Das Individuum ist heute mit der gesellschaftlichen Leitidee konfrontiert, alles sei möglich und jedes Ziel erreichbar. Das führt zu einer weit verbreiteten Angst, die eigenen Potenziale nicht voll auszuschöpfe
...show alln und ein unbedeutendes, erfolgloses Leben zu führen. Die Entwicklung eines stabilen Selbstwertgefühls wird so erschwert. Die Vorherrschaft einer kommerzialisierten Selbsthilfekultur der Selbstoptimierung verhindert eine intensive Beschäftigung mit grundlegenden existenziellen Fragen.Mithilfe philosophischer, psychologischer, soziologischer und ökonomischer Theorien analysiert und kritisiert Carlo Strenger in einzigartiger Weise diese Entwicklung und zeigt, wie durch eine aktive Anerkennung des eigenen Selbst und durch eine ernsthafte intellektuelle Auseinandersetzung mit dem eigenen Weltbild eine bedeutungsvolle Lebensführung gelingen kann. Dabei greift er nicht nur auf die Erkenntnisse vieler bedeutender Denker, sondern auch auf seine Erfahrungen als Psychotherapeut zurück.
H. Shmuel Erlich beleuchtet die fließende Grenze zwischen innerer und äußerer Realität und beschreibt die Positionierung des Psychoanalytikers/der Psychoanalytikerin an ebendieser Grenze. In den 15 hier erstmal
...show alls auf Deutsch erschienenen Aufsätzen widmet sich der Autor einem breiten Themenspektrum: Er betrachtet unter anderem die analytische Ausbildung und die Identität des Analytikers oder der Analytikerin, reflektiert die Problematik von Paranoia und Regression in Gruppen und setzt sich mit der analytischen Untersuchung terroristischer Gewalt auseinander. Erlich macht deutlich, dass durch das Instrumentarium der Psychoanalyse ein tieferes Verständnis politischer Prozesse und sozialer Realität ermöglicht wird, das sowohl Individuen als auch der Gesellschaft insgesamt zugutekommen kann.
Horst-Eberhard Richter, einer der bedeutendsten Psychoanalytiker und Sozialphilosophen der Gegenwart, analysiert treffend, klar und originell die Krise der Moderne. Eine brillante Weiterentwicklung seiner These
...show alln aus »Der Gotteskomplex«. Das Misslingen einer gerechten Globalisierung, das Festhalten an der atomaren Bedrohung und die Verdrängung der Infizierbarkeit durch das Virus destruktiver Massenbewegungen sind unbewältigte Erbschaften aus dem 20. Jahrhundert. Spitzenforscher warnen vor der Ausbeutung der eigenen Errungenschaften im Dienst von Geld und Macht. Der Psychoanalytiker Richter zeigt am Beispiel von Schlüsselfiguren, wie das Ringen um innere Einheit oder Spaltung, um Versöhnung oder Gewalt, um Ergebenheit oder Bemächtigung und um das Verständnis von Männlichkeit und Weiblichkeit von der Antike bis in die Gegenwart hinein verlaufen ist. Wie ist es zu dem Umschlagen von Gott-Haben zu Gott-Sein-Wollen gekommen? Wie zu der Illusion, dass männliches, auf die Wissenschaft gestütztes Allmachtsstreben durch Entsorgung von Empfindsamkeit und Mitgefühl bei der Frau ausbalanciert werden könne? Diese Illusion ist geplatzt. Die Frau wurde zur ebenbürtigen Rivalin. Aber noch lässt sich die Männerwelt von Anführern wie George W. Bush täuschen, die mit Kriegen nach Drachentöter-Manier uralte Entmännlichungsängste zu besiegen versprechen. In allen Kontinenten haben sich nun aber Gruppen aus unterschiedlichen Ethnien, Nationen, Religionen und sozialen Schichten zu einer neuen Bewegung zusammengetan. Vereint im Glauben an die beiden Geschlechtern aufgetragene Verantwortung für einen alternativen solidarischen Fortschritt treten sie engagiert für ihre Ideen ein. Horst-Eberhard Richter veranschaulicht anhand konkreter Beispiele, was sie antreibt und wie eine andere Welt möglich ist.
In ihrer Praxis als Analytikerin ist Julia Kristeva mehr und mehr auf Patienten gestoßen, die einen neuen Typ darstellen: Beschädigter Narzissmus, psychosomatische Beschwerden und wiederkehrende Depressionen si
...show allnd heute die häufigsten Erscheinungsformen von Neurosen, Hysterien und Obsessionen. Politisch-gesellschaftliche Veränderungen, der Wandel von Familie und Sexualität und der Einfluss der Massenmedien haben maßgeblich zu diesen neuen Leiden der Seele beigetragen. In den 14 Beiträgen, die dieser Band versammelt, analysiert Julia Kristeva ein moralisches und kulturelles Grundsatzproblem: die Schwierigkeiten der Identitätsfindung in der Moderne. 'Julia Kristeva ändert die Ordnung: Ständig zerstört sie die aktuelle vorgefasste Meinung - die, von der wir glaubten, sie könne uns trösten; die, auf die wir stolz sein konnten. Was sie verdrängt, ist das bereits Gesagte, das heißt, die Beharrlichkeit des Bezeichneten; was sie untergräbt, ist die Autorität der monologischenWissenschaft und der Filiation.' Roland Barthes
Mit dem Patienten fühlen, über den Patienten nachdenken: Bolognini beschäftigt sich seit dreißig Jahren mit der »Einfühlung«, einem der bedeutsamsten, aber auch der am schwersten zu definierende und umstrittens
...show allte Begriff in der jüngeren Geschichte der Psychoanalyse. In diesem Buch untersucht er dessen philosophische Ursprünge und verfolgt seine Entwicklung bei Freud und den ersten Psychoanalytikern bis zu seiner Aufwertung in den fünfziger Jahren, die mit einer neuen Auffassung der Gegenübertragung einherging. Als eigenständigen Beitrag zur psychoanalytischen Theorie stellt er Überlegungen an, die zum Kern der Beziehung zwischen Therapeut und Patient führen, wobei er die fruchtbare Problematik des Einfühlungsbegriffs in ihrer Gänze im Auge behält.
In neun Kapiteln wird die turbulente und krisengeschüttelte Geschichte der Schweizer Freudianer nachgezeichnet - von der Gründung der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse im Jahre 1919 bis zur Abspalt
...show allung des Psychoanalytischen Seminars Zürich im Jahre 1977. Basierend auf einer breiten, gründlichen Quellenforschung beleuchtet Thomas Kurz diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Dabei zeigt sich eine Aversion gegen zentralistische Bestrebungen - Freud sprach von einer speziellen 'Psychologie der Schweizer' -, aber auch ein Versuch, die offenen, unverschulten Anfänge der psychoanalytischen Bewegung zu bewahren. Mit einem Beitrag von Michael Schröter
Transnationale Kindheit stellt ein in der internationalen Migrationsforschung weitestgehend vernachlässigtes Thema dar. Während die Lebens- und Arbeitsverhältnisse von migrierten Elternteilen in der neuen Heima
...show allt relativ gut erforscht sind, bleiben die Schicksale zurückgelassener, allein geflüchteter und remigrierter Kinder und Jugendlicher nahezu unberücksichtigt. Die BeiträgerInnen gehen der Frage nach, was es für Kinder bedeutet, wenn Eltern über Jahre abwesend sind. Wie bewältigen sie ihre Trennungs- und Verlusterfahrungen? Greifen sie dabei auf gender-spezifische Coping-Strategien zurück? Welche psychosozialen Folgen zieht die erzwungene Autonomie der Kinder nach sich? Mit lebendigen Geschichten von Kindern vermittelt das Buch einen tiefgründigen Einblick in kindliche Lebensrealitäten und erlaubt Erkenntnisse jenseits der bisherigen transkulturellen Migrationsforschung. Mit Beiträgen von Joseba Achoteguí, Christine Bär, Elisabeth Beck-Gernsheim, Anca Gheaus, Elisabeth Rohr, Sarah Schackert, Nausikaa Schirilla, Simon Moses Schleimer, Angela Schmidt-Bernhardt und Gülcin Wilhelm
Nach 35 Jahren Praxis war der bekannte New Yorker Psychotherapeut und Autor Robert Akeret von einer Frage gefesselt: Hat die Therapie das Leben seiner Patienten wirklich verändert? Also stieg er an einem sonnig
...show allen Morgen im April in seinen kleinen Bus und machte sich auf den Weg, seine beeindruckendsten ehemaligen Patienten zu besuchen - eine Reise >auf der Suche nach dem Ende der Geschichten
Mit dem Konzept der Emotionellen Ersten Hilfe (EEH) wird ein neuartiger Weg der Bindungsförderung im Klinikalltag aufgezeigt. Die Autor*innen beschreiben in Theorie und Praxis, wie Fachkräfte in öffentlichen Ge
...show allsundheitseinrichtungen Eltern und ihre Babys dabei unterstützen, ein tragfähiges Miteinander zu etablieren. Dabei werden körperliche Zugänge genutzt, um die Emotionsregulation und Feinfühligkeit der betroffenen Eltern und der sie begleitenden Fachkräfte zu entfalten. Im Zentrum steht hierbei der Aufbau einer verkörperten Selbstanbindung, die das Sicherheitserleben und die Beziehungskompetenz aller Beteiligten rund um die erste Lebenszeit stärkt. So regen die Autor*innen Fachleute aus dem Feld der Frühprävention, Geburtshilfe, Kinderkrankenpflege, Pädiatrie, Psychotherapie und Physiotherapie zur Implementierung der EEH in ihrer Praxis an. Unter Mitarbeit von Gertraud Rastner
Die Bonner Sozialwissenschaftlerin Marianne Krüll hat mit ihrer 1979 erschienenen Studie als erste auf die eminente Bedeutung der Verführungstheorie in Sigmund Freuds Lebensgeschichte hingewiesen. Im Unterschie
...show alld zu anderen Autoren verknüpft Marianne Krüll Freuds theoretische Neuorientierung in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts, die zur Entstehung der Psychoanalyse führte, mit seiner eigenen Herkunft und der seiner Vorfahren. Ihre Untersuchung bietet ein faszinierendes Psychogramm der frühen Familien-Beziehungen Freuds, die seine Gedanken prägten und auch noch in seinem letzten Werk über den biblischen Moses ihren Niederschlag fanden.
Immer mehr Menschen nehmen heutzutage eine Psychotherapie in Anspruch. Die gesetzlich geregelte Bedarfsplanung führt allerdings zu langen Wartezeiten, die den Beginn einer Behandlung unnötig verzögern. Liegt es
...show allda nicht nahe, die technischen Möglichkeiten des Internets für einen sofortigen Therapiebeginn zu nutzen? Erfolgsversprechende Forschungsergebnisse sprechen dafür. Aber kann eine internetbasierte Therapie den fachlichen Anforderungen und Qualitätsstandards entsprechen und ist sie aus berufsrechtlichen und ethischen Gründen überhaupt zu verantworten? Was spricht dafür und was dagegen, dass die Psychotherapie »ins Netz« geht? Die Beitragenden gehen diesen Fragen im vorliegenden Sammelband nach und geben die aktuelle Diskussion zwischen Wissenschaft, psychotherapeutischer Praxis und Anbietern von Online-Programmen wieder. Sowohl die berufsrechtliche Seite als auch Aspekte des Datenschutzes und Auswirkungen auf die psychotherapeutische Beziehung dieser »Fernbehandlung« werden kritisch untersucht. Mit Beiträgen von Thomas Berger, Barbara Evangelou, Jürgen Hardt, Eduard Hild, Björn Meyer, Steffen Moritz, Ulrich A. Müller und Johann Rautschka-Rücker
In den Theorien zur psychosexuellen Entwicklung unterscheidet man bezüglich des Begriffs >Geschlecht< mittlerweile auch im Deutschen zwischen >Sex< und >Gender< - Geschlecht im biologischen und im psychosoziale
...show alln Sinn. Ob und wie sehr sich eine Person - abgesehen von ihren körperlichen Merkmalen - als Mann oder Frau erlebt, sich sexuell verhält oder fantasiert, fortpflanzt, bzw. zu Männern oder Frauen hingezogen fühlt, ist ein hochkomplexer Prozess. Dieser Band stellt einen interdisziplinären Zugang zu Fragen der Geschlechts- und sexuellen Identität dar. Thematisch reichen die hier vereinigten Texte von der Sichtweise der Genetik und Evolutionsbiologie über die Entwicklungspsychologie bis hin zur Soziologie. Nach einer Auseinandersetzung mit Geschlecht als Konstruktion stellen die Beiträger evolutionspsychologische, biologische und sexualwissenschaftliche Ansätze zur Betrachtung von Geschlecht und sexueller Identität vor. Auch bislang wenig behandelte Themen wie Transsexualität und Intersexualität finden dabei Beachtung. Ein weiterer Teil des Bandes betrachtet homo- und heterosexuelle Beziehungsgestaltungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
Die Dimension Geschlecht findet in Theorien zu pädagogischer und psychologischer Beratung sowie in Supervision und Coaching bisher kaum systematische Berücksichtigung. Trotz dieser Forschungslücken zeigt sich i
...show alln der Praxis, dass sich in verschiedenen Beratungsfeldern wichtige geschlechtersensible Beratungsansätze und -konzepte herausgebildet haben. Die vorliegende Publikation richtet den Fokus sowohl auf den beratungswissenschaftlichen Diskurs als auch auf den der Geschlechterforschung. Die Beiträge beschäftigen sich mit geschlechterreflexiven Beratungsansätzen und vertiefen die Themenschwerpunkte Familie, Beruf, Gewalt und Gesundheit. Die Beiträgerinnen und Beiträger eröffnen Einblicke in die Beratungspraxis und machen auf offene Fragen aufmerksam. Mit Beiträgen von Miriam Bredemann, Annelinde Eggert-Schmid Noerr, Christiane Ernst, Heike Friesel-Wark, Sandra Glammeier, Katharina Gröning, Roland Hertel, Claudia Hornberg, Kerstin Hupka, Ursula Keiper, Manuela Kleine, Anne-Christin Kunstmann, Barbara Möhrke, Cornelia Neumann, Elisabeth Rohr, Vanessa Rumpold, Silja Samerski, Bianca Schaub, Anna Stach und Gerd Tomaschautzky
Selbstbestimmung geht über die Überwindung bzw. Abwesenheit von äußerem Zwang hinaus. Sie erfordert positives Bewusstsein über Möglichkeiten eigenen Handelns mit einem Spektrum von Anpassung bis Ausbruch. Gesch
...show alllechtliche Selbstbestimmung schließt Abweichung, Veränderung und Deutungshoheit über körperliche Geschlechtsmerkmale ein. Im vorliegenden Buch wird »Selbstbestimmung« im sexualwissenschaftlichen Diskurs aus akademischer und aktivistischer Perspektive betrachtet. Die Beiträge beleuchten Aspekte von Inter- und Transsexualität, Asexualität, Sexualität unter Haftbedingungen, im Kontext von Behinderung sowie außerhalb heterosexueller Paarbeziehungen. In ihrer Vielfalt sind die Beiträge Zeitzeugnis, geben zugleich einen Ausblick auf die Zukunft und tragen dazu bei, gängige Denkschablonen zu überwinden. Mit Beiträgen von Anne Allex, Markus Bauer, Heike Bödeker, Jens Borchert, Diana Demiel, Andreas Hechler, Michaela Katzer, Torsten Klemm, Katja Krolzik-Matthei, Anja Kruber, Alina Mertens, Andrzej Profus, Nadine Schlag, Heino Stöver, Manuela Tillmanns, Daniela Truffer, Heinz-Jürgen Voß und Marlen Weller-Menzel Self-Determination in Gender, Sexuality and Reproduction: Practical approaches Living self-determinedly takes more than overcoming external coercive forces or simply the absence of coercion. It takes a positive consciousness of one's actions, with a possible range from conformation to escape. Gender self-determination includes difference, change and sovereignty over the interpretation of physical sexual characteristics. The anthology looks at »self-determination« from academic as well as activist points of view. The texts examine aspects of inter- and transsexuality, asexuality, sexuality under the condition of detention, in the context of disabilities, as well as sexuality outside heterosexual couples. In their variety, the texts are witnesses of the present, provide an outlook to the future and help to overcome trite thought patterns. The an
Psychoanalyse, Psychosomatik, Epistemologie, Strukturale Anthropologie, Genderproblematik und Wissenschaftsgeschichte: Im vorliegenden Buch befasst sich Eckart Leiser im Einzelnen mit scheinbar weit auseinander
...show allliegenden Fragestellungen. Mithilfe psychoanalytischer Zugänge gelingt es Leiser jedoch, die Grenzen zwischen heterogenen Themenfeldern und Gegenständen zu überschreiten und diese Bereiche sinnvoll miteinander in Beziehung zu setzen. »Grenzen überschreiten« lässt sich im Bezug auf den Autor auch wörtlich verstehen, denn seine universitäre Arbeit führte ihn an die verschiedensten Orte im In- und Ausland: Frankfurt, Berlin, Mexiko-Stadt, Wien, Madrid, Saragossa und Buenos Aires. Jede Station hat in seinem Denken und in seiner Arbeit deutliche Spuren hinterlassen.
Es piept und rauscht in Ihren Ohren? Ein Viertel aller Deutschen kennt dieses Phänomen. Für die Medizin ist der Tinnitus aurium ein Buch mit sieben Siegeln, dessen Ursachen unklar bleiben und bei dem nur das Sy
...show allmptom behandelt wird. Wer Ohrgeräusche jedoch verstehen will, darf sich nicht nur auf das Körperliche beschränken, sondern muss auch im Psychosomatischen suchen.Dieses von psychoanalytischen Gedanken inspirierte Buch will helfen, das individuelle Symptom zu verstehen und mit gesellschaftlichen Einflüssen in Beziehung zu setzen. Während Globalisierung und Moderne entsinnlichen und verstören, fordert der Tinnitus zu einer Kommunikation auf, mithilfe derer diese verloren gegangene Sinnlichkeit wiedergefunden werden kann: Betrachten Sie den Tinnitus nicht als etwas Feindliches, sondern versuchen Sie zu verstehen, was er Ihnen sagen möchte.
Jeder Mensch trägt zur Kultur bei. Das heißt, auch Menschen mit Behinderungen sind aktiv am kulturellen Prozess beteiligt. Spyridon-Georgios Soulis und Lucia Kessler-Kakoulidis zeigen, dass Behinderung ein sozi
...show allales Konstrukt ist, das Betroffene benachteiligt und daran hindert, gleichberechtigt an der Gesellschaft teilzunehmen. Um Ausgrenzung, Isolation und Stigmatisierung vorzubeugen, plädieren sie für mehr Toleranz sowie für die Anerkennung der individuellen Ausdrucksmöglichkeiten anderer Menschen und setzen sich für einen interkulturellen Austausch ein. Nur so lassen sich Vorurteile und Ängste vor dem angeblich »Fremden« abbauen. Anhand von Fallbeispielen verdeutlichen Soulis und Kessler-Kakoulidis, wie Lehrerinnen und Lehrer den kulturellen Beitrag ihrer Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung wahrnehmen und fördern können. Durch gegenseitiges Verständnis und uneingeschränkten Respekt werden in jedem von uns Lern- und Entwicklungsprozesse angeregt und gesellschaftlicher Fortschritt forciert.
Seit der 2012 veröffentlichten Stellungnahme »Intersexualität« des Deutschen Ethikrates werden ethische und juristische Fragen, die inter* Menschen betreffen, verstärkt diskutiert. Interessengruppen und die med
...show alliale Repräsentation rücken diese Fragen immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Mit dem vorliegenden Band werden diese Debatten aufgegriffen und um die Thematik der Trans*identität erweitert. Der Band vereint Perspektiven inter* und trans*identer Menschen mit Ergebnissen empirischer Arbeiten unter anderem zur Situation präoperativer trans*identer Menschen, den Motiven für geschlechtsangleichende Operationen und einer leitliniengestützten Gesundheitsversorgung. Dargestellt werden zudem alte und neue Widersprüche in der Rechtsprechung und der künftigen Rechtsgestaltung in Bezug auf Inter* und Trans*Identitäten. Darüber hinaus werden der Umgang mit Kindern und Jugendlichen sowie die mediale Bearbeitung und die Herausforderungen im Leistungssport analysiert. Mit Beiträgen von Saskia Gehrmann, Ilke Glockentöger, Danielle Verena Kollig, Ursula Kuhnle-Krahl, Luisa Lettrari, Friederike Maaßen, Harald Matern, Laura Münker, Alexander Naß, Timo O. Nieder, Konstanze Plett, Livia Prüll, Eike Richter, Anja Schmidt, Maximilian Schochow, Katharina Scholz, Kerstin Schumann, Florian Steger, Bernhard Strauß, Mathias Wirth, Manuel Willer, Jörg Woweries und Simon Zobel.
Es gibt weltweit zahlreiche Menschen, die nicht eindeutig einem biologischen Geschlecht zuzuordnen sind - sie sind intersexuell. Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Intersexualität wirft Fragen der Gren
...show allzüberschreitung und der Zuständigkeit für Entscheidungsprozesse im medizinischen Bereich auf. Nicht nur verschiedene Behandlungsmaßnahmen können Leid bei den Betroffenen erzeugen, sondern auch Geheimhaltung, Diskriminierung und Ausgrenzung. Der vorliegende Band versammelt aktuelles Grundlagenwissen für ein vertieftes Verständnis des tabuisierten Phänomens und seiner verschiedenen Erscheinungsformen. Internationale Wissenschaftler, Praktiker und Experten geben in trans- und interdisziplinären Beiträgen einen differenzierten Einblick in die kontroversen Positionen im medizinischen, psychosozialen und gesellschaftlichen Umgang mit Intersexualität. Ein informativer Anhang mit wichtigen Adressen, Literatur- und Filmhinweisen ergänzt die verständliche und umfassende fachliche Diskussion. Mit Beiträgen von Ralf Binswanger, Franziska Brunner, Michael Groneberg, Sonia Grover, Monika Gsell, Christina Handford, Paul M. Holterhus, Angela Kolbe, Eveline Kraus-Kinsky, David G. Núñez, Julia Ohms, Konstanze Plett, Janine Prange-Kiel, Caroline Prochnow, J.M. Pulvermüller, Ilka Quindeau, Hertha Richter-Appelt, Annette Richter-Unruh, Gabriele Rune, Verena Schönbucher, Katinka Schweizer, Volkmar Sigusch, Jürg Streuli, Oliver Tolmein, Garry Warne, Katharina Woellert und Kathrin Zehnder
Warum fasziniert uns die romantische Liebe? Warum macht sie uns aber zugleich Angst? In seiner wegweisenden Studie über die Hauptkomponenten der romantischen Liebe - Sex, Idealisierung, Aggression, Selbstmitlei
...show alld, Schuldgefühle und Bindung - haucht Stephen Mitchell unseren Träumen neues Leben ein, widmet sich aber auch den Fallstricken, denen wir in der Liebe ausgesetzt sind. Laut gängiger Überzeugung ist die Liebe zerbrechlich und vergänglich. Mitchell hingegen behauptet, dass in langfristigen Beziehungen die Romantik nicht notwendig abnimmt. Vielmehr wird sie zunehmend gefährlicher. Nicht die Gewohnheit tötet die Liebe, sondern unsere Angst vor zu starker Abhängigkeit. Was wir als Vergänglichkeit der Liebe bezeichnen, ist in Wahrheit Risikomanagement: Indem wir Liebe und Begehren trennen, unsere Erwartungen an die Beziehung herunterschrauben und unsere Abhängigkeit vom Anderen einschränken, ersticken wir die Glut unserer Liebe. Mit zahlreichen Beispielen aus seiner 30-jährigen klinischen Erfahrung veranschaulicht Mitchell das ganze Spektrum romantischer Erfahrungen: vom zwanghaften Vermeiden eintöniger Beziehungen über die Idealisierung fantasierter »Seelenverwandtschaft« bis hin zur nostalgischen Erinnerung an verloren gegangene Liebesbeziehungen. Er zeigt, dass die Liebe Bestand haben kann, wenn wir uns unserer eigenen selbstdestruktiven Tendenzen und unserer tiefen Angst vor der Liebe bewusst werden.
Tragische Todesfälle von Säuglingen - etwa als Folge von Schütteln oder schwerster Vernachlässigung - schockieren die Öffentlichkeit und werden als Straftaten geahndet. Doch oft zeigt sich in der medizinischen,
...show allpädagogischen und sozialen Arbeit mit Kindern, schon lange bevor es zu einer akuten Gefährdung kommt, dass Kinder in den ersten Lebensjahren Beziehungs- und Umwelterfahrungen ausgesetzt sind, die ihre psychische und körperliche Entwicklung nachhaltig beeinträchtigen. Was für alle Kinder und Jugendlichen gilt, hat für kleinste Kinder eine besondere Bedeutung: Der Schutz vor Gewalt und Vernachlässigung muss prompt erfolgen. Die AutorInnen präsentieren mit dem vorliegenden Papier handlungsleitende Überlegungen zum Kinderschutz für die Altersklasse 0 bis 3 Jahre. Es ergänzt vorhandene Konzepte, indem es die besonderen Entwicklungs- und Beziehungsbedürfnisse von Kleinstkindern und ihren Familien ins Zentrum multidisziplinärer Perspektiven und Interventionen stellt. Die formulierten Grundsätze stehen in der Tradition der GAIMH (German Speaking Association for Infant Mental Health), die sich für die Förderung seelischer Gesundheit in der frühen Kindheit sowie für die Vermeidung und Früherkennung von Fehlentwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz einsetzt.
'Die Aufsätze des Buches geben Einblick in den Kenntnis- und Forschungsstand und diskutieren Perspektiven, außerdem werden unterschiedliche historisch-sozialgeschichtliche, psychologische und medizinische Aspek
...show allte angesprochen und u.a. anhand von Studienergebnissen und Fallberichten vorgestellt. Die Lektüre empfiehlt sich insbesondere Therapeuten, die mit dieser Generation arbeiten, aber natürlich auch allen psychosozialgeschichtlich Interessierten oder selbst Betroffenen.' Psychotherapie im Dialog 1/2006 Nachdem sie lange geschwiegen und verdrängt hat, erinnert sich die Generation der 'Kriegskinder' an ihre Kindheit und Jugendzeit im Krieg und die Folgen. Das, was ihr Leben so elementar bestimmte, wird erst in den letzten Jahren wahrgenommen und diskutiert. Mit Beiträgen von Elmar Brähler, Oliver Decker, Georg Driesch, Matthias Franz, Corinna Frey, Tillmann Greb, Jürgen Hardt, Edeltraud Hendrich, Gereon Heuft, Günter Jerouschek, Andreas Kruse, Ulrich Lamparter, Klaus Liebertz, Hans G. Nehen, Holdger Platta, Ursula Pilz, Hartmut Radebold, Jürgen Reulecke, Heinz Schepank, Gertraud Schlesinger-Kipp, Marina Schmitt, Gudrun Schneider, Hermann Schulz, Christoph Seidler, Dagmar Soerensen-Cassier, Bertram von der Stein, Angelika Trilling und Klaus Windel
In Philosophie, Theologie, Psychologie, Politik und sogar Wirtschaftswissenschaft wird der Mensch heute kaum noch als Ganzes wahrgenommen. Überall geht es um Teilaspekte, Teilidentitäten, Einzelthemen, Fragment
...show alle oder lose zusammengehaltene Persönlichkeitsanteile, die je nachdem, was in einer gesellschaftlichen Situation gebraucht oder abgefragt wird, zur Wirkung kommen. Geübte TherapeutInnen vermögen, stellvertretend für ihre bereits resignierten PatientInnen, die zerstreuten Anteile in der Vision einer wiederzugewinnenden Ganzheit zusammenzubringen. Tilmann Moser berichtet im vorliegenden Buch - eine Bilanz aus seiner analytisch-körpertherapeutischen Praxis - von herausragenden Erfahrungen, die seine Arbeitsweise maßgeblich beeinflusst haben und durch die er psychoanalytisches Neuland betreten hat. Das Klinische Notizbuch dokumentiert, wie Psychoanalyse kreativ durch körpertherapeutische und gestalttherapeutische Verfahren bereichert und unterstützt werden kann.
Obwohl das Arzt-Patient-Gespräch - trotz zunehmender Bedeutung der Hightech-Medizin - weiterhin das Hauptinstrument der Diagnostik ist, werden von unterschiedlichen Seiten Defizite benannt. Insbesondere die Ver
...show allmittlung kommunikativer Fähigkeiten steht häufig noch am Anfang. Neue Lehr-Curricula, die dem Arzt-Patient-Gespräch wieder größere Bedeutung beimessen, erfordern neue Lehrmaterialien. Die vorliegende DVD ist hierfür ein wichtiger Baustein. In zehn professionell aufgezeichneten Szenen mit ÄrztInnen und SchauspielerpatientInnen werden anhand typischer Gesprächssituationen (z.B. Anamnese oder Aufklärung bei infauster Prognose) grundlegende Techniken wie das aktive Zuhören, das Erfragen subjektiver Krankheitstheorien, das Aushalten von Pausen und vieles mehr realitätsnah dargestellt. Das Filmmaterial samt beigefügten Erläuterungen ist vor allem für angehende und praktizierende ÄrztInnen, (Medizin-)PsychologInnen und (Medizin-)SoziologInnen sowie für andere in Gesundheitsberufen tätige und lehrende Personen von Interesse. Darüber hinaus gewährt es jedoch auch interessierten PatientInnen Einblicke, die das Vorbringen eigener Anliegen im Arzt-Patient-Gespräch befördern können.
Die aktuelle sozialwissenschaftliche Diskussion zum Thema »Körper« beschränkt sich häufig auf individuelle Ausdrucksformen und Befindlichkeiten - Berührungen zwischen den Körpern hingegen sind weder empirisch n
...show alloch theoretisch von Interesse. Doch ohne die Berücksichtigung dieser grundlegenden Beziehungsform kann die soziale Entwicklung des Menschen nicht hinreichend verstanden werden. Daher ist eine Neuorientierung erforderlich, die Einsichten in geteilte Körperwirklichkeiten im interdisziplinären Diskurs verankert. Der vorliegende Band schließt eine Forschungslücke, indem er einen breiten, interdisziplinären Überblick zu einem bisher vernachlässigten Thema bietet. Dabei schließt er an Alltagssituationen an und zeigt verschiedenste, teilweise tabuisierte ethische Problemlagen bei Körperkontakten auf - etwa in pädagogischen oder medizinischen Situationen. Mit Beiträgen von Traute Becker, Ulrike Böhnke, Martin Grunwald, Sabine Huschka, Gudrun Lemke-Werner, Elke Mahnke, Tilmann Moser, Annette Probst, Matthias Riedel, Uwe Sielert, Gerd Stecklina, Christa Wanzeck-Sielert, Jeffrey Wimmer, Rainer Wollny
Der gebildete Leser liest moderne Romane, erfreut sich am literarischen Kunstwerk, genießt, leidet mit, identifiziert sich oder wendet sich mit Grausen ab. Der Psychoanalytiker liest, wenn er seine professionel
...show allle Wahrnehmung eingeschaltet hat, mit anderen Sinnen: Er erdreistet sich, seine Helden als Patienten zu erleben und zu diagnostizieren. Die in diesem Buch analysierten Texte werden somit zu »Krankengeschichten«, die ganz neue Dimensionen des Verstehens erschließen. Tilmann Moser untersucht Romane von Wilhelm Genazino, Elfriede Jelinek, Philip Roth, Fred Uhlman, Charlotte Roche und das Stück Warten auf Godot von Samuel Beckett auf ihren tiefenpsychologischen Gehalt und stößt dabei auf Erkenntnisse, die unser Wissen über die menschliche Seele auf erstaunliche Weise bereichern.
Liebe ist möglich. Das sagt ein erfahrener Paartherapeut, der sich in seiner Praxis oft mit ihrem Scheitern konfrontiert sieht. In vielen therapeutischen Sitzungen macht er aber auch Bekanntschaft mit der wirkl
...show allichen Liebe, und zwar so hautnah und dramatisch, dass sich Erkenntnisse über ihr Wesen geradezu aufdrängen. Die Frage nach der "Kunst des Liebens" stellt sich gut 50 Jahre nach Erich Fromms Buch freilich anders, denn der aktuelle Diskurs, in dem sich Liebesforschung, "sexuelle Befreiung" und Ratgeberliteratur bündeln, lässt die Liebe nicht unberührt; im Gegenteil, er fügt ihr Schaden zu. Zu diesem derart "aufgeklärten" Zeitgeist befindet sich die gelebte Liebe im Widerspruch. Von außen, aus der Vogelperspektive, kann sie jedoch nicht begriffen werden, auch nicht interdisziplinär.
Was ist Liebe? Was hat eine Affäre mit der eigenen Beziehung zu tun? Lohnt es sich zu kämpfen? Kann eine Therapie helfen? War die Beziehung nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt? Ist die Ehe gar der Frie
...show alldhof jeder Liebe? Wolfgang Hantel-Quitmann widmet sich diesen Fragen und kreiert daraus eine 'Psychologie der Liebesaffären', entwickelt an Beispielen aus der paartherapeutischen Praxis, großen Werken der Weltliteratur und den Liebesaffären berühmter Paare. Für alle, die sich aus psychologischem, literarischem oder rein menschlichem Interesse mit dem Thema beschäftigen - bevor die nächste Liebesaffäre als Ende aller Liebe, moralisch verwerflich oder schicksalhaft missgedeutet werden könnte.
Demenz ist nicht heilbar, aber Musik als reflexive, kreative Praxis kann helfen, die Person hinter der Demenz wieder sichtbar zu machen. Das innovative Programm »Music for Life« der Wigmore Hall in London bring
...show allt seit 1993 MusikerInnen, Demenzkranke, PflegerInnen und WissenschaftlerInnen zu kreativen musikalischen Workshops mit dem Ziel zusammen, die Beziehung zwischen Demenzpatienten und Pflegepersonal zu stärken. Die vorliegende Studie basiert auf Gesprächen, Feldbeobachtungen, Reflexionstagebüchern und Interviews und erforscht auf diese Weise die Interaktion zwischen Musik und Demenz in einer systematisch-empirischen Untersuchung. Entstanden ist - in den Worten des amerikanischen Ethnologen Clifford Geertz - eine »dichte Beschreibung« der neuen Freundschaft zwischen Musik und Demenz, die Geschichte einer faszinierenden Praxis. Die Ergebnisse der Studie sind inspirierend für MusikerInnen und hilfreich für die Arbeit und das Zusammenleben mit Betroffenen und richten sich sowohl an professionelle HelferInnen als auch an Familienangehörige.
Psychotherapie ermöglicht es, sich selbst besser kennenzulernen. Sie hilft zu verstehen, wie aktuelle psychische Beschwerden mit frühen emotionalen Belastungen zusammenhängen. Aber wie funktioniert und wirkt ei
...show allne Therapie eigentlich? Worin unterscheiden sich die verschiedenen Psychotherapieverfahren? Wie finde ich die richtige Therapeutin oder den richtigen Therapeuten? Anschaulich und auf der Basis aktueller Forschungsergebnisse beantwortet Ulrich Trebbin diese und viele weitere Fragen und zeigt auf, was sich hinter dem Mysterium der Psychotherapie tatsächlich verbirgt. Dieser Ratgeber macht Mut und Lust, die Chancen der Psychotherapie zu nutzen, um ein zufriedeneres und erfüllenderes Leben zu führen. In vielen Praxisbeispielen blicken die Leserinnen und Leser Ulrich Trebbin bei seiner therapeutischen Arbeit direkt über die Schulter und erfahren, worauf es bei einer Psychotherapie ankommt. Mit dem Wissen über therapeutische Gepflogenheiten, Rechte und Pflichten können sie gut informiert in eine Therapie starten und bestmöglich davon profitieren.
1996, nach einem Seminar mit David Becker im Michael-Balint-Institut Hamburg, entstand eine ungewöhnliche Gruppenarbeit und soweit bekannt, die einzige ihrer Art in der BRD: Ehemalige Mitglieder der RAF, Bewegu
...show allng 2. Juni und Frauen aus der Unterstützerszene trafen sich fast 7 Jahre lang für mehrere Wochenenden mit Psychoanalytikern und Psychotherapeuten, um über sich, ihre Beziehungen untereinander, ihre Haftbedingungen, ihr Verhältnis zur Gesellschaft und über ihre Politik zu sprechen. Danach setzte sich jeder für sich noch einmal in Schriftform mit dem gemeinsam Erlebten auseinander. Entstanden sind sehr persönliche, intellektuell differenzierte und politisch reflektierte, hoch spannende Beiträge, die in ihrer Gesamtheit einen guten Einblick in die Denk- und Fühlstrukturen der Einzelnen und des gemeinsamen Prozesses geben. Mit Beiträgen u.a. von Monika Berberich, Karl-Heinz Dellwo, Knut Folkerts, Roland Mayer, Ella Rollnik, Irene Rosenkötter sowie Volker Friedrich, Angelika Holderberg und Lothar Verstappen Mit einem Vorwort von David Becker
Die Psychoanalyse sieht die Ursache depressiver Erkrankungen in unverarbeiteten unbewussten Konflikten. Traumatische Erlebnisse in der Kindheit führen zu psychischen Abwehrstrukturen, die Auslöser narzisstische
...show allr und melancholischer Erkrankungen sein können. Vielschichtige pathologische Prozesse blockieren die Individuation als Subjekt. Kann die Individuation nicht gelingen, entstehen Pseudoautarkie und die Fantasie von Ungetrenntheit. Eine spätere Entwicklung daraus kann akute depressive Störungen auslösen. Trimborn erfasst diese Psychodynamik und die damit verbundenen therapeutischen Anforderungen und Begrenzungen mit klassischen und modernen psychoanalytischen Konzepten. Er greift dabei auf eine Vielzahl theoretischer Arbeiten sowie auf klinische, literarische und filmische Beispiele zurück.
Der Alkoholismus ist noch immer die am weitesten verbreitete Sucht. Die vorwiegend psychisch bedingte Erkrankung verursacht zudem gesellschaftlich die meisten Kosten, zerstört viele Familien und führt oft zum T
...show allod der Betroffenen. Trotzdem sind Alkoholiker in Medizin und Psychotherapie, besonders aber bei Psychoanalytikern, eine sehr unbeliebte Klientel. Auch nach jahrelanger Abstinenz werden Alkoholiker nur selten in Therapie genommen. Der Autor will das Verständnis für die Psychodynamik hinter der Sucht fördern und sieht den Alkoholismus als Symptom einer tiefer liegenden Störung. Ausgehend von der psychoanalytischen Theorie werden dazu unterschiedliche Formen von Alkoholabhängigkeit diagnostisch erfasst und an zahlreichen Fallbeispielen erläutert. Darüber hinaus reflektiert der Autor psychodynamisch die gängige Behandlungspraxis sowie die Selbsthilfe und entwickelt ein kausal angelegtes Modell der Behandlung von Süchtigen.
Über die Psychoanalyse im muslimischen Kontext ist bislang wenig bekannt. So ist die Geschichte der Psychoanalyse in der Türkei ein blinder Fleck in der Historiographie der psychoanalytischen Bewegung. Beginnen
...show alld mit Sigmund Freuds Korrespondenz mit Izeddin A. Sadan Anfang der 1930er-Jahre bis zur aktuellen Professionalisierung psychoanalytischer Praxis beleuchtet die Autorin im vorliegenden Buch die Entwicklungslinien der Psychoanalyse in der Türkei vor dem gesellschaftlich-historischen, sprachlichen, klinischen und institutionellen Hintergrund. Das Herzstück dieser Arbeit bilden biografische Porträts, in denen türkische Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen ausführlich zu Wort kommen. Durch Usak-Sahins Kenntnis beider Sprachen und Kulturen gelingt es der Autorin, ihrer deutschsprachigen Leserschaft ein sensibles Bild der Psychoanalyse in der Türkei zu zeichnen.
Supervision hat sich in den letzten 100 Jahren als eigenständige Form berufsbezogener Beratung im deutschsprachigen Raum etabliert. Sie blieb von der psychoanalytischen Bewegung, die sich parallel entwickelte,
...show allnicht unbeeinflusst. Aus historischer und professionstheoretischer Perspektive arbeitet Kornelia Steinhardt heraus, in welchem Nahverhältnis Supervision und Psychoanalyse standen und stehen. Sie zeigt aber auch, dass sich psychoanalytisch orientierte Supervision erst in der Abgrenzung zur Psychoanalyse eigenständig entwickeln konnte. Anhand einer empirischen Vergleichsuntersuchung verdeutlicht Steinhardt im letzten Teil des Buches, was psychoanalytisch orientierte Supervisorinnen und Supervisoren in ihrer professionellen Identität charakterisiert.
'Die grundlegende Formulierung dessen, was Psychodynamik ist und was sie gewinnend zur modernen Psychiatrie beitragen kann.' Robert Michels, M.D. 'Ohne Frage ist dies ein absolut essenzieller Text für alle kli
...show allnischen Therapeuten.' Robert Alan Glick, M.D. Praxisnah beschreibt Glen O. Gabbard das Feld der Psychodynamischen Psychiatrie. Verständlich geschrieben und klar strukturiert, führt er den Laien wie den Sachkundigen an das Thema heran. Der Autor stellt zunächst die theoretischen Grundlagen der Ich-Psychologie, Objektbeziehungstheorie, Selbstpsychologie und Bindungstheorie vor, um sie anschließend anhand von Fallbeispielen zu erläutern und mögliche Therapieansätze vorzustellen. Hierbei geht er auch kritisch mit der bisherigen Forschung um, zeigt Kontroversen auf und gibt angehenden und etablierten Psychoanalytikern und Psychiatern wertvolle Tipps für die tägliche Praxis. Umfangreiche Literaturhinweise runden das gut recherchierte Werk ab und machen es zu einem soliden Basiswerk für das Studium und die tägliche Arbeit.
Die AutorInnen des vorliegenden Buches beschreiben die Anwendungsmöglichkeiten psychodynamischer Konzepte aus der Perspektive eines intersubjektiven Ansatzes für die Erwachsenen-, Kinder- und Jugendlichenpsycho
...show alltherapie. Im Zentrum stehen dabei die aktive Gesprächsführung und die Interaktion zwischen TherapeutInnen und PatientInnen. Das Buch wendet sich an PsychotherapeutInnen - unabhängig von Therapierichtung und Arbeitsschwerpunkt. Auch PraktikerInnen anderer Bereiche (Sozialarbeit, Erziehungsberatung) sowie Studierende profitieren von dieser Einführung in das psychodynamische Denken und Handeln. Insgesamt steht das vorliegende Buch für eine verfahrensübergreifende Perspektive. Das in ihm dargestellte psychodynamische Verständnis der Beziehungsgestaltung kann ein Gewinn für jedes therapeutische Verfahren sein. Mit Beiträgen von Reiner Brüggemann, Ulrike Hadrich, Michael Naumann-Lenzen, Eckhart Neumann, Harm Stehr und Vera Walther-Moog
Die Anwendung von Psychotherapie bei älteren Menschen steht immer noch in den Anfängen. Seit 2004 werden jedoch in der Zeitschrift "Psychotherapie im Alter" theoretische Positionen, praktische Therapieerfahrung
...show allen und Projektbeschreibungen dazu systematisch aufgegriffen. In diesem Band werden die Darstellungen der ersten beiden Jahrgänge wieder aufgegriffen, in denen die praktische therapeutische Arbeit fallzentriert beschrieben wird. In den vier thematischen Kapiteln - Psychotherapeutische Diagnostik - Angst und posttraumatische Störungen - Gruppenmethoden - Veränderung von Beziehungen - psychische Störungen im Alter wird das therapeutische Vorgehen aus unterschiedlichen methodischen und institutionellen Perspektiven beschrieben. So bekommt der Leser einen differenzierten Überblick über die therapeutischen Möglichkeiten und Schwierigkeiten. Mit Beiträgen von B. Brosig, M. Burgmer, E. Buck, C. Herda, G. Heuft, E. Hinze, S. Hübner, J. Kemper, J. Kipp, C. Manaf, A. Maercker, J. Müller, D. Muthesius, B. Narr, T. Niedermeier, A. Neumann, M. Peters, H. Radebold, L. Reddemann, A. Riehl-Emde, G. Schlesinger-Kipp, U. Schmid-Furstoss, J.-P.Sonntag, U. Schreiter Gasser, J. Stahl, B. von der Stein, S. Wachs, U. Wichmann-Jentzen und J. Wojnar
Der seelische Zustand psychotischer Patienten drückt sich häufig in ihrem Körperbild aus. Sie empfinden ihren Körper beispielsweise so, als bestünde er nur aus blutähnlichen Flüssigkeiten, die bloß durch eine h
...show allalbdurchlässige Membran von der Außenwelt abgegrenzt sind. Durch psychoanalytische Behandlung kann erreicht werden, dass sie ihren Körper zunehmend als fest erleben. Im vorliegenden Buch beschreibt Rosenfeld mithilfe eines theoretischen Modells des primitiven psychotischen Körperbildes seine psychoanalytische Arbeit mit schwer gestörten PatientInnen, die ihren seelischen Zustand durch Fantasien und Wahnvorstellungen über ihren Körper ausdrücken. Sein Modell psychotischer Hypochondrie und ihrer Therapie wird durch zahlreiche detaillierte Falldarstellungen veranschaulicht.
Räume wirken sich unmittelbar auf unsere seelische Verfassung aus. Sie laden zu Entdeckung und Erholung ein, können aber auch Beklemmung oder Aggression provozieren. So hat die architektonische und künstlerisch
...show alle Gestaltung der Umgebung auf den psychotherapeutischen Kontext ebenso entscheidenden Einfluss wie die inneren, die Beziehungs- und Spielräume. Welche Räume bietet die Gesellschaft - insbesondere mit Blick auf psychiatrische Einrichtungen - für die Menschen, seelisch gesund zu werden oder zu bleiben? Mit diesem Band soll eine interdisziplinäre Annäherung an diese Frage unternommen werden. Namhafte ExpertInnen aus Philosophie, Psychiatrie, Medizingeschichte, Gesundheitsökonomie und -management, Politik und Architektur sowie VertreterInnen von Verbänden Psychiatrie-Erfahrener und Angehöriger formulieren ihre Perspektiven und treten in einen Dialog. In ausdrucksstarken Bildern wird zudem die Performance RAUMAUSLOTEN des Choreografen Jir¿i¿ Bartovanec, dargestellt von TänzerInnen der Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests, dokumentiert. Sie erkundet die konkreten Räume der Klinikarchitektur der Charité und stellt ihnen innere Seelenräume gegenüber. Mit Beiträgen von Thomas Beddies, Thomas Bock, Hans-Joachim Salize, Christine Nickl-Weller und Peter Sloterdijk