfeld rückt, ist das g
...show allesamte Thema der Nachhaltigkeit in der Medizin und insbesondere in Krankenhäusern noch deutlich unterentwickelt. Das ist verständlich: Im tradierten Selbstverständnis von Gesundheitseinrichtungen ist es bis heute der zentrale Grundgedanke, mit gleichsam unbegrenztem Ressourceneinsatz den Menschen zu helfen. Die Suche nach dem "Purpose", der gesellschaftlichen Legitimation der eigenen Arbeit, bleibt der Medizin erspart. Aber dies sollte kein Freifahrtschein sein, das Thema Nachhaltigkeit auszuklammern. Die Herausgeber:innen dieses Buches sind der festen Überzeugung, dass die Medizin ihre Kernaufgabe nicht nur intelligenter und menschlicher, sondern vor allem auch umweltverträglicher erfüllen kann. Dieses Buch stellt das Thema Nachhaltigkeit in seiner gesamten Komplexität mit dem Fokus auf das Krankenhaus dar. Das Buch schildert nicht nur den aktuellen Status bei zentralen Handlungsfeldern. Es ist gleichzeitig Kompendium, Ratgeber, Mutmacher und damit Wegbereiter einer nachhaltigen Medizin, die nur mit der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung ihr originäres Ziel in vollem Umfang erfüllt: Menschen zu helfen und Menschen zu dienen. Fest steht, dass nachhaltig denken und handeln - auch und explizit im Gesundheitswesen und Krankenhaussektor - in unserer heutigen Zeit zum Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlage unabdingbar ist. Am Ende steht die Überzeugung, dass es auf diesem Weg letztlich nur Gewinner gibt: Die Umwelt, die Menschen in den Krankenhäusern, aber auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Denn die Optimierung oder gar Neugestaltung von Prozessen für mehr Nachhaltigkeit wird die Krankenhäuser nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch besser aufstellen.
Bewegungsmangel ist laut WHO die Epidemie des 21. Jahrhunderts. Unzureichende körperliche Aktivität begünstigt nicht nur die Entstehung von Übergewicht, Adipositas und Diabetes, sondern schadet dem gesamten Her
...show allz-Kreislauf-System. Bewegung und Sport wirken als Gesundheitsressource protektiv, denn sie fördern die psychische, physische und soziale Gesundheit. Je nach Zielgruppe und gesundheitlichem Setting sind die Möglichkeiten der Bewegungsförderung vielfältig und mit unterschiedlichen Herausforderungen verbunden. Der Themenband ist daher bewusst ganzheitlich ausgerichtet und geht sowohl auf motivationsspezifische Aspekte, zielgruppenbezogene und -übergreifende aktuelle Ansätze (z. B. Apps, Nudging) als auch auf integrative Konzepte der Bewegungsförderung ein. Dabei richtet er zugleich einen kritischen Blick auf Themen wie Selbstoptimierung, Sportsucht und Qualitätssicherung von Bewegungsangeboten. Durch zahlreiche praktische Beispiele sowie Empfehlungen aus Forschung und Wissenschaft kann dieses interdisziplinäre Werk gewinnbringend in Studium, Lehre und Praxis eingesetzt werden.
Runde Tische, zähe Verhandlungen, große Träume, erschüttertes Erwachen: Vieles von dem, was Menschen vor, während und nach dem Mauerfall 1989 erlebt und erlitten haben, ist inzwischen genauso Geschichte wie das
...show allEreignis selbst. Aber ist es auch verstanden? Und ist es so erzählt, dass es überhaupt verstanden und daraus womöglich Besseres entwickelt werden kann? Das Buch führt Expert:innen zu Themen wie Biografiearbeit, Scham und Trauma mit Praktiker:innen aus Beratung, Coaching, Supervision und Therapie zusammen und versammelt einzigartige Sichtweisen auf das Phänomen Mauerfall. Zeitzeugen treffen auf junge Menschen, die verstehen und verstanden werden wollen. Ihre Beiträge dokumentieren den Reichtum an methodischen Ansätzen und Reflexionszugängen, die für die Behandlung eines so komplexen Ereignisses und der damit verbundenen Erfahrungen notwendig sind: Verstehen von Scham, Trauma und der eigenen Biografie; sprachliche Besonderheiten; narrative Muster u. v. a. m. So lässt das Buch die Leser:innen paradigmatisch das eigene Leben in politischen Kontexten verstehen und zieht sie in seinen Bann, als wären sie noch einmal oder ganz neu und direkt dabei.
Vor hundert Jahren schaute Alice Salomon in ihrem Beitrag "Die sittlichen Grundlagen und Ziele der Wohlfahrtspflege" auf einen kürzlich beendeten Weltkrieg und eine zerrüttete Gesellschaft. Um die verschärften
...show allsozialen Gegensätze zu überbrücken, plädierte sie dafür, sich auf Religion, Nation, Humanismus und Solidarität als wesentliche Quellen der Sozialen Arbeit zu besinnen. Inwiefern können heutige Debatten an diese Überzeugung anknüpfen? Autor/innen aus einem breiten fachlichen Spektrum finden kontroverse Antworten auf diese Frage.
Stoppt das Krankenhaussterben! Krankenhäuser in Deutschland und Europa sind längst zum Spekulationsobjekt international agierender, privater Klinikkonzerne geworden. Die Folge: Die Konzerne erzielen Renditen au
...show alls dem solidarischen System unseres Gesundheitswesens. Thomas Strohschneider war selbst jahrelang als Chefarzt in einer privatwirtschaftlich geführten Klinik tätig. In seinem Buch zeigt er aus eigener Erfahrung und an zahlreichen Beispielen, welche erschreckenden Auswirkungen dieser Prozess auf Patienten, Ärzte und alle in Krankenhäusern Tätigen hat, wie diese Entwicklung die Medizin als Heilkunst abschafft und die ärztliche Profession bedroht.
Patientensicherheit ist nicht nur Pflichtübung für die unmittelbare Arbeit mit Patientinnen und Patienten, Patientensicherheit muss zentrales Motiv bei allen Entscheidungen im Gesundheitswesen sein. Dass das Ge
...show allsundheitswesen insgesamt und insbesondere Krankenhäuser mit der Behandlung unterschiedlichster Beeinträchtigungen in einem von Zeitdruck und Ressourcenmangel dominiertem Arbeitsumfeld Hochrisikoorganisationen sind, steht außer Frage. Umso wichtiger ist es, dass Risikobewusstsein und gelebte Sicherheitskultur Leitmotive für alle werden, die innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette der Gesundheitswirtschaft agieren. Hier setzt "Risiko- und Sicherheitskultur im Gesundheitswesen" an. Das Fachbuch lässt Expert:innen aus sämtlichen Bereichen der Gesundheitsversorgung und der Gesundheitswirtschaft zu Wort kommen. Die Autorinnen und Autoren beleuchten die wesentlichen Handlungsfelder zur Entwicklung von Sicherheitskultur und beschreiben die Konzepte, Methoden und Ansatzpunkte, mit denen in ihren Institutionen, Unternehmen oder Branchen die Entwicklung von Risikobewusstsein und Sicherheitskultur vorangebracht wird. Nur wenn Sicherheitskultur ganz oben auf der Agenda steht, gelingt es, die Risiken bestmöglich zu beherrschen und so das Gesundheitssystem für alle Beteiligten nachhaltig zu verbessern.
Gesundheitspolitik in der Demokratie: Das Bundesministerium für Gesundheitswesen in den 1960er und 1970er Jahren. Im Herbst 1961 - zwölf Jahre nach Entstehung der Bundesrepublik - wurde das Bundesministeriu
...show allm für Gesundheitswesen (BMGes) gegründet. Lutz Kreller und Franziska Kuschel untersuchen erstmals auf breiter Quellenbasis die Geschichte dieses »verspäteten« bundesdeutschen Gesundheitsressorts von den Anfängen bis Mitte der 1970er Jahre. Sie analysieren die Biografien leitender Beamtinnen und Beamten des BMGes und deren im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und während des »Dritten Reiches« geprägtes Selbstverständnis. Zudem zeigen Kreller und Kuschel den maßgeblichen Einfluss des BMGes bei der Gestaltung zentraler gesundheitspolitischer Themen der 1960er und 1970er Jahre auf: etwa der Reform des ärztlichen Standes- und Zulassungswesens, des Gesetzes zur freiwilligen eugenisch indizierten Sterilisation, der Krebsbekämpfung, der Nikotinprävention und dem Verbraucherschutz. Welche Rolle spielte dabei die Hypothek der Medizinverbrechen des Nationalsozialismus? Welche Faktoren bestimmten die Neuausrichtung der Bonner Gesundheitspolitik? Wie gestaltete sich der Entwicklungsprozess einer Gesundheitspolitik unter den Bedingungen der liberal-parlamentarischen Demokratie?
Die Medizin in all ihren Facetten verstehen! Auf die Gesundheit der Menschen lässt sich medizinisch, wirtschaftlich, sozial oder gesellschaftlich blicken. Thomas Stockhausen macht das daraus resultierende Spann
...show allungsfeld zwischen Ökonomie und Ethik in seinem Buch zum Thema. Anhand der klinischen und fächerübergreifenden Medizin stellt er die unterschiedlichen Aspekte der Patientenversorgung dar und diskutiert sie mithilfe lebensnaher Beispiele ¿ aus gesundheitlicher, unternehmerischer, organisatorischer und schließlich ethischer Sicht. Auf die Gesundheitsversorgung und auf die Ethik der Medizin geht er dabei explizit ein. Das Buch richtet sich an Studierende der Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften. Ihnen vermittelt es das notwendige medizinische Grundlagenwissen. Mit Praxisbeispielen.
Über die Qualität des Pandemiemanagements in Deutschland gibt es unterschiedliche Urteile. Die eine Meinung konstatiert, Deutschland sei im Vergleich zu anderen Ländern glimpflich durch die Krise gekommen. Die
...show allandere Meinung attestiert ein Corona-Management der Pleiten und Pannen sowie des Vertrauensverlusts, geprägt durch Lieferengpässe bei persönlicher Schutzausrüstung, Impfstoffknappheit, überlastete Pflegekräfte und fehlende PCR-Tests. Vor diesem Hintergrund ist es im dritten Jahr der Pandemie angezeigt, Fehler und Versäumnisse des Pandemiemanagements zu reflektieren und konstruktiv Wege zu finden, diese in Zukunft zu vermeiden, also "Krisenresilienz" herzustellen. Den Herausgebern geht es darum, unterschiedliche Krisenerfahrungen aufzuarbeiten, letztlich mit dem Ziel, Lehren aus der Pandemie abzuleiten und konkrete Vorschläge zur Überwindung erkannter Mängel in Versorgungsstruktur, Organisation des Medizinbetriebs und Gesundheitspolitik zu entwickeln und dabei auch die ethische Einstellung in der Gesellschaft zu reflektieren. Dieses Buch liefert Ideen und konkrete Vorschläge zur Erreichung einer gestärkten Krisenresilienz im Gesundheitssystem, zur Stabilisierung internationaler Lieferketten als Voraussetzung für Versorgungssicherheit und zur Erhöhung des Stellenwerts der am Bett tätigen Berufsgruppen in der Gesellschaft sowie am Arbeitsplatz. Das Buch ist in fünf thematisch fokussierte Teile gegliedert. Im ersten Teil werden Fragen beleuchtet, die sich an die Gesundheitssystemgestaltung richten. Hier wird nach den Strukturen, Anreizen und Organisationskriterien gefragt, die Resilienz fördern. In diesem Zusammenhang gilt besonderes Augenmerk den systemischen Gestaltungsoptionen der Digitalisierung des Medizinbetriebs. Der zweite Teil stellt die Wichtigkeit des "Erfolgsfaktors: Kommunikation" gerade in einer Krisensituation heraus. "Sachlich und ehrlich informieren ohne zu verunsichern" ist die Empfehlung an Krisenmanager. Im dritten Teil werden die Führungs-
Wie keine andere Berufsgruppe waren Mediziner in die nationalsozialistische Rassen- und Vernichtungspolitik involviert. So beteiligten sich Ärzte als Kliniker, Wissenschaftler und Gutachter an Zwangssterilisati
...show allonen, Krankenmorden (NS-"Euthanasie") und Menschenversuchen in den Konzentrationslagern. Ärzte wirkten aktiv und fast ausnahmslos freiwillig mit am Holocaust und am Völkermord an Sinti und Roma. Im Zentrum des Bandes steht die Frage, wie Ärzte und auch Ärztinnen im "Dritten Reich" zu Tätern wurden. Thematisiert wird zudem die bis heute reichende Rezeptionsgeschichte dieser unheilvollen Geschehnisse. Die Autorinnen und Autoren des Bandes verwenden mentalitäts-, kultur- und ideengeschichtliche Ansätze; hinzu kommen sozialpsychologische Deutungsversuche und (gruppen)biografische Analysen.
Die im Zuge der Covid-19-Pandemie getroffenen politischen Entscheidungen und ihre Folgen für Kinder und Jugendliche sind Gegenstand anhaltender, oftmals erbittert geführter politischer und pädagogischer Kontrov
...show allersen. Je länger die Pandemie andauert, desto deutlicher zeichnet sich ab, dass es in vielen Fällen Kinder und Jugendliche sind, die durch sie besonders hart belastet werden. In seinem Buch zeichnet Johannes Drerup die einschneidenden Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie für Kinder und Jugendliche nach und entwickelt auf dieser Grundlage eine ethisch begründete Kritik an der deutschen Corona-Politik. Hierdurch leistet er einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Debatte darüber, wie sich die Situation junger Menschen in Deutschland - nicht nur in Zeiten der Pandemie - verbessern lässt.