Der optimierte Mensch ist in den westlichen Gesellschaften zum neuen Sozialcharakter avanciert. Schönheitsmedizinische Behandlungen wie Botoxinjektionen oder kosmetische Operationen gehören inzwischen zum mediz
...show allinischen Alltag. Um Schlagwörter wie »Anti-Aging« oder »Homo Plasticus« entzünden sich immer wieder kontroverse Diskussionen. Den bisher rein fachspezifisch - entweder ethisch-theoretisch oder rein anwendungsbezogen - geführten Diskurs um Schönheitsmedizin und schönheitschirurgisches Enhancement setzen die Autorinnen und Autoren des vorliegenden Buches transdisziplinär fort. Klinisch-praktische, medizinpsychologische und kulturhistorische Betrachtungen stehen gleichberechtigt nebeneinander und eröffnen innovative Perspektiven auf aktuelle Trends und neue Anwendungsfelder plastisch-ästhetischer Praktiken. Mit Beiträgen von Sara Blumenthal, Ada Borkenhagen, Elmar Brähler, Julia Ganterer, Sander L. Gilman, Joachim Küchenhoff, Juliane Löffler, Anna Katharina Meßmer, Annelie Ramsbrock, Claudia Rasztar, Bernd-Detlev Rusch, Lisa Schäfer-Fauth, Dagmar Scharschmidt und Beate Wimmer-Puchinger
Das Regime der DDR, das dem Individuellen feindlich gegenüber stand, hinterließ nicht nur heruntergekommene Baulandschaften, sondern auch Ruinen in den psychischen Landschaften seiner Bewohner. Häuser sind schn
...show allell saniert, psychische Beschädigungen dagegen heilen nur langsam. Anhand von sieben exemplarischen Lebens- und Fallgeschichten, in deren Biografie und Ätiologie die gesellschaftlichen Verhältnisse der DDR eine entscheidende Rolle spielten, dokumentieren die Autoren Aspekte der psychischen Erbschaft eines totalitären Staates. So lebt trotz der äußeren Angleichung an den Westen die DDR in den Menschen fort, im Guten wie im Schlechten. Die Autoren machen diese unsichtbaren Folgen der DDR sichtbar und geben den in die Privatsphäre verbannten psychischen Beschädigungen durch einen totalitären Staat eine öffentliche Ausdrucksmöglichkeit.
Das Gesundheitssystem galt in der DDR als Vorzeige-Errungenschaft des Sozialismus. Gleichzeitig betrachtete die Staatsführung bestimmte Disziplinen aber auch argwöhnisch als Orte von kritischem Denken und mögli
...show allchem Widerstand. Insbesondere Psychiatrie, Psychotherapie und Psychologie hatten eine ambivalente Position zwischen Unterdrückung und Autonomieförderung inne. Welche Rolle spielten diese Disziplinen? Und warum scheiterte das staatliche Fürsorgeversprechen insbesondere im Hinblick auf die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung? Diesen und weiteren Fragen gehen die Beiträgerinnen und Beiträger auf den Grund. Mit Beiträgen von Agnès Arp, Christof Beyer, Stefan Busse, Rainer Erices, Inge Frohburg, Adrian Gallistl, Michael Geyer, Hans J. Grabe, Susanne Guski-Leinwand, Hariet Kirschner, Ekkehardt Kumbier, Andreas Maercker, Thomas R. Müller, Manuel Rauschenbach, Maike Rotzoll, Annette Simon, Monika Storch und Bernhard Strauß
Obwohl sexuelle Themen ein wichtiger Bestandteil der sozialpädagogischen Familienberatung und der Kinder- und Jugendhilfe sind, gibt es nur wenige Veröffentlichungen zum Thema. Auch in der konkreten Praxis der
...show allSozialen Arbeit sind theoretische Konzepte für sexuelle Bildung und Beratung ungenügend verankert. Dieser Lücke wendet sich der vorliegende Band zu: Ausgehend von der Studie »Partner 4« zu Jugendsexualität liefert er nicht nur allgemeine Anregungen für die Beratungspraxis, sondern unterbreitet auch Vorschläge für Konzepte, die den diversen und komplexen Lebenslagen der Kinder und Jugendlichen Rechnung tragen. Der Fokus liegt dabei auf der Sozialisationsinstanz Familie. Sexuality and Family: Possibilities of Sexual Education within the Framework of Child and Youth Care Services Although sexual issues are an important part of social pedagogical family counseling and child and youth care services, there are few publications on the subject. Also, theoretical approaches to sexual education and counseling often lack sufficient anchorage in the concrete practice of social work. This book wants to close the gap: Based on the »Partner 4« study on youth sexuality, it not only provides general suggestions for counseling but also makes proposals for concepts that take account of the diverse and complex situations of children and adolescents while focusing on the family as an instance of socialization.
Nachdem das gesetzliche Verbot der Suizidbeihilfe vom Bundesverfassungsgericht aufgehoben wurde, steht in Deutschland eine gesetzliche Regelung des assistierten Suizids bevor. Wird damit der Suizid zu einer ges
...show allellschaftlich akzeptierten und wahlweise nutzbaren Problemlösungsstrategie? Immer wirft die Absicht, sich das Leben zu nehmen, noch dazu mit Hilfe Anderer, existenzielle Fragen auf - nach der Handlungsfreiheit und Autonomie, der Urteilsfähigkeit bei psychischer Krankheit, aber auch nach den Möglichkeiten und Grenzen der Suizidprävention und der psychotherapeutischen Hilfen. Um Antworten zu finden, ist ein interdisziplinärer Dialog nötig, der anthropologische, philosophische, ethische, rechtliche, psychoanalytische und psychiatrisch-psychotherapeutische Sichtweisen umfasst. Die Autor*innen dieses Bandes bearbeiten aus ihren fachspezifischen Perspektiven die zentralen Fragen rund um den assistierten Suizid. Mit Beiträgen von R. Baumann-Hölzle, H. Bielefeldt, S. Briggs, E. Etzersdorfer, B. Gerisch, P. Götze, M. Goldblatt, D. Gregorowius, N. Kapusta, A. Kruse, B. Küchenhoff, J. Küchenhoff, R. Lindner, G. Maio, D. Meier-Allmendinger, M. Teising und L. Werthmann-Resch
Einen innovativen Blick auf ein altes Phänomen wagt das erste deutschsprachige Werk, das sich intensiv mit den tiefliegenden Ursachen und den verschiedenen Formen häuslicher Gewalt beschäftigt. Wenn von häus
...show alllicher Gewalt die Rede ist, haben die meisten ein ganz bestimmtes Bild vor Augen: einen misshandelnden männlichen Täter und ein misshandeltes weibliches Opfer. Nur allmählich setzt sich das Bewusstsein durch, dass in einer Partnerschaft stets beide Partner gleichermaßen an den maßgeblichen Ereignissen beteiligt sind. Erstmalig wird im vorliegenden Buch anschaulich dargelegt, welche verborgenen Ursachen zu einer Misshandlungsbeziehung führen und in welcher Weise beide Partner zur Aufrechterhaltung der darin herrschenden unerträglichen Zustände beitragen - ohne es zu wissen und zu wollen. Das ist die Tragik, die diesem Phänomen innewohnt. Es steht in unserer Macht, der nächsten Generation ein friedvolleres Miteinander zu ermöglichen. Das Einzige, woran es einer Umsetzung dieser Vision mangelt, ist das Bewusstsein für die Not leidenden Kinder mitten unter uns. Denn aus ihnen können morgen misshandelte und misshandelnde Erwachsene werden.
»Humor ist ein Verdünner für dickflüssige Situationen.« Jirí Slíva Witze und Cartoons über die Psychoanalyse und ihren Begründer Sigmund Freud gibt es in großer Zahl. Eine ihrer Funktionen ist, die Angst vo
...show allr dem psychoanalytischen Verfahren, das als fremd und unheimlich empfunden wird, zu verringern. Auch die beeindruckende Figur des Gründervaters soll gleichsam vom Sockel geholt werden, indem sie der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Auch Jirí Slíva macht sich über Freud und die Psychoanalyse lustig; seine Cartoons zeichnen sich aber auch durch einen hintergründigen Humor aus, mit dem er mögliche Schwächen und Fehlentwicklungen der Freud'schen Psychoanalyse aufzeigt, zugleich aber offen lässt, ob das Problem auch aufseiten des Betrachters liegen könnte. Freud mag zwar als lächerliche Figur erscheinen, aber er behauptet sich auch als jemand, der sich nicht so leicht aus dem Konzept bringen lässt und vielleicht das letzte Wort behält: Freud schläft eben nie! Slívas Cartoons werden durch einen psychoanalytisch-kulturanalytischen Essay von Hans-Jürgen Wirth ergänzt, in dem der Autor der psychodynamischen, kommunikativen und anthropologischen Bedeutung des Lachens nachgeht.
Band 36 des Forums der psychoanalytischen Psychosentherapie diskutiert psychoanalytisches Verstehen psychotischer Krankheiten vor dem Hintergrund der stationären und ambulanten Anwendung. Gerade psychodynamisch
...show alle Therapieansätze können mit Blick auf das Veränderungspotenzial und die kritische Selbstreflexion der Psychosenbehandlung enorm produktiv und anschlussfähig sein. Die Autor*innen richten ihr Augenmerk auf psychoanalytische Konzepte und Möglichkeiten ihrer Anwendbarkeit sowie Mikroprozesse der therapeutisch herausfordernden Interaktion. In klinischen Falldarstellungen und theoretischen Beiträgen zeigen sich auf diese Weise Bedeutung und Notwendigkeit eines psychoanalytischen Denkens, das für die Arbeit in psychiatrisch-sozialpsychiatrischen Zusammenhängen reichhaltige und entwicklungsfördernde Perspektiven eröffnet. Mit Beiträgen von Sigrid Bertenbreiter, Roswitha Hurtz, Joachim Küchenhoff, Norbert Matejek, Yamina Rebia, Hans Schultze-Jena, Martha Stähelin und Martin Teising
Seit 2002 ist die aktive Sterbehilfe in Belgien unter bestimmten Voraussetzungen gesetzlich zulässig. Die Entkriminalisierung der Sterbehilfe hatte zum Ziel, die Selbstbestimmung Todkranker in den Mittelpunkt z
...show allu stellen. Mit der steigenden Verbreitung in den vergangenen 20 Jahren ist sie zunehmend zu etwas 'Normalem' geworden. Dieser 'Normalität' stellen sich Mediziner*innen und Pflegekräfte aus verschiedenen Fachbereichen wie Onkologie, Palliativversorgung und Psychiatrie entgegen. Sie kritisieren, dass die Bevormundung im Hinblick auf die Frage, wie behandelt werden soll, durch die Bevormundung, ob eine Person leben oder sterben soll, ersetzt wurde. Ärzt*innen und Pflegende berichten von ihren Erfahrungen, stellen kritische Fragen und schlagen Alternativen vor. Sie wollen Missbräuche verhindern sowie vereinfachte Vorstellungen durchbrechen. Die Darstellungen dieser Praktiker*innen enthalten konkrete Beispiele aus ihrer Praxis, die den Lesenden die Komplexität der Situationen und die konkreten Folgen des Sterbehilfegesetzes vor Augen führen, aber auch aufzeigen, wie Menschen am Lebensende bis zuletzt würdig begleitet werden können. Das Buch richtet sich nicht nur an medizinisches Fachpersonal, sondern auch an Jurist*innen, Politiker*innen und an alle Menschen, die sich über den Sinn des Todes und des Leidens Gedanken machen, und auch über eine Realität mit aktiver Sterbehilfe. Mit Beiträgen von Benoit Beuselinck, Julie Blanchard, Catherine Dopchie, Marie Frings, An Haekens, Rivka Karplus, Willem Lemmens, François Trufin und Eric Vermeer
Die wissenschaftliche Arbeitstagung der DGPT im September 2005 in Lindau thematisierte Fragen der Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Persönlichkeitsstörungen. Die analytische Psychotherapie mit Patient
...show allen, die unter einer schweren Charakterpathologie dieser Art leiden, verlangt häufig Modifikationen der Behandlungstechnik. Die versammelten Beiträge geben einen höchst informativen Einblick in die aktuelle Diskussion in der Psychoanalyse zu Fragen der Theorie, Diagnostik, Indikationsstellung und Behandlungsplanung unter Einbeziehung zeit- und kulturgeschichtlicher Aspekte und im Dialog mit Behandlungskonzepten der Verhaltenstherapie. Mit Beiträgen von Emil Branik, Georg R. Gfäller, Martin Hautzinger, Rudolf Jaspers, Marianne Leuzinger-Bohleber, Carine Minne, Ira Müller, Eckhart Neumann, Michael Pavlovic, Gabriele Poettgen-Havekost, Jan Ponesicky, Thomas Reinert, Gerd Rudolf und Brigitta Rüth-Behr.
Die vorliegende Studie über ein stationäres Behandlungskonzept für Patienten und Patientinnen mit Migrationshintergrund beleuchtet die Dynamik und Komplexität transkultureller Situationen im psychotherapeutisch
...show allen Klinikalltag. Vor dem Hintergrund eines qualitativen Psychotherapieforschungsansatzes werden die in einer Feldforschung gewonnenen subjektiven Mitarbeiter- und Patientenperspektiven mit einer strukturellen Analyse des institutionellen Kontextes verknüpft. Anhand reichhaltigen ethnografischen Materials - Szenen, Gesprächen, Beobachtungen und Diskursen aus der Klinik - entfaltet die Autorin die Problematik der interkulturell orientierten Psychotherapiepraxis in ihrer ganzen Vielschichtigkeit. Die differenzierte, multiperspektivische Darstellung verdeutlicht die subtilen Beziehungsmuster des »doing culture« im therapeutischen Alltag und zeigt die Spannungen und Diskrepanzen zwischen dem intendierten Behandlungsansatz und den institutionellen Zwängen auf.
Thomas Auchter stellt die Beiträge der Psychoanalyse sowohl zur Psychologie und zum Verständnis der Trauer als auch zur Psychotherapie der Trauerkrankheiten dar. Er zeigt, dass die Fähigkeit zum Abschied in der
...show allfrühkindlichen Separationsphase des Selbst vom mütterlichen Objekt entsteht und dass die dort gemachten Erfahrungen als Blaupause für späteres Trauern dienen. Es wird deutlich, dass Trauern ein natürlicher Prozess ist, der gegebenenfalls durch eine gute Trauerbegleitung erleichtert werden kann. Gravierende Störungen der Trauerarbeit können zu verschiedenen Trauererkrankungen führen, von denen eine der markantesten die Depression ist. Auslöser der Trauer können auch geplatzte Träume, enttäuschte Hoffnungen, zerstörtes Vertrauen, unerfüllbare Wünsche und unstillbare Sehnsüchte sein. Anhand zahlreicher anschaulicher Fallvignetten stellt Thomas Auchter immer wieder den Bezug zwischen Theorie und psychotherapeutischer Praxis her.
Migration bedeutet nicht nur für die aufnehmende Gesellschaft, sondern vor allem auch für die betroffenen Migrantinnen und Migranten, sich ständig neuen Herausforderungen stellen zu müssen. Dabei ist die Migrat
...show allion nicht nur ein sehr komplexer äußerer Prozess, der organisiert werden muss, sondern geht auch mit einer vielschichtigen und oft konflikthaften inneren Entwicklung einher. Die Migration zwingt die Betroffenen zu einem Umdenken und Neubewerten von Vertrautem und Fremdem, um in der neuen Welt bestehen zu können. Im vorliegenden Buch wird untersucht, welche Bedeutung der Migration in verschiedenen Lebensphasen zukommt und welche psychischen Transformationsprozesse sie im Laufe eines Lebens verursachen kann. Die AutorInnen schildern anhand klinischer Fallgeschichten ihre spezifischen psychoanalytischen Behandlungstechniken und stellen weiterführende Überlegungen über die psychischen Aspekte von Migration dar. Mit Beiträgen von Gabriele Ast, Christiane Bakhit, Peter Bründl, Jana Burgerová, Marco Conci, Bettina Hahm, Ilany Kogan, Sebastian Kudritzki, Birgit Mau-Endres, Aydan Özdaglar, Viktoria Schmid-Arnold, Hediaty Utari-Witt
Krankenhäuser verfügen - wie Organisationen im Allgemeinen - über einen formellen Rahmen und über informelle Mechanismen, durch die die Rigidität der formellen Struktur umgangen werden kann, sodass neue Spielrä
...show allume gewonnen werden. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Veränderungen bei Arbeitsprozessen oder das Umgehen der regulären Entscheidungsabläufe. Derartige Formen nicht-regulierter Initiativen haben unterschiedliche, bisher kaum bekannte Einflüsse auf die Krankenhausdynamik. Die vorliegende Studie an neun nordostdeutschen Krankenhäusern zeigt auf, wie sich bei Problemen und Herausforderungen informelle Initiativen herausbilden und welche unterschiedlichen Auswirkungen sie auf die Organisationsstruktur haben. Das Buch richtet sich an alle, die verstehen möchten, wie Informalität in Organisationen - nicht nur im Gesundheitswesen - funktioniert.
Die Beziehung zwischen Analytiker und Patient ist eines der zentralen und auch schwierigsten Themen der psychoanalytischen Theorie und Praxis. Sie ist ein komplexes Gebilde, aufgebaut auf einem empfindlichen Gl
...show alleichgewicht von Distanz und Teilnahme, klarem Verstand und Gefühl, Analyse und Empathie. Abwechslungsreich und verständig beschreibt Bolognini ihre verschiedenen Arten, ihre Abläufe, Erfolge und Misserfolge anhand relevanter Theorien von Freud bis zur Gegenwart. Unkonventionell und differenziert schildert er diese besondere Beziehung zwischen zwei Menschen: eine gemeinsame Reise in weitgehend unbekannte Gefilde, bei der die Reisenden insbesondere destruktive Zustände des Geistes und des Lebens im Allgemeinen erkunden. Die zahlreichen, einfühlsam wiedergegebenen klinischen Fälle veranschaulichen die theoretischen Ausführungen und machen das Buch zu einer lebendigen Lektüre.
Die Psychotraumatologie ist dabei, eine eigene Fachdisziplin zu werden. Zu Krankheitsbildern und zu Therapieverfahren liegen bereits klinisch erprobte Konstrukte und Ansätze vor. Es wird aber immer deutlicher,
...show alldass die Psychotraumatologie jenseits ihrer klinischen Anwendbarkeit eine historisch und kulturtheoretisch relevante Perspektive darstellt. Wenn in der Psychotraumatologie die Folgen von Gewaltereignissen auf den menschlichen Organismus thematisiert werden, stellt sich sehr bald die Frage nach den Folgen von Gewalterfahrungen für kulturelle Phänomene, wie Werteorientierungen, aber auch für die Folgen sozialer Einrichtungen, wie Bildungssysteme, Versicherungssysteme, Gesundheitsversorgungssysteme, politische Strukturen usw. Das Buch bietet eine interessante, weiterführende Zusammenfassung der neuesten Überlegungen und Ergebnisse auf dem Gebiet der Psychotraumatologie.
Wieso verändert das Hören von Mozart-Sinfonien die Öffnungs- und Bindungsbereitschaft eines Kindes? Und warum lassen Mozart-Klänge einen Säugling zur Ruhe kommen und ihn seinen Körper besser spüren? Wie erreich
...show allen Hören und Zuhören das Herz des Menschen? Dirk Beckedorf und Franz Müller legen systematisch und verständlich die psychosomatischen Grundlagen des menschlichen Hörens sowie die Geschichte, Anwendungsgebiete und Praxis der Systemischen Hörtherapie dar. Dabei sprechen sie Fachleute und Laien gleichermaßen an. Die Stärke des Buches liegt darin, dass es Brücken schafft. So gelingt es den Autoren, das Thema des menschlichen Hörens in die Diskussionen der modernen Bindungs- und Gehirnforschung einzubetten. Durch diesen interdisziplinären Ansatz erfährt die Betrachtung des Ohres und der daran gebundenen Hörfunktionen eine ungeahnte Aktualität. In der vorliegenden Neuausgabe wurde die Regulation des Hörsinns durch das Autonome Nervensystem im Hinblick auf die Polyvagaltheorie von S. Porges überarbeitet. Die damit beschriebene »polyvagale Theorie des Hörens« ist besonders für alle mit dem Hörsinn arbeitenden wie auch im Bereich der Traumatherapie wirkenden Menschen relevant.
Seitdem die Ehe das Monopol verloren hat, Sexualität zu rechtfertigen und Beziehungen und Familien zu definieren, hat sich die soziale Organisation von Ehe, Familie und Elternschaft im Lebenslauf verändert. Mat
...show allthiesen untersucht den sozialen Wandel von Beziehungen und Sexualität anhand der Analyse von 776 Beziehungsbiografien 30-, 45- und 60-jähriger Männer und Frauen und stellt die Ergebnisse einer qualitativen Studie über die Verläufe lebenslanger Beziehungen älterer Paare vor.
Warum singen wir so gerne miteinander? Sind Menschen glücklicher, die über Jahre und Jahrzehnte in einen Chor gehen? Ist Singen vielleicht sogar gesund? Singen - und zwar nicht nur an Geburtstagen oder zu Weihn
...show allachten - ist weder aus der Evolution des Menschen noch aus seiner Entwicklung vom Säugling bis ins hohe Alter wegzudenken. Mehr noch: Gemeinsames Singen steigert das Wohlbefinden, stärkt Abwehrkräfte und Atmung, schützt vor Stimmproblemen und verbindet uns über alle Generationen und Lebenslagen hinweg miteinander.Singen im Chor ist also nicht nur etwas für Überzeugungstäter, sondern kann helfen, wenn es uns einmal schlecht geht. So können Menschen mit gesundheitlichen Problemen das Singen als rezeptfreie und nebenwirkungsarme Therapie mit Spaßfaktor entdecken. Dieses Buch bringt die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Psychologie und Hirnforschung auf den Punkt und verrät, wie und warum Singen glücklich macht.
Erich Fromm war der erste Psychoanalytiker, der den Menschen als Beziehungswesen ernst nahm. Lange vor der Bindungsforschung und der Etablierung der intersubjektiven Psychoanalyse sah er das Bezogensein des Men
...show allschen auf andere Menschen, auf die Wirklichkeit und auf sich selbst als das Kernproblem psychischer Strukturbildung an. Entsprechend orientieren sich seine psychoanalytische Theoriebildung und therapeutischen Techniken in erster Linie an solchen individuellen und gesellschaftlichen Erfahrungen, deren unbewusste Wirkungen, Behinderungen und Konflikte in der therapeutischen Beziehung aufgedeckt werden sollen. Der hier vorgelegte Band versammelt die wichtigsten Beiträge Fromms zu seiner psychoanalytischen Theorie und Praxis, unter anderem seine kritische Auseinandersetzung mit Freud.
Die Praxisstudie ambulante Psychotherapie - Schweiz (PAP-S) ist eine der wenigen Studien, die Behandlungsmethoden untersuchen, die tatsächlich in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung angewandt wer
...show allden. Diese naturalistische Studie bildet somit ein breites Spektrum der heutzutage in der Schweiz zugelassenen Therapiemethoden ab, wobei auch bisher wenig untersuchte Ansätze einbezogen wurden. Die AutorInnen pra¿sentieren die wichtigsten Ergebnisse der von 2006 bis 2013 durchgefu¿hrten Studie zur Wirksamkeit verschiedener Psychotherapiemethoden im ambulanten Bereich. Zudem werden die Befunde dazu dargelegt, welche Faktoren das Therapieergebnis beeinflussen und inwieweit sich die VertreterInnen unterschiedlicher Konzepte bzw. Psychotherapiemethoden bezu¿glich angewandter Interventionstechniken unterscheiden oder a¿hneln. Es konnte außerdem gezeigt werden, dass der Einfluss der Schulenzugehörigkeit der BehandlerInnen eine eher untergeordnete Rolle spielt. Mit Beiträgen von Aureliano Crameri, Hugo Grünwald, Margit Koemeda-Lutz, Peter Müller-Locher, Mario Schlegel, Peter Schulthess, Volker Tschuschke und Agnes von Wyl
Durch die Ökonomisierung des Gesundheitswesens verändert sich die Psychotherapielandschaft in Deutschland zunehmend. Die Nachfrage nach psychoanalytischen Aus- und Weiterbildungen sinkt, während die Verhaltenst
...show allherapie von den gegenwärtigen Bedingungen zu profitieren scheint. Angesichts solcher Entwicklungen hat die Internationale Psychoanalytische Vereinigung im Jahr 2004 ein groß angelegtes Forschungsprojekt zu Berufsfindungsprozessen bei Psychotherapeuten initiiert. Ausgehend von den Erkenntnissen dieses Projekts führen die Autoren verständlich und kompakt in die Strukturen der Aus- bzw. Weiterbildung in den psychoanalytisch begründeten Verfahren sowie in der Verhaltenstherapie ein. Die Komplexität der Berufswahl und der Entscheidung für eine psychotherapeutische Schule wird anhand exemplarischer Lebensläufe aufgezeigt. Das Buch richtet sich an alle, die sich für den »unmöglichen« Beruf des Psychotherapeuten interessieren, und beantwortet kompetent viele Fragen zum Thema.
Lynne Layton untersucht, wie soziokulturelle Ungleichheiten bezüglich Herkunft, Geschlecht und Klasse und die damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse das Unbewusste prägen und den Verlauf v
...show allon Psychotherapien beeinflussen. Sie erweitert so die relationale Psychoanalyse um eine explizit sozialkritische Dimension und schafft die Grundlage für eine diversitätssensible, psychoanalytisch fundierte Psychotherapie. Ihr Ansatz bietet ein modernes Konzept, mit dem die Prägung durch die sozialen Verhältnisse auf unbewusster Ebene theoretisch gefasst werden kann. So ist dieses Buch Werkzeug und Inspiration dafür, die jeweiligen gesellschaftlichen Positionierungen und die damit zusammenhängenden unbewussten normativen Prozesse zu reflektieren. Layton ruft zu einer progressiven Zukunft der Therapie auf, in der Interdependenz anerkannt und systemische Ungerechtigkeit - auch im Therapieraum - reflektiert und abgebaut wird.
Die Beratung ungewollt Schwangerer ist in eine gesellschaftspolitisch, juristisch und ethisch kontroverse Debatte eingebettet. Obwohl dieses Beratungsfeld vielschichtige und anspruchsvolle Anforderungen mit sic
...show allh bringt, mangelt es an Fachliteratur und Forschung. Die Autor*innen zielen darauf, diese Lücke zu schließen und verschiedenste Dimensionen der Beratung ungewollt Schwangerer zu beleuchten. Neben gesellschaftspolitischen wie rechtlichen Rahmenbedingungen von Schwangerschaftsabbrüchen werden aktuelle empirische Ergebnisse zur psychosozialen Versorgung thematisiert. Darüber hinaus geben die Autor*innen konkrete Einblicke in das methodische Handeln in der Beratung ungewollt Schwangerer und die Heterogenität der Adressat*innen. Der Band schließt mit einem Ausblick auf Zukunftsperspektiven in der Beratung und Versorgung ungewollt Schwangerer. Mit Beiträgen von Regina Ammicht Quinn, Alicia Baier, Maika Böhm, Christiane Bomert, Petra J. Brzank, Ulrike Busch, Valentina Chiofalo, Sarah Clasen, Silvia De Zordo, Marie Engelhard, Christiane Fischer, Lena Golomb, Katrin Göppert, Daphne Hahn, Dennis Jepsen, Franzis Kabisch, Ursula Kersting-Otte, Tilmann Knittel, Amelie Kolandt, Katja Krolzik-Matthei, Margit Kröner, Eva Kubitza, Eva Maria Lohner, Silja Matthiesen, Sabrina Miebach, Joanna Mishtal, Gabriele Moster, Romy Nitzsche, Martin Nowak, Laura Olejniczak, Robin Ivy Osterkamp, Annica Petri, Mara Pfeifer, Laura Rahm, Annette Rey-Holm, Andreas Ritter, Paulien Schmid, Kirsten Schmitz, Nele Schneider, Frederika Schulte, Petra Schyma, Jelena Seeberg, Ringo Stephan, Christiane Struck, Hanna-Sophie Ulrich, Nicola Völckel, Theresia Volhard, Johanna Walsch, Marc Weinhardt, Bettina Weißer, Maria Wersig, Sabine Wienholz und Kristina Winter