Der Patient von heute sucht selbständig nach Information über seine Krankheit und Kontakt zu anderen mit dem gleichen Leiden. Dieses Phänomen ist jedoch nicht neu: Der erste europäische Patientenverein, der Heu
...show allfieberbund von Helgoland, wurde schon 1897 gegründet. Später kamen weitere Organisationen dazu, unter anderem 1951 der Deutsche Diabetiker Bund und 1956 die Deutsche Hämophiliegesellschaft. Seit mehr als einem Jahrhundert also schließen sich Menschen mit bestimmten Krankheiten zusammen, um Aufklärung und Selbsthilfe zu betreiben und ihre politischen Interessen zu vertreten. Damals wie heute begegnen sie dabei der Herausforderung, sich im Gesundheitswesen eine Stimme zu verleihen. Um die heutige medizinische Landschaft zu verstehen, muss uns der historische Hintergrund von Patientenvereinen bewusst sein. Ylva Söderfeldt untersucht die Vorgeschichte der Patientenbeteiligung in der Medizin, die ein neues Licht auf Patienten als medizinische Akteure wirft. Die Annahme, dass Selbsthilfe und Patientengruppen generell subversive Akteure im medizinischen Bereich sind, stellt sie in Frage.
Die Frage der »guten Behandlung im Alter« gehört zu den Schlüsselthemen unserer Gesellschaft. Wie können wir gute Pflege für ältere Menschen, eine adäquate medizinische Versorgung im Alter und ganz allgemein Ge
...show allnerationengerechtigkeit erreichen? Wie kann Inklusion auch für Menschen mit Demenz oder stigmatisierenden psychischen Erkrankungen erreicht werden? Dieser Band versammelt Expert*innen aus Philosophie, Soziologie, Medizin, Ethik, Psychogerontologie und Pflegewissenschaft sowie weiteren Feldern, die Möglichkeiten gelingender Therapie für Ältere - und damit auch Grundfragen von Menschenrechten und Ethik auf allen gesellschaftlichen Ebenen - diskutieren.
Preis der Leipziger Buchmesse 2020Die Diagnose »Krebs« war früher ein Todesurteil. Heute ist dies nicht mehr der Fall. Es dauerte lange, bis Ärzte, Krankenschwestern, Krebspatienten und ihre Angehörigen sich au
...show allf ihre Gefühle einließen, die Krebskrankheiten auslösen: Zuversicht, Lebensangst, Lebensfreude, Verzweiflung, Mut, Trauer, Leid, Apathie. Bettina Hitzer schildert, wie es zu dieser Gefühlsrevolution in Medizin und Gesellschaft kam. Konfrontiert mit Krebs nehmen wir heute unseren menschlichen Körper anders wahr. Krankheit, Behinderung, Leiden und Tod empfinden wir heute ganz anders, denn wir sind fähig, unsere Gefühle auszudrücken. Heute wird in Krankenhäusern, in Reha-Zentren und bei öffentlichen Kampagnen zur Früherkennung wie auch im Vier-Augen-Gespräch empathischer mitempfunden und dies den Patienten mitgeteilt. Bettina Hitzer schildert historische Zusammenhänge zwischen Krankheit und Gefühl, die bisher kaum beachtet werden.Einfühlsam, beispielhaft und ermutigend schildert sie diese bis heute unbemerkte Kulturgeschichte der Gefühle am Beispiel von Krebs, dem »König aller Krankheiten«. Diese Revolution der Gefühle hat die Medizin grundlegend verändert und die deutsche Gesellschaft erstaunlich gewandelt. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Humanen Medizin, die von Technik, Maschinen und Programmen unterstützt wird, ohne unser Gesundheitssystem zu beherrschen. Gefühle helfen zu überleben und im eigenen Leben anzukommen. Gerade Krebserkrankungen zeigen, dass wir dem Leben nicht mehr Tage, aber unseren Tagen mehr Leben geben können - vor allem durch das, was wir empfinden.
Gerade als sich 1918 der Erste Weltkrieg seinem Ende zu neigt, gewinnt eine todbringende Seuche an Fahrt - die sagenhafte Pandemie der Spanischen Grippe. Von Tag zu Tag wächst das Heer der Toten, Epidemiologen
...show allwerden später von weltweit 20 bis 50 Millionen Grippeopfern sprechen. Der bilderreiche Band des Medizinhistorikers Harald Salfellner veranschaulicht die Seuche in ihren globalen Zusammenhängen und Auswirkungen. In 35 Kapiteln schildert der Autor die unklaren Ursprünge, den Verlauf der einzelnen Wellen und das Krankheitsbild der gefürchteten Lungenentzündungen, denen die Ärzte damals weitgehend hilflos gegenüberstehen, das qualvolle Sterben junger Zivilisten und Soldaten, das Verröcheln der Mütter mit dem Säugling im Arm. Unter den Toten sind auch tausende Ärzte und Krankenschwestern, die dem Virus in Ausübung ihres Berufes erliegen. Mit seinen mehr als 280 Abbildungen ist der Band eine faszinierende Zeitreise zu den Schauplätzen dieser größten Gesundheitskatastrophe der Menschheitsgeschichte. Die vorliegende zweite Ausgabe des Werkes wurde mit zahlreichen Bezügen zur COVID-19-Pandemie aktualisiert und erweitert.
Dieses Lesebuch gewährt Einblick in Leben und Wirken von Heinrich Hoffmann, des leidenschaftlichen Erneuerers der Psychiatrie, bissigen Satirikers und fröhlichen Witzbolds, der - eher zufällig und nebenbei - Au
...show alltor eines weltberühmten Kinderbuchs wurde. Autobiografische Texte, Auszüge wissenschaftlicher Veröffentlichungen, Proben von Hoffmanns Talent als Humorist und Tischredner sowie eine kleine Auswahl von Grafiken und Fotografien machen kurz und kundig kommentiert den Leser nicht nur klüger. Sie gewinnen ihn auch für diesen originellen und charmanten Frankfurter Großbürger.
Während die psychischen Zumutungen der Migration häufig diskutiert werden, finden die mit ihr verbundenen Chancen nur wenig Beachtung. Dasselbe gilt für die besonderen persönlichen Ressourcen, die aus einer Mig
...show allrationserfahrung erwachsen können. Die in diesem Band versammelten Beiträge bemühen sich um ein ausgewogenes Bild. Dabei thematisieren sie vor allem die Bedingungen und psychosomatischen Auswirkungen von Migration.
Gesundheitsförderungs- und Präventionsangebote erreichen meistens vor allem die Zielgruppen, die zum Beispiel aufgrund ihres höheren Bildungsstandes ohnehin schon ein größeres Interesse an Gesundheitsthemen mit
...show allbringen. Andere Gruppen mit wesentlich schlechteren Ausgangslagen aufgrund ihres Lebensalters, ihrer sozialen Lage oder auch ihres Geschlechtes werden dagegen kaum erreicht.Diversity Management ist eine Strategie, die sich vor allem im angelsächsischen Bereich in größeren Unternehmen gut etabliert hat. Der zugrunde liegende Gedanke ist, dass ein Umfeld von kultureller und sozialer Verschiedenartigkeit, in dem Unterschiede zwischen Personen wertgeschätzt werden, eine Reihe von ökonomischen Vorteilen mit sich bringt.Übertragen auf den Bereich der Gesundheitsförderung bedeutet dies eine genauere Definition von Zielgruppen und eine stärkere Berücksichtigung ihrer Verschiedenartigkeit (Diversität). Vor allem müssen Unterschiede in Hinblick auf kulturelle Herkunft, Alter, Geschlecht, Religion, Behinderung, sexuelle Orientierung, aber auch sozialem Status stärker berücksichtigt werden.
Die Geschichte der Medizin von den Frühen Hochkulturen bis zur Gegenwart wird in diesem Band in ihrem jeweiligen zeitlichen und kulturellen Kontext beschrieben und erklärt. Bedeutende Ärzte, Heilmittel, Therapi
...show allen und Prophylaxen gelangen ebenso zur Darstellung wie Grundfragen medizinischer Ethik und Fragen aus den Grenzbereichen von Leben und Tod.
Die 'natürlichste Sache der Welt' - das Schwangerwerdenkönnen - ist die Grundlage menschlichen Daseins. Trotz reproduktionstechnischer Machbarkeiten bestimmt hier immer noch die Natur: Ein Embryo ist ohne Gebär
...show allmutter nicht lebensfähig, wenigstens bis zur 22. Schwangerschaftswoche. Zugleich aber haben gesellschaftliche Regularien und persönliche Entscheidungen immense Wirkungsmacht: Wie eine Befruchtung zustande kommt, ob das Kind ausgetragen wird und von wem. Warum Schwangerwerden häufig noch immer Diskriminierung heißt. Wer bestimmen darf und wer Verantwortung trägt. Welche Gesetze dies alles regeln. Was eine Mutter ist und was ein Vater und welches Geschlecht sie haben - müssen? Antje Schrupp denkt Schwangerwerdenkönnen nicht als 'Frauensache', sondern als ein hochpolitisches Thema, abgekoppelt von lähmenden Verknüpfungen mit dem ein oder anderen Geschlecht(erbild). Damit eröffnet sie eine neue Sicht auf Gender, Leihmutterschaft, Vaterrechte, Abtreibung, Gesetze und vieles mehr.
Berlin-Buch ist seit fast 90 Jahren ein Zentrum der biomedizinischen Forschung in Deutschland. 1930 siedelte sich hier das Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung (KWIH) an, das mit seinem Programm interdiszi
...show allplinärer Neurobiologie international wegweisend, aber auch beispielhaft für die Selbstmobilisierung medizinischer Wissenschaft im NS-Staat war. 1947 wurde in den Gebäuden des KWIH das Institut für Medizin und Biologie (IMB) der Deutschen Akademie der Wissenschaften gegründet, das schrittweise zum Mittelpunkt der biowissenschaftlich-medizinischen Forschung in der DDR ausgebaut wurde. Die Entwicklung dieses multidisziplinären Institutskomplexes spiegelt die grundsätzlichen Merkmale und Probleme des realsozialistischen Wissenschaftssystems ebenso wider wie den Wandel von Konzepten und Praktiken auf wesentlichen Feldern der experimentellen Biologie und der klinischen Medizin. Bernd Gausemeier verfolgt anhand der Geschichte des Wissenschaftsstandortes Buch die Wechselbeziehungen von Wissenschaft und Politik in drei politischen Systemen sowie globale Entwicklungstendenzen der Lebenswissenschaften im 20. Jahrhundert.
Die Patientenversorgung sieht sich aktuell und zukünftig mit vielen Herausforderungen konfrontiert: Wie kann auf die Entwicklung einer älter werdenden Bevölkerung adäquat reagiert werden? Wie lassen sich der En
...show allgpass bei der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum und die Schwächen der Vergütungssysteme überwinden? Diese und mehr Themen diskutieren die Beiträge in diesem Fachbuch, in welchem sich die Gesundheitsexperten von morgen zu Wort melden. Studierende und Absolventen der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft präsentieren in Beiträgen die Ergebnisse Ihrer Arbeiten zu relevanten, zukunftsorientierten Themen. Neben der kritischen Auseinandersetzung mit neuen digitalen Entwicklungen der Branche - wie der Online-Videosprechstunde und der Technik der Ingestibles - stellen die Autoren auch Ansätze zur Verbesserung der bestehenden Systeme, Steuerungsinstrumente und Netzwerke vor, sei es in Bezug auf neue Vergütungssysteme oder der Unterstützung von pflegenden Angehörigen. Inspirierend und zukunftsweisend - ein Fachbuch von Studierenden für Studierende und Berufspraktiker gleichermaßen!
Kommunikation bildet die Grundlage aller Management- und Entscheidungsprozesse eines Unternehmens, trägt direkt und indirekt zur Wertschöpfung bei und regelt die Beziehungen zwischen einer Organisation und ihre
...show alln Bezugsgruppen. Da alle Kommunikationsaktivitäten den strategischen Zielen einer Organisation dienen, ist es wichtig, sich mit ihren Methoden und Zielen auseinanderzusetzen. Eine gelungene interne Kommunikation wirkt sich auf die Mitarbeitermotivation aus und kann zu einem Wissensmanagement und dem Aufbau einer Arbeitgebermarke (Employer Brand) beitragen, während durch externe Kommunikation gezielte Marktsignale gesetzt und ein positives Image aufgebaut und gepflegt werden können. Dieses Studienbuch betrachtet die Gesamtheit der Unternehmenskommunikation und legt in zahlreichen Beispielen aus der Praxis einen Schwerpunkt auf die Gesundheitswirtschaft, die durch ihre Zugehörigkeit zur Wirtschaft und gleichzeitig zum Sozialsystem besondere Erfordernisse in der Kommunikation mit sich bringt. Den Autoren gelingt eine kompakte theoretische Einführung in das Thema, verknüpft mit praktischen Beispielen und Fragestellungen. Sie geben u. a. Antworten auf folgende Fragen: Welche Medien eignen sich für bestimmte Kommunikationsziele und spezifische Zielgruppen? Wie lassen sich Kommunikationsaktivitäten bewerten und ein valides Kommunikationscontrolling aufstellen? Wie kann ein Krisenfall vorbereitet und begleitet werden und wie sorgt man für einen möglichst geringen Vertrauens- und Reputationsverlust?
Religion und Medizin stehen seit jeher in einer durchaus ambivalenten Beziehung: Der griechische Asklepioskult, germanische Quellheiligtümer, katholische Wallfahrtsorte oder protestantisch-pietistische Pastoral
...show allmedizin sind Ausdruck dieser Nähe zwischen Religion und Medizin. Die Autorinnen und Autoren greifen das auf und gehen von der Annahme aus, dass sich die Schwierigkeiten unserer Spätmoderne mit dem Thema "religiöse Heiler" - die in den Beiträgen implizit oder explizit angesprochen werden - vor ihrem geschichtlichen Hintergrund besser einordnen lassen. Angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen im Gesundheitswesen ist ein frischer Blick auf religiös inspirierte Formen der Heilung höchst aufschlussreich - nicht nur, um diese zu analysieren, sondern geradezu als Lackmustest für unser Verhältnis zu den spezifischen Denkweisen der modernen Wissenschaft und Medizin.
The healthcare systems of Western States are characterised by complex structures and diverse activities. The authors investigate the conflicts of various professions within the medical market from a historical
...show allperspective, thereby reaching a better understanding of contemporary questions and problems concerning the field of medical care. The focus lies on analysing the establishment of non-physician health professions in their social framework as well as their profession-specific developments. The contributions outline and explore the conflicts within one professional group as well as those between different professional groups. This volume not only examines the history of nursing, but also the history of other non-physician professions such as midwives, diabetes advisors and paramedics. The authors are particularly interested in investigating which player had interpretational sovereignty on the medical market, the social prestige of different health professions, and the profession-specific practices.
Eine differenzierte Betrachtung der Wechselwirkung leiblicher und seelischer Kräfte: Im Zentrum einer ganzheitlichen Medizin steht der Mensch als Einheit von Seele und Leib. Nicht allein der Körper und das an
...show allihm Mess- und Zählbare haben Gewicht sondern ebenfalls die mit ihm aufs engste verbundene Seele: Befund und Befinden sind nicht voneinander zu trennen. Mit dieser Perspektive der Psychosomatik machen sich die beiden Autoren Volker Fintelmann und Markus Treichler für eine von der Anthroposophie inspirierte Medizin stark: Seele und Leib wirken stets zusammen, in Gesundheit wie Krankheit, und prägen so die Individualität jedes einzelnen Menschen. Im vorliegenden umfangreichen Werk geben die beiden bekannten Ärzte einen Einblick in die Medizingeschichte, erläutern Grundgedanken der anthroposophischen Menschenkunde, beschreiben Krankheitsbilder und berichten aus ihrer Praxis, wie der Mensch in den Ausdrucksformen von Seele und Leib sich selbst erkennen und ihr Zusammenwirken beeinflussen kann.