Das Lehrbuch ist eine praxisorientierte politikwissenschaftliche Einführung in die Gesundheitspolitik. Es verbindet die Darstellung grundlegender Strukturmerkmale des deutschen Gesundheitswesens mit Übungen für
...show alleine problemorientierte Analyse aktueller gesundheitspolitischer Herausforderungen. Die einzelnen Kapitel sind an den Aufbau von Unterrichtseinheiten angelehnt. Zielgruppen sind insbesondere Studierende gesundheitswissenschaftlicher Studiengänge sowie gesundheitspolitisch engagierte Beschäftigte des Gesundheitswesens.
Mysterium Frauenkörper: Warum das Gender in der Medizin mehr Beachtung verdientIn der Medizin gibt es bis heute nur einen Standardmenschen: der Mann. Frauen spielen oft nur eine untergeordnete Rolle. Auch wenn
...show allder Mythos der typisch weiblichen Hysterie widerlegt wurde, schwingt er doch unbewusst immer noch mit – zumindest, wenn keine genaue Diagnose gestellt werden kann. Dann attestieren Arzt-Befunde ein hormonelles Ungleichgewicht, die Wechseljahre oder psychosomatische Beschwerden.Miriam Funk ist Medizinjournalistin, Physiotherapeutin und Diplom-Übersetzerin. In ihrem Gesundheitsratgeber setzt sie sich mit den Unterschieden zwischen Männern und Frauen auseinander und erläutert anschaulich, warum eine geschlechterbasierte Medikamenten-Forschung wichtig ist. Gender Data Gap: Die Frau als unbekanntes Wesen in der Medizin Von Autoimmunkrankheiten bis zu den Wechseljahren: Der Umgang mit typischen Frauenkrankheiten Alles Männermedizin? Die Rolle von Krankheit und Gesundheit im Hinblick auf den weiblichen Körper Gender-Biomedizin: Geschlechtsspezifische Symptome, Erkrankungen und die Wirksamkeit von Medikamenten Das Gesundheitsbuch für alle, die mehr über Gendermedizin-Forschung wissen wollen – mit alltagsnahen BeispielenGender Health Gap: So können wir die Benachteiligung von Frauen in der Medizin behandeln!Die Ungleichbehandlung von Frauen in der Medizingeschichte reicht von der Medikamentenforschung bis ins Behandlungszimmer. Doch langsam setzt ein Umdenken ein. Miriam Funk beschreibt in ihrem Buch, wie eine gendergerechte medizinische Versorgung von Frauen gelingen kann: Welche politischen Rahmenbedingungen sind dafür nötig? Was muss sich in der Ausbildung medizinischer Fachkräfte und vor allem im Medizinstudium ändern? Wie gelingt der Schritt von einer standardisierten zu einer individualisierten Medizin?In ihrem Gesundheitsbuch wendet sich die Autorin zwar vorrangig an Frauen, doch die Lektüre ist allen zu empfehlen, die wissen wollen, wie eine Verbesserung der ge
Die eine Psychosomatik oder einen eindeutigen Bereich medizinischer Phänomene gibt es nicht. Im psychosomatischen Leiden stehen naturwissenschaftliche Evidenzen auf dem Spiel, es verhandelt den Status von Krank
...show allheit und Gesundheit zwischen Biologie und Gesellschaft. Als ›Unter-die-Haut-Gehen‹ psychischer oder sozialer Leiden, als Leiden an der Kultur, als Epochenkrankheit tritt dieses in historisch wandelbaren Gestaltungen auf: Im Gewand der Melancholie etwa, dann als Neurose und Hysterie und heute als Erschöpfung. Psychosomatik nimmt damit eine zentrale Position im Verhältnis von Literatur und Medizin ein: Denn hier ›verkörpern‹ sich psychische und soziale Leiden, Körper ›sprechen‹ und bezeugen die sie krankmachenden Umwelten. Diese – je nach Perspektive semiotische, hermeneutische oder medien- und kommunikationstheoretische – Annahme verschwistert Psychosomatik mit den zeichenhaften Darstellungsverfahren von Literatur und Theater. Sophie Witt erzählt eine breite Faszinationsgeschichte: Von historischen und literarischen Akteuren, von Seelen, Körpern und Organen, von ›wilden‹ Momenten innerhalb der Rationalisierung. Sie schaut auf die Wechselfälle der Somatisierungen und Symbolisierungen, auf Störfälle und Verdrängungslagen, Heilsversprechen und Wahrheitssuchen. Mit welcher Not, aber auch Begehren wird somatisch an der Umwelt gelitten und dieses Leiden notorisch dargestellt? Es geht um Ambivalenzen in den zentralen Oppositionspaaren wie Körper und Psyche, Subjekt und Objekt, Natur und Gesellschaft, Geistes- und Naturwissenschaft, Kunst und Wissen.
Gesundheitsökonomie verständlich und praxisnah: Dieses Lehrbuch begleitet bei dem Einstieg in die ökonomischen Grundlagen des Gesundheitswesens - ohne Vorkenntnisse vorauszusetzen. Anschaulich und praxisnah erk
...show alllärt das Buch zentrale Konzepte, ökonomische Anreize und Instrumente, indem es sie direkt mit realen Herausforderungen und Steuerungsmechanismen des Gesundheitssystems verknüpft. Ob für das Studium oder einen ersten Überblick: Die Verbindung von konkreten Institutionen mit ökonomischen Steuerungsmechanismen macht Zusammenhänge transparent und zeigt, wie das Zusammenspiel von Akteuren den Alltag und die Weiterentwicklung im Gesundheitswesen prägt. Lernfreundliche Elemente wie Verständnis-, Diskussions- und Testfragen lockern den Text auf und unterstützen gezielt beim Wissensaufbau. Die vollständig aktualisierte zweite Auflage berücksichtigt alle wichtigen Zahlen, Fakten und wesentlichen Gesundheitsreformen der letzten Jahre - und bringt so das Lehrbuch auf den neuesten Stand. Stefan Greß ist Ökonom und Professor für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie an der Hochschule Fulda. Er leitet dort den Studiengang Gesundheitspolitik und Gesundheitsökonomie. Melanie Schnee ist Sozialwissenschaftlerin und Professorin für Public Health an der Hochschule Furtwangen. Sie ist Studiendekanin der Studiengänge Angewandte Gesundheitswissenschaften, Hebammenwissenschaft und Angewandte Gesundheitsförderung. Christian Jesberger ist Ökonom und Referent sowie Dozent an der Hochschule Fulda. Er unterrichtet insbesondere in den Studiengängen Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik sowie Public Health.
Im Laufe der Jahrtausende wurde die Menschheit in der Alten wie auch Neuen Welt von verheerenden Epidemien heimgesucht: Pocken, Pest, Typhus, Cholera, Lepra, Tuberkulose, Fleckfieber, Masern oder Gelbfieber und
...show allviele weitere verwüsteten ganze Landstriche und rafften Millionen Menschen dahin. Da Konzepte wie Viren, Bakterien, Würmer und Träger von Krankheiten lange fehlten, beruhten Heilmethoden oft auf Aberglauben und Vermutung. Die überforderten Doktoren entwickelten Theorien wie die Übertragung von Krankheiten durch üble Gerüche (Miasmen) und schufen obskure Methoden zur Heilung der grauenvollen Symptome, die vom Ansetzen von Blutegeln bis zur medizinischen Anwendung von Exkrementen reichten.
Die gegenwärtige Polykrise führt zu der Frage, was von den multilateralen Institutionen bleibt, die für die Bewältigung globaler Problemlagen in den Bereichen Gesundheit und Klima geschaffen wurden. In diesem L
...show allehrbuch werden vier Teilbereiche dargestellt: Schutz vor globalen Gesundheitsrisiken, Verwirklichung qualitativ hochwertiger grundlegender Gesundheitsdienste überall auf dem Globus, Vermeidung eines gefährlichen planetaren Klimawandels und Anpassung der Staatenwelt an die neuen klimatischen Verhältnisse. Das Buch wendet sich an eine breite Leserschaft und vermittelt unverzichtbares Hintergrundwissen. Diese Thematik beschäftigt nicht nur die einschlägigen Wissenschaften (Medizin, Klimawissenschaften, Ökologie und Sozialwissenschaften), sondern auch Politik und Zivilgesellschaft, die nach begehbaren Wegen aus den Gefährdungslagen der Menschheit suchen.
Die Gesundheitsökonomie dient dem effizienten Einsatz knapper Ressourcen im Gesundheitswesen. Vier Expert:innen aus Deutschland und Österreich vermitteln praxisnah das dafür notwendige Know-how: Sie stellen ges
...show allundheitsökonomische Grundlagen und Methoden vor und gehen auf aktuelle Themen wie Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit ein. Auch Gesundheitspolitik und Public Health finden Berücksichtigung. utb+: Leser:innen erhalten zusätzlich zum Buch einen E-Learning-Kurs, der kapitelweise Single- und Multiple-Choice-Fragen bietet. Erhältlich über utb.de.
Der Einsatz von Robotern in der professionellen Pflege gewinnt angesichts des demografischen Wandels und des Pflegenotstands zunehmend an Bedeutung. Zugleich entstehen dadurch neue ethische Herausforderungen. D
...show allie Untersuchung geht der Frage nach, wie Pflegeroboter auf eine menschenwürdige Weise eingesetzt werden können. Dementsprechend wird die Menschenwürde als ethischer Bewertungsmaßstab herangezogen. Sie weist zwar eine gewisse Interpretationsoffenheit auf, ist jedoch keineswegs beliebig auslegbar. Um sie für die Pflegepraxis anwendbar zu machen, muss ihr Bedeutungskern mit einem pflegespezifischen Menschenbild verknüpft werden. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Roboter unter bestimmten Voraussetzungen in die professionelle Pflegepraxis integriert werden und zur Wahrung der Würde pflegebedürftiger Menschen beitragen können.
Diese Publikation bietet Ärzten, Medizinstudierenden aber auch Patienten wertvolle Einblicke in die komplexe Beziehung zwischen Arzt und Patient. Sie beleuchtet, wie Entscheidungen und Erwartungen beider Seiten
...show allmiteinander verknüpft sind. Das medizintheoretische Störungs-Kompensationskonzept dient als zentrale Orientierung und zeigt anhand von Beispielen, wie Prinzipien in Therapie und Prophylaxe wirksam sind. Durch die Einführung des Konzepts der organismischen Kompensation wird das Verständnis von Gesundheit und Krankheit erweitert. Es wird nicht nur die direkte Wirkung von Störungen untersucht, sondern auch die Bedeutung von Kompensationen. Dies ist sowohl für die Praxis als auch für Forschung und Lehre in der Medizin relevant. Das Konzept hilft, Ursachen von Krankheiten zu verstehen und basierend darauf gezielte Maßnahmen zu entwickeln. Beispielsweise kann durch Eliminierung der Entwicklungsursache einer Erkrankung deren Fortschreiten gestoppt werden und somit einen kausal-therapeutischen Ansatz bieten. Ergänzt wird das Konzept durch systemtheoretische Ansätze und Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Für Medizinstudierende bietet die Publikation eine Einführung in die Medizintheorie. Patienten erhalten einen umfassenden Einblick in die Entscheidungsfindung und ihre eigene Mitwirkung. Zudem werden medizinethische und medizinrechtliche Aspekte behandelt. Beispiele aus der Praxis und erläuternde Skizzen tragen zum besseren Verständnis bei. Ziel der Publikation ist es, das Störungs-Kompensationskonzept bekannt zu machen und die Komplexität von Entscheidungen und Erwartungen zwischen Arzt und Patient verständlich zu erklären. Der Autor F. Uwe Herrmann, Studium der Medizin und Philosophie, Dr. med. Dr. phil. Dr. med. habil., Lehrbefähigung für Gynäkologie/Geburtshilfe und für Theoretische Medizin; lehrte neben seiner langen ärztlichen Tätigkeit theoretische Medizin an verschiedenen Universitäten; Fachgutachter; Mitgliedschaft in der Gesellschaft für komplexe
Seuchen verloren seit den späten 1950er Jahren ihren Schrecken, denn neue Impfstoffe, verbesserte Hygiene und Antibiotika ließen sie als beherrschbar erscheinen. Die Erfolge vermittelten das Gefühl, in einer "i
...show allmmunisierten Gesellschaft" zu leben und mögliche zukünftige Risiken präventiv planend steuern zu können. Doch neue Infektionserkrankungen wie AIDS, SARS und Vogelgrippe erschütterten diese Gewissheit seit den 1990er Jahren immer wieder. Als Schattenseiten von wirtschaftlicher Prosperität, globalem Handel und Tourismus gelten Epidemien als unausweichliche Gefahren. Was bleibt, ist eine umfassende Vorbereitung. Nicht mehr Prävention, sondern "Preparedness" bestimmt zunehmend die Planungen für und den Umgang mit Pandemien. Aus interdisziplinärer Perspektive beleuchtet der Sammelband anhand konkreter Fallbeispiele Planungen für Pandemien und Maßnahmen der Prävention und "Preparedness" in Deutschland, den USA sowie auf Ebene der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im 20. und 21. Jahrhundert. Anders als klassische Darstellungen einzelner Infektionskrankheiten und Reaktionen auf diese setzt der Band an, bevor sich Pandemien manifestiert haben: bei der Prävention und der Vorbereitung auf den Pandemiefall. Im Zentrum stehen also pandemische Zukünfte.
Operationen am offenen Herzen sind die Königsdisziplin der Chirurgie. Doch wie sieht so ein Eingriff tatsächlich aus? Und wie beeinflusst die unglaubliche Verantwortung, ein Menschenleben im wahrsten Sinne des
...show allWortes in der Hand zu halten, die Chirurgen, die sich ihr aussetzen? Rüdiger Lange erzählt von seinen wichtigsten Operationen - und von den Abgründen, über die nur wenige der absoluten Spitzenoperateure zu sprechen wagen. Selbst als einen der erfahrensten und renommiertesten Herzchirurgen der Welt begleitet ihn die Angst, denn zwischen Leben und Tod liegt oft nur der Bruchteil eines Millimeters. Ein Blick hinter die Kulissen einer Berufung, die zu den handwerklich und psychisch forderndsten der Arbeitswelt gehört.
Dieses Sachbuch klärt über die dunkle Seite der österreichischen Medizingeschichte während des Nationalsozialismus auf. Es skizziert die Biografien von beteiligten Ärzten und Ärztinnen, deren Vergehen und Kon
...show allsequenzen nach 1945. Es dokumentiert die medizinischen Gräueltaten des Nationalsozialismus, und deren verheerende Auswirkungen auf die betroffenen Menschen, und zieht wichtige Lehren für die moderne Medizinethik und den Schutz von Menschenrechten. Zu dem Thema Ärzte im „Dritten Reich" sind bereits zahlreiche Bücher verfasst worden. Das vorliegende Buch fokussiert sich erstmals auf österreichische Mediziner und Medizinerinnen.
Eine packende Geschichte am Abgrund des Zweiten Weltkriegs - über den jüdischen Krebsforscher Otto Warburg und die gegensätzlichen Realität von wissenschaftlicher Wissenschaft und Diktatur Berlin am Abgrund de
...show alls Zweiten Weltkriegs. In Dahlem macht sich der exzentrische Nobelpreisträger Otto Warburg daran, das Geheimnis der Zellen zu lüften - er will verstehen, wie Krebs entsteht und wie er sich heilen lässt. Doch Warburg ist jüdisch, lebt in einer homosexuellen Beziehung und muss unter den Nazis um sein Leben fürchten. Sam Apple zeigt Otto Warburg als vergessenes Genie voller Widersprüche und entwirft anhand seines Lebens ein ungewöhnliches Epochenporträt. Warum erhofften sich die Nationalsozialisten von Warburg die Rettung für die "deutsche Volksgesundheit" und ließen ihn unbehelligt weiterarbeiten? Was bleibt von seiner Forschung? Eine einmalige Geschichte über Ideologie und Wissenschaft, persönliche Gefahren und Verantwortung und das Erbe einer großen Forschungsidee.
Eine brillant erzählte feministische Geschichte der GeburtGeburten sind zentral für das Fortbestehen unserer Gesellschaft, und doch wissen wir erstaunlich wenig darüber, wie Menschen das Gebären tatsächlich erl
...show alleben. Oft werden diese Erfahrungen als Nischenthema abgetan. Helena Barop zeigt, dass dahinter eine lange Geschichte der Bevormundung von Schwangeren steckt - und dass Gewalt unter der Geburt kein neues Phänomen ist, sondern tief in patriarchalen Machtstrukturen wurzelt. Barop führt durch Jahrhunderte voller Mythen, Irrtümer und stetig wechselnder Vorstellungen davon, was eine 'normale' oder 'gute' Geburt sein soll. Sie macht sichtbar, wie sehr sich die Bedingungen des Gebärens verändert haben - und dass erst seit kurzer Zeit die Geburtserlebnisse von Frau und Kind überhaupt in den Mittelpunkt rücken. So wird ihre historische Reise nicht nur zu einem Streifzug durch die Kreißsäle der Geschichte, sondern zu einer Erzählung über Unterdrückung und Ermächtigung, die weit über das Thema Geburt hinausreicht. Denn Geburten prägen wie kaum ein anderes Ereignis unsere Vorstellungen von Weiblichkeit. Ausstattung: Mit Schwarz-Weiß-Abbildungen
In neun Kapiteln wird die turbulente und krisengeschüttelte Geschichte der Schweizer Freudianer nachgezeichnet - von der Gründung der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse im Jahre 1919 bis zur Abspalt
...show allung des Psychoanalytischen Seminars Zürich im Jahre 1977. Basierend auf einer breiten, gründlichen Quellenforschung beleuchtet Thomas Kurz diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Dabei zeigt sich eine Aversion gegen zentralistische Bestrebungen - Freud sprach von einer speziellen 'Psychologie der Schweizer' -, aber auch ein Versuch, die offenen, unverschulten Anfänge der psychoanalytischen Bewegung zu bewahren. Mit einem Beitrag von Michael Schröter
Thema dieses Buchs ist die anthroposophische Psychiatrie und Heilpädagogik im Nationalsozialismus. Wie versuchten die Leiter des psychiatrischen Sanatoriums Wiesneck und der anthroposophischen Heime ihre Patien
...show alltinnen und Patienten sowie die betreuten Kinder und Jugendlichen vor Zwangssterilisationen und 'Euthanasie' zu schützen? Wie verhandelten sie mit den Behörden und unter welchen Bedingungen konnten einzelne Institutionen weiterarbeiten? Diese Fragen werden auf der Grundlage von Patienten- und Kinderakten, Korrespondenzen mit Behörden, mit den Eltern der Kinder und Jugendlichen, mit Ärztinnen und Ärzten, Heilpädagoginnen und Heilpädagogen und zahlreichen weiteren Dokumenten untersucht. Weiter geht es um die Fluchtwege von Heilpädagoginnen und -pädagogen jüdischer Herkunft sowie die Ermordung eines Heimleiters und einer Heilpädagogin durch die Nationalsozialisten, um die Gründung der heilpädagogischen Gemeinschaft Camphill im schottischen Exil und die Flucht der Ärztin Ita Wegman mit Kindern und Jugendlichen ins Tessin. Den Abschluss bilden Kurzbiographien der anthroposophischen Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierenden jüdischer Herkunft.
Ina Boesch erzählt die Geschichte ihrer psychisch kranken Tante Marleen, über die während ihrer Kindheit nur in Andeutungen gesprochen wurde. Jahrzehnte später hat sich die Autorin auf Spurensuche nach ihrer ge
...show allheimnisvollen holländischen Verwandten gemacht. Durch einen Zufall ist sie auf die Akte ihrer Tante gestossen und kann deren Leidensweg nachzeichnen. An Schizophrenie erkrankt, wurde Marleen 1947 lobotomiert. Danach verbrachte sie den Rest ihres Lebens in psychiatrischen Anstalten. Marleens Schicksal ist repräsentativ für die Medizingeschichte der 1940er und 1950er-Jahre, als Chirurgen auf die Idee verfielen, den Wahnsinn mit dem Skalpell zu bekämpfen, nicht zuletzt auch in der Schweiz. Mit zweifelhaftem Ergebnis: Der Schnitt ins Gehirn stellte viele psychisch Kranke ruhig, ohne sie zu heilen. Zehntausende wurden Opfer des Experiments, vor allem Frauen. Marleen war eine von ihnen.
Welchen spezifischen Blick hatte die Forschung auf Kinder und Jugendliche nach 1945? Welche wissenschaftlichen Vorstellungen von Norm und Abweichung, von 'verhaltensauffälligen' Kindern gab es? Wie forschte man
...show allan Kindern in Heimen und stationären Einrichtungen? Welche wissenschaftlichen Versuche an und mit Kindern und Jugendlichen gab es nach 1945? Wie steht es um die ethischen Aspekte dieser Versuche? Die Beiträge dieses Bandes nehmen diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven - von der Medizin über die Pädagogik und Pharmazie bis zur Bildungsforschung - in historischer Perspektive in den Blick. Dabei geht es zum einen um die historische Epistemologie von Kindern und Kindheiten, zum anderen um die Frage, ob und wie Kinder als Teil einer 'vulnerablen Gruppe' gesehen wurden. Der Fokus liegt auf der Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. Vor dem Hintergrund vernetzter Wissenschaftskulturen werden aber auch internationale Perspektiven berücksichtigt, vor allem angloamerikanische und russische Einflüsse auf die deutsch-deutsche Wissenschaftskultur. Gleichzeitig werden Methoden und Zugänge zeithistorischer Forschung behandelt, etwa die Rolle von Zeitzeugenschaft, Partizipation und Aktenzugängen. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
1924 starb Wladimir Iljitsch Lenin, der Gründer der Sowjetunion, in Gorki bei Moskau. Unter den Ärzten, die von der Regierung an sein Krankenbett gerufen worden waren, befand sich auch der Hamburger Neurologe M
...show allax Nonne – ausgerechnet.Nonnes Aufzeichnungen über seinen Patienten Lenin sind Ausgangspunkt einer vielschichtigen wissenschafts- und kulturhistorischen Sektion:Wer war Lenins Arzt Max Nonne? Was machte seine Hypnose- und Stromtherapie mit den Traumatisierten des Ersten Weltkriegs und welche Rolle spielte er bei den Morden an psychisch Kranken und Behinderten in der NS-Zeit?Auch auf das Nachleben des toten Lenin erstreckt sich die Untersuchung:Welches Menschenbild steckt hinter der Forschung an Lenins Hirn? Wie entstand sein Totenkult? Und warum interessierte sich der Hamburger Kunsthistoriker Aby M. Warburg so sehr für eine sowjetische Trauerbriefmarke?Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Medizinhistorischen Museum Hamburg.
Das Lehrbuch "Public Health" bringt historische und aktuelle Definitionen, Konzepte, Strategien und Akteure von Gesundheit zusammen. Es wird erklärt, wie soziale, politische, ökonomische und Umweltfaktoren die
...show allGesundheit von verschiedenen Gruppen z.B. von Männern und Frauen, jungen und alten oder besonders armen Menschen beeinflussen. Dabei wird deutlich, warum Gesundheitschancen ungleich verteilt sind und benachteiligte Gruppen früher und öfter im Leben erkranken. Das Buch führt in die wichtigsten Gesundheitsprobleme ein, erklärt Konzepte von Gesundheitsförderung und Prävention und zeigt beispielhafte Strategien für bestimmte Handlungsfelder wie bspw. sexuelle und reproduktive Gesundheit oder Stadtgesundheit anwendungsorientiert auf.
Das deutsche Gesundheitssystem ist vielschichtig und oft schwer durchschaubar. Dieser Band hilft dabei, sich darin sicherer zurechtzufinden - mit zahlreichen Praxisbeispielen, verständlichen Erklärungen und nüt
...show allzlichen Einordnungen. Simone Christina Jerke gibt einen aktuellen Überblick über Grundlagen und Strukturen des Systems, von der haus- und fachärztlichen Versorgung über die präklinische Notfallversorgung bis hin zur psychiatrischen, psychotherapeutischen und klinischen Versorgung sowie dem Apothekensystem. Abschließend zeigt sie, warum Gesundheitskompetenz heute eine Schlüsselrolle spielt - und wie jede:r sie individuell stärken kann. Ideal für Studierende der Medizin, Gesundheits- und Pflegewissenschaften sowie Interessierte. Frag doch einfach! Die utb-Reihe geht zahlreichen spannenden Themen im Frage-Antwort-Stil auf den Grund. Ein Must-have für alle, die mehr wissen und verstehen wollen.
In der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Deutschland elf Lebensborn-Heime, wo ledige Mütter "arische" Kinder bekommen sollten, und Kinderfachabteilungen, in denen etwa 5.000 Kinder ermordet wurden. Der Ras
...show allsismus des Lebensborn-Ideals und die Grausamkeit der Kinderfachabteilungen sind schwer zu begreifen."Was war los in Hohehorst"? macht die Zeit des Nationalsozialismus anschaulich: Was waren Lebensborn-Heime? Und was geschah mit behinderten Menschen?In Leichter Sprache erzählt das Buch die fiktive Geschichte zweier Frauen: Anni wird 1944 schwanger in das Heim bei Bremen aufgenommen. Und Lisa macht 1977 im leerstehenden Haus Hohehorst eine Entdeckung. Das Buch ist besonders für inklusive Gruppen in Bildungseinrichtungen für Erwachsene und Schulen konzipiert. Damit verschiedene Menschen miteinander über den Nationalsozialismus sprechen können.
'Eine Pflichtlektüre für alle, denen die Zukunft am Herzen liegt. Ein Buch, das die Welt verändern könnte.' Dr. Michael Dixon, Vorsitzender des College of Medicine Fürsorge ist die Grundlage allen Lebens. Tro
...show alltzdem ist ihre Rolle in unserer Gesellschaft prekär. Unseren Herzen gilt Gesundheit als unverzichtbares Gut, aber in der Wirtschaft wird sie im unerbittlichen Wettstreit um Produktivität und materiellen Wohlstand wie eine Bürgerin zweiter Klasse behandelt. - Wie sind wir in diese dysfunktionale Situation geraten? - Was können wir tun, um unseren Weg hinauszufinden? - Und was würde es bedeuten, Gesundheit ganz oben auf die gesellschaftliche Agenda zu setzen? Der renommierte Ökonom Tim Jackson geht diesen Fragen in diesem sehr persönlichen Buch auf den Grund. Unkonventionell, scharfsinnig und voller Neugier bietet er ein Manifest für eine gesündere und menschlichere Gesellschaft.
Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich nimmt vielfältige Formen an und umfasst eine Vielzahl verschiedener Tätigkeiten zahlreicher Beteiligter innerhalb einer großen Bandbreite von Einrichtungen und Diensten. Der
...show allBand beleuchtet dieses komplexe Themengebiet aus interdisziplinärer Perspektive (u.a. Soziologie, Ethnologie, Erziehungs-, Pflege- und Kulturwissenschaften sowie Medizin) und zielt darauf ab, die Sichtbarkeit eigenständiger qualitativer Forschungsdesigns sowie deren Potentiale und Erkenntnisleistungen im Bereich "Gesundheit" zu stärken und praxisnah zu veranschaulichen. Die versammelten Beiträge befassen sich mit gegenwärtigen Fragestellungen und innovativen Ansätzen der Zusammenarbeit im Kontext von professionellen Selbstverständnissen und Identitätsaspekten, Inklusion und Integration sowie (Nicht-)Zusammenarbeit in unterschiedlichen Palliative-Care-Settings. Mit Beiträgen von Laura Grünert | Sabine H. Krauss | Beatrice Odierna | Sarah Peuten | Marie-Christin Redlich | Barbara Röscheisen | Catharina Roth | Julia Senneke