Dieses Buch gilt mittlerweile – auch in allen Pflegeschulen – als Standardwerk. Bis heute ist es das einzige, das so kompakt und umfassend über die Krankenpflege während des Nationalsozialismus informiert. In z
...show allusammenfassenden Darstellungen und ZeitzeugInnenberichten vermittelt das Werk Einblicke in die Krankenpflegeausbildung im „Dritten Reich“ und die Pflege im Zweiten Weltkrieg. Ausführlich thematisiert das Buch die Gefolgschaft und den Widerstand des Pflegepersonals bei den PatientInnenmorden in der Psychiatrie.Die Neuauflage wurde um aktuelle Forschungsergebnisse aus den Pflege- und Geschichtswissenschaften erweitert: Darunter Beiträge zu institutionalisierter Altenpflege und jüdischer Krankenpflege im Nationalsozialismus sowie Analysen der Arbeit von Krankenschwestern im Konzentrationslager. Außerdem wird die Rolle der Hebamme vor und nach 1945 dokumentiert.
Mit diesem Band liegen die "Principles of Biomedical Ethics" erstmals in deutscher Übersetzung vor. Es ist nicht nur ein interdisziplinär gut lesbares medizinethisches Lehrbuch für die Gesundheitsberufe, sonder
...show alln auch ein bedeutender Beitrag der angewandten philosophischen Ethik. Der Ansatz, den Tom L. Beauchamp und James F. Childress entwickelt haben, wird schon seit der ersten Auflage weltweit rezipiert und geht inzwischen in der Anwendung der dort ausgelegten Prinzipien deutlich über medizinethische Fragestellungen hinaus. Das prinzipientheoretische Modell reagiert systematisch auf die Umbrüche in der medizinischen Wissenschaft, die im frühen 20. Jahrhundert überdeutlich werden. Denn der Medizinethik fehlt in dieser Zeit eine systematische philosophische Reflexion, insbesondere ein übergreifender Ansatz, der sich aus der Sicht verschiedener Theorien in der Ethik als gleichermaßen akzeptabel, anschlussfähig und praktikabel erweist. Die medizinethische Praxis ist traditionell durch ihre Orientierung an einem ärztlichen Ethos und daher eher tugendethisch geprägt gewesen. Nun fügen sich in den vorgebrachten Argumenten zur moralischen Bewertung einzelner Fälle oder Situationen der modernen Medizin verstärkt ad hoc oder intuitiv auch deontologische oder utilitaristische Muster ein. Jedoch sind in der Diskursreflexion dieser Umbruchszeit der Medizin und Medizinethik noch keine überzeugenden Versuche erkennbar, die verschiedenen Ethiktheorien und -traditionen miteinander zu verbinden oder Widersprüche in der Begründungsstruktur für die Praxis aufzulösen. Vor diesem Hintergrund füllt der Band diese Lücke. Beginnend mit der ersten Auflage von 1979 entwickeln die Autoren ihr Modell bis zur Auflage von 2019 beständig weiter.
Das Fernstudium hat sich als essenzieller Bestandteil der modernen Bildungslandschaft etabliert und bietet insbesondere Berufstätigen die Möglichkeit, akademische Qualifikationen flexibel und praxisnah zu erwer
...show allben. In diesem Fachbuch präsentieren acht Absolventinnen der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft ihre fundierten Untersuchungen und praxisorientierten Lösungsansätze zu den vielfältigen Herausforderungen und Chancen, die das Fernstudium ermöglicht. Die Publikation beleuchtet aus verschiedenen Blickwinkeln die besonderen Bedingungen und Bedürfnisse von Fernstudierenden. Die interprofessionellen Beiträge der Autorinnen kommen aus den Studiengängen der Gesundheitsökonomie, Psychologie, Prävention sowie Sozialen Arbeit und bieten wertvolle Erkenntnisse und praxisnahe Empfehlungen. Sie setzen sich u. a. mit der Bedeutung von Resilienz und Work-Life-Balance wie auch den psychischen Belastungen im Fernstudium auseinander und diskutieren des Weiteren soziale Konflikte in virtuellen Gruppenprojekten, die Rolle von Employer Branding in Zeiten des Fachkräftemangels und die Motive für den Konsum kognitiv stimulierender Substanzen bei Fernstudierenden. Insgesamt vereint dieses Fachbuch theoretisches Wissen und praktische Erfahrungen aus dem Fernstudium. Es eignet sich gleichermaßen für Studierende, Studieninteressierte und Fachkräfte im Bildungswesen sowie für alle, die sich mit dem Thema Fernstudium beschäftigen und es aktiv mitgestalten möchten.
Die Soziale Arbeit sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Wirksamkeit und Wirkung empirisch nachzuweisen. Die Wirkungs- und Evaluationsforschung spielt dabei eine entscheidende Rolle bei der Gene
...show allrierung von Wissen und der Optimierung der Praxis. Die Umsetzung der Wirkungs- und Evaluationsforschung in der Sozialen Arbeit erweist sich als forschungsmethodisch höchst anspruchsvoll, praktisch problematisch und ethisch sensibel. Die Bestimmung von Wirkungen ist ein multidimensionales Problem, da eine eindeutige Zuordnung von Wirkungen zu bestimmten Interventionen schwierig ist. Zudem sind manche Wirkungen erst langfristig erkennbar und es muss zwischen beabsichtigten und unbeabsichtigten Wirkungen unterschieden werden. Das Methodenbuch stellt jene Probleme umfassend dar und skizziert zudem die Bestrebungen der Sozialen Arbeit, angemessene Konzepte zur Wirkung sowie Evaluationsstrategien zu entwickeln, um eine wirkungsorientierte Praxis zu etablieren. Begleitet von Übungsaufgaben und praxisorientierten Beispielen sollen interessierte Leser und Leserinnen dabei unterstützt werden, die Wirkungen Sozialer Arbeit zu deuten, zu erforschen und schließlich selbst zu gestalten.
Die Pflege und der Umgang mit erkrankten Mitmenschen haben sich im Laufe der Jahrhunderte stark gewandelt. Jens Hartz beleuchtet umfassend die Geschichte der Krankenpflege in der griechisch-römischen Antike bis
...show allzur frühchristlichen Zeit aus althistorischer Perspektive. Er zeigt die Entwicklung der Pflegepraktiken von der Unterstützung durch Familienangehörige, Sklaven sowie medizinisches Personal bis hin zu institutionellen Formen der Krankenpflege und der Veränderung durch christliche Wohltätigkeit auf. Hartz widerspricht der etablierten Meinung aus der Medizin- und Religionsgeschichte, dass die europäische Pflegegeschichte erst mit dem antiken Christentum begann. Er untersucht die medizinischen Texte von Hippokrates bis Galen sowie antike Berichte über Seuchen, Gerichtsreden, Historien, Briefe, philosophische und religiöse Texte und Inschriften. Diese liefern ihm wertvolle Informationen zu Patienten und pflegenden Personen. Eine kritische Reflexion über die Umsetzung von Krankenpflege und Wohltätigkeit durch das antike Christentum rundet schließlich die Neuinterpretation der Krankenpflege in den Lebenswelten der paganen Antike ab.
Bietet einen praktischen Ansatz für die Neugestaltung des Gesundheitssystems Verbindet die konkurrierenden Bedrohungen der Perspektiven/Bedürfnisse von Patienten, Leistungserbringern und politischen Entscheidu
...show allngsträgern erörtert, wie ein nahtlos integriertes, auf den Menschen ausgerichtetes und gerechtes Gesundheitssystem nicht länger ein "Wunschtraum" ist
24 Kolumnen mit Perspektiven für die Gesundheitswirtschaft - kurz, prägnant und unterhaltsam bringt Heinz Lohmann die Herausforderungen unserer Gesundheitswirtschaft auf den Punkt! Die 24 Kolumnen dieses Buche
...show alls, die durch eine abschließende Glosse ergänzt werden, sind bei aller Unterschiedlichkeit der Themen vom Schlüsselbegriff erfolgreichen unternehmerischen Managements geprägt. Visionäres Denken als Grundlage für die Gestaltung von Programmen und Projekten ist nach wie vor dringend notwendig, vielleicht sogar heute mehr als in vergangenen Jahren. Heinz Lohmann steht seit Jahrzehnten für diesen Impuls, wie ein Blick in die lange Liste seiner Publikationen deutlich zeigt. Die Inhalte in diesem Band spiegeln die wichtigen Debatten der Gesundheitswirtschaft aus den letzten fünf Jahren wider. Der Autor war bei der Zusammenstellung der Kolumnen über deren Aktualität erstaunt, "vielleicht sogar immer mal wieder auch erschrocken". Prof. Heinz Lohmann ist seit 45 Jahren in der Gesundheitswirtschaft - heute als Gesundheitsunternehmer - tätig: u. a als Business Angel mit der GWBG mbH und Gründer von LOHMANN konzept. Er ist Präsident des Gesundheitswirtschaftskongresses und Autor zahlreicher Publikationen. Gemeinsam mit seiner Frau ist Heinz Lohmann seit über 50 Jahren Förderer und Sammler Experimenteller Gegenwartskunst. "Mit unterhaltsamer Feder seziert Heinz Lohmann die Herausforderungen der Gesundheitswirtschaft und verbindet seine Analyse mit konkreten Empfehlungen. Dabei bleiben grundlegende Überzeugungen stets erkennbar. Dazu gehören 'das Geld muss dem Patienten folgen', ebenso wie seine Orientierung an 'Empirie statt Ideologie'. Besonders lesenswert der Beitrag: 'Die Politik spielt "Schwarzer Peter" und (fast) alle spielen mit". Prof. Dr. Jörg F. Debatin über die 24 Kolumnen, selbst ein Vordenker und einer der frühesten Digitalisierer im deutschen Gesundheitswesen - Auszug aus dem Vorwort
Die Erlanger Heil- und Pflegeanstalt war in der NS-Zeit Ort von "Euthanasie"-Verbrechen. Von hier aus wurden über 900 behinderte und psychisch kranke Menschen in Tötungsanstalten gebracht, viele Hundert weitere
...show allwurden in den späteren Kriegsjahren Opfer der sogenannten "Hungerkost" und der strukturellen Vernachlässigung. Für die Erlanger Anstalt waren drei Gegebenheiten spezifisch: ihre Funktion als Zwischenanstalt, ihre Lage inmitten der Stadt und die enge strukturelle Verbindung zur Erlanger Universitätspsychiatrie - die Geschehnisse waren sichtbar für die Stadtgesellschaft und die Beschäftigten und Angehörigen der Universität Erlangen. Der vorliegende Band präsentiert die ersten Ergebnisse eines mehrjährigen gemeinsamen Forschungsprojekts des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der FAU Erlangen-Nürnberg und des Stadtarchivs Erlangen. Auf der Basis systematischer Erhebung größtenteils bislang nicht ausgewerteter Archivquellen werden die Ereignisse hinter den Anstaltsmauern in ihrem medizinischen, kommunalen und öffentlichen Kontext dargestellt und analysiert. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Opfern, die über das jeweilige Einzelschicksal hinaus auch gruppenbiographische Merkmale aufweisen.
Lange Zeit waren Frauen gar nicht zum Studium zugelassen. Als sie dann schließlich doch Medizin studieren durften, war es häufig ein steiniger Weg - bis zu ihrem Einstieg ins Berufsleben. Die ersten Ärztinnen k
...show allönnen deshalb mit Fug und Recht als Pionierinnen bezeichnet werden. Dass Frauen heutzutage ganz selbstverständlich Führungspositionen einnehmen, ist eine ganz logische Entwicklung, auch wenn der Veränderungsprozess sich nur sehr langsam, aber stetig vollzieht. In diesem Buch werden auf Basis von Interviews Biographien von Ärztinnen - ab dem 20. Jahrhundert bis heute - vorgestellt und deren beruflicher und privater Lebensweg nachgezeichnet.
Ist Gesundheit eine Frage des Geschlechts? Christina Pingel ist neun Jahre alt, als ihre Mutter durch ein nicht vollständig behandeltes Herzleiden klinisch tot aufgefunden wird. Nach erfolgreicher Reanimation
...show allkommt sie schwerbehindert ins Pflegeheim, einige Jahre später verstirbt sie. Als Christina bei sich ähnliche Symptomefeststellt, beginnt eine Odyssee, denn auch im 21. Jahrhundert wird die Gendermedizin unzureichend gelehrt, Medikamentewerden meist nur an Männern getestet, und Frauenwerden vorschnell als psychisch krank oder hysterischabgetan. Mit ihrem Buch rüttelt Christina Pingel auf und macht klar: Medizin muss für alle da sein.
Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik sind in aller Munde. Dabei erscheinen manche der diskutierten Anwendungsfälle noch als reine Theorie. Anders ist dies in der Medizin. Das Werk befasst sich mit den dränge
...show allndsten juristischen Fragen, blickt dabei aber auch über den Tellerrand, indem medizinisch-technische sowie ethisch-philosophische Aspekte nicht ausgeklammert bleiben. Mit Beiträgen von Dr. Svenja Behrendt | Dr. Jonas Botta | Prof. Dr. Jan Eichelberger, LL.M.oec. | Prof. Dr. Susanne Hahn | Prof. Dr. Tobias Herbst | Prof. Dr. Alexandra Jorzig | Dr. Luis Kemter | Prof. Dr. Rainer Mühlhoff | Prof. Dr. med. Petra Ritter | Jun.-Prof. Dr. Hannah Ruschemeier | Dr. Michael Schirner | Prof. Dr. Björn Steinrötter
Aus Sicht von Patientinnen und Patienten erscheint das Gesundheitswesen oft undurchsichtig. Wer ist eigentlich wofür zuständig? Soll ich mich wirklich operieren lassen? Was kann ich überhaupt selbst entscheiden
...show allund woran soll ich mich dabei orientieren? Die Komplexität des Systems und die strukturelle Informations-Asymmetrie überfordern und verunsichern viele Menschen und führen nicht selten zu einem Gefühl der Ohnmacht. Zwar ist der Zugang zu medizinischem Wissen über digitale Medien heute leicht, die Menge der Informationen aber riesig und unübersichtlich. In dieser Informationsflut können viele nicht mehr zwischen relevant und unwichtig, zwischen wissenschaftlich fundiert und irreführend unterscheiden. Auch die Leistungserbringer leiden unter der Intransparenz des Gesundheitswesens. Fehlende Informationen und der nicht funktionierende Datenaustausch kosten nicht nur viel Zeit, sie erschweren auch Diagnostik und Therapieentscheidungen und gefährden im schlimmsten Fall die Gesundheit und das Leben der Patientinnen und Patienten. Mehr Transparenz und der Zugang zu vollständigen, strukturierten Patientendaten für die Behandelnden könnten zahlreiche Menschenleben retten, die Behandlungsqualität steigern und zugleich die Effizienz der Versorgung verbessern. Für Patientinnen und Patienten sind der Zugang zu wissenschaftlich fundierter und verständlicher Information sowie die Transparenz über Abläufe und Zuständigkeiten eine wesentliche Voraussetzung für mündige Entscheidungen. Dieses Buch beleuchtet das Ziel größerer Transparenz von verschiedenen Seiten: Beiträge aus Medizin und Gesundheitswissenschaften, aus Ökonomie, Philosophie und Politikwissenschaft beschreiben das weite Feld der Transparenz in Gesundheit und Gesellschaft. Wesentliche Defizite im Gesundheitssystem werden aufgedeckt und die daraus resultierenden Herausforderungen für Behandelte, Behandelnde, Kostenträger und Gesundheitspolitik dargestellt. Darauf aufbauend werden wichtige Handlungsfelder und versc
Unser Gesundheitssystem braucht ein Update! Das deutsche Gesundheitssystem steht kurz vor dem Kollaps. An allen Ecken und Enden bröckelt es, Krankenhäuser und Personal sind überlastet, die Digitalisierung
...show allist beim Faxen stehengeblieben. Wenn es so weiter geht, wird gesund werden und bleiben zum Glücksspiel. Dr. med. Sven Jungmann ist mehrfach ausgezeichneter Arzt und Start-Up-Gründer. Er hat in deutschen Krankenhäusern und für die Fallschirmjäger gearbeitet. Durch seinen einzigartigen Blick auf die Medizin durch die Brille eines Tech-Gründers erkennt er Chancen ebenso wie Risiken und vor allem: Auswege. Informativ wie kurzweilig zeigt er auf, wo akuter Handlungsbedarf besteht, um den Patienten Gesundheitssystem zu retten und was wir selbst tun können, um unsere Gesundheit an erste Stelle zu stellen.
Wie wird die Medizin der Zukunft aussehen? Das Ideal einer Gesundheitsversorgung, die jedermann entsprechend seiner medizinischen Bedürftigkeit und nicht seiner finanziellen Möglichkeiten behandelt, droht durch
...show allsteigende Gesundheitskosten und das Wegbrechen der Finanzierungsbasis zu kollabieren. Hochpräzise Eingriffe in die Biologie des Menschen lassen die bisher unverrückbar erscheinenden Grenzen der menschlichen Natur brüchig werden. Die Analyse riesiger Datenmengen (Big Data) revolutioniert die Erforschung und Behandlung von Krankheiten, wirft aber schwerwiegende rechtliche Fragen auf. Maschinelles Lernen, Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) haben das Potenzial, die ärztliche Profession ganz oder teilweise zum Verschwinden zu bringen. Wenn wir den atemberaubenden Erfolg der modernen wissenschaftlichen Medizin in den letzten 150 Jahren in die Zukunft fortschreiben wollen, dann sollten wir diese und andere Entwicklungen jetzt diskutieren und weitreichende Entscheidungen treffen.
Gesundheit ist politisch! Die gesellschaftliche Diskriminierung und Ungleichbehandlung von Frauen, People of Color, Menschen mit Behinderungen, queeren Personen und armen Menschen setzt sich in unserem Ges
...show allundheitssystem fort. Es kommt zu Fehldiagnosen oder Vernachlässigung, was sogar tödlich enden kann, ganz zu schweigen vom zwischenmenschlichen Umgang und Übergriffigkeiten. Ärzt*in und Feminist*in Sabina Schwachenwalde setzt sich gegen Sexismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit, Klassismus und Ableismus ein und nimmt die Medizin kritisch in den Blick: Warum gelten manche Körper als weniger schützenswert gegenüber anderen? Warum wird manchen Patient*innen mehr, manchen weniger geglaubt? Wer entscheidet, was »normal« und was »krank« ist? Woher stammt das Bild der (weißen) Halbgötter in Weiß? Und ganz konkret: Warum lernt man im Medizinstudium, wie Hautkrankheiten auf heller, nicht aber auf dunkler Haut aussehen, warum sind die meisten ärztlichen Praxen nicht im Rollstuhl erreichbar, warum wissen Ärzt*innen so wenig über queere Gesundheit, und welche Folgen hat Diskriminierung auf unseren Körper und Psyche? Sabina Schwachenwalde liefert in ihrem Debüt die Erklärung, wie strukturelle Benachteiligungen in unserem Gesundheitssystem verankert sind, und verortet diese kritisch als Teil unserer patriarchalen Gesellschaft und pathologisierenden Geschichte. Eine feministische Auseinandersetzung mit unserem Gesundheitssystem, um die allgegenwärtige Ungleichbehandlung endlich auszuräumen - und ein Plädoyer für eine gerechtere Gesundheit.
DAS STANDARDWERK IN NEUER AUFLAGE Dieser Band bietet einen kompakten Überblick über die Geschichte der Medizin von der Antike bis zur Gegenwart. Stets wird das kulturelle Umfeld mit in den Blick genommen,
...show allin dem die Heilkunst ihre je unterschiedliche Ausprägung erfuhr. Bedeutende Ärzte, Verfahren in Therapie und Prophylaxe gelangen ebenso zur Darstellung wie beispielsweise die Medizin im Nationalsozialismus und Grundfragen der Medizin zwischen Wissenschaft und Glauben.
Über die bemerkenswerte Widerstandskraft einer frühneuzeitlichen Gesellschaft angesichts verheerender Epidemien. Mitteleuropa erlebte von den 1560er bis zu den 1660er Jahren und besonders während des Dreißigjä
...show allhrigen Kriegs eine Reihe von schweren Epidemien. Angesichts von Pest, Fleckfieber, Ruhr und Typhus zeigte die frühneuzeitliche Gesellschaft eine bemerkenswerte Widerstandskraft. Am Beispiel des Fürstentums Lüneburg lassen sich Ursachen dafür herausarbeiten. Da im 16. und 17. Jahrhundert der Großteil der Bevölkerung in Dörfern lebte, wird für ein ländliches Kirchspiel untersucht, wer wann den Seuchenzügen zum Opfer fiel und welche gesellschaftlichen Folgen dies hatte. Dabei zeigt sich einerseits, wie die ländliche Bevölkerung auch große demografische Herausforderungen meisterte, und andererseits, unter welchen Umständen sie in Schwierigkeiten geriet. Die gesellschaftlichen Strukturen konnten sich gegenüber Epidemien als stabil erweisen, aber vielleicht ebenso wichtig war die geistige Widerstandskraft der Menschen. Theologen und Ärzte verbreiteten mittels zahlreicher deutschsprachiger Seuchenschriften bestimmte Deutungsmuster. Diese stabilisierten die frühneuzeitliche Gesellschaft bei Sterblichkeitskrisen durch Sinngebung, Trost und Verhaltensempfehlungen.
Überwachen und disziplinieren - die Entwicklung gesundheitsfürsorgerischer Praktiken im 20. Jahrhundert anhand des Beispiels Frankfurt a. M. Ausgehend von der eugenisch geprägten Idee einer national, erbbiolog
...show allisch und ideologisch definierten »Volksgemeinschaft« wurden im nationalsozialistischen Deutschland Gesundheitsfürsorge und Sozialhygiene zu zentralen Handlungsfeldern der Politik. Jens Kolata untersucht die Praxis der öffentlichen Gesundheitsfürsorge am Beispiel von Frankfurt a. M. von 1920 bis 1960. Das städtische Gesundheitsamt bildete das Zentrum eines Netzes von Institutionen und Personen, die hauptsächlich sozial benachteiligte und am Rande der Gesellschaft stehende Menschen betreuten, überwachten, reglementierten und disziplinierten. Dabei standen die Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten und die psychiatrische Fürsorge in engem Zusammenhang mit der Praxis der Sterilisation, der erbbiologischen Erfassung der Bevölkerung und der Unterbringung bestimmter Personengruppen in Arbeitshäusern - letzteres noch über die NS-Zeit hinaus. Auch die Perspektiven und Handlungsweisen der Betroffenen werden in dieser Studie beleuchtet. Der Band reicht über die Zäsuren von 1933 und 1945 hinaus und nimmt sowohl Radikalisierungsprozesse in der Weimarer Republik als auch Kontinuitäten in der frühen Bundesrepublik in den Blick.
Spannender Einblick in die historische medizinische Versorgung Im Zentrum dieses Buches steht die "Armenmedizin" des 19. Jahrhunderts, die als "Lebensweltmedizin" im Alltag der Arbeiter und Bauern stattfand
...show allund die medizinische Praxis nachhaltig prägte. Nach und nach entstanden entsprechende Einrichtungen und Arzttypen: vom Armenarzt über den Bauerndoktor bis hin zu institutionellen Einrichtungen wie Gebär- und Findelhäuser oder Polikliniken. Die Autorin analysiert Erkrankungen, die typischerweise in den unteren Schichten verbreitet waren, und zeigt die vielen grausamen Gesichter der Armut. Armenmedizin des 19. Jahrhunderts konnte angesichts der sozioökonomischen Gegebenheiten zwar keine Wunder bewirken, bleibt aber aufgrund ihrer sozialmedizinischen Intention und der Leistung ihrer Protagonisten der oft übersehene größte Meilenstein der Medizin des 19. Jahrhunderts. ARGUMENTE Fundierter wie spannender Einblick in die Alltagswelten der Armen in der Stadt und auf dem Land im österreichischen 19. Jahrhundert, der auf zahlreichen, bis dato nicht ausgewerteten Quellen basiert. In der Tradition der anglophilen geisteswissenschaftlichen Wissensvermittlung auf hohem Niveau und doch leicht lesbar verfasst.
Narrative über den Einfluss der Hormone auf unsere Psyche durchziehen unsere Alltagssprache sowie die Eigenwahrnehmung der meisten Menschen. Sie sind Teil der akademischen und populärwissenschaftlichen Diskurse
...show all. Wann und unter welchen Bedingungen entwickelten sich erste psychoendokrine Erklärungsansätze? Xenia Steinbach zeigt wissens- und wissenschaftshistorisch, dass Vorstellungen einer Interdependenz zwischen Hormonen und der menschlichen Psyche die Endokrinologie seit ihren frühesten Stunden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschäftigten - und dabei stets auch Gegenstand von nicht-akademischen Diskursen bis hin zu utopischen Machbarkeitsvisionen waren.