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»Wir müssen die Vergangenheit aufarbeiten und kennen, um solche Vorkomnisse in der Gegenwart und in der Zukunft frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Frau Wagner hat hierzu einen wichtigen Beitrag geleistet, der allen, die mit Medizin und Arzneimitteltherapie zu tun haben, dringend zum Lesen empfohlen wird.«
(Prof. Dr. G. Glaeske, Deutsche Apotheker Zeitung 31/2020)
»Sylvia Wagner legt eine konzise, gut recherchierte Untersuchung über Arzneimittelversuche in deutschen Kinderheimen der Nachkriegszeit vor. Sie zeigt überzeugend, dass die Prüfung und Verabreichung von Psychopharmaka dazu dienten, ein von struktureller Gewalt durchzogenes und wenig förderorientiertes System der Heimerziehung zum Nachteil der betreuten Kinder und Jugendlichen aufrechtzuerhalten. Zugleich verdeutlicht die Untersuchung die Notwendigkeit, den Gebrauch – und nicht nur die klinische Prüfung – von Psychopharmaka in unterschiedlichen institutionellen Setttings künftig noch genauer zu untersuchen.« (Urs Germann, Virus – Beiträge zur Sozialgeschichte der Medizin 21, 2022)
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In der Bundesrepublik Deutschland wurden Arzneimittel an Heimkindern getestet, um sozial erwünschtes Verhalten oder Sedierung zu erreichen. In teils systematischen Versuchen wurden neben Neuroleptika etwa Präpa
...show allrate gegen Bettnässen, zur Gewichtsreduktion oder Triebdämpfung eingesetzt. Sylvia Wagner recherchierte dazu in Prüfberichten, Dokumenten aus pharmazeutischen Unternehmen und Bewohnerakten einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Sie zeichnet ein bedrückendes, doch authentisches Bild dieser bisher kaum untersuchten Problematik – von Opfern und Tätern, ökonomischen und gesellschaftlichen Interessen und Gegebenheiten.Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Medizingeschichte. Es wirft Licht auf ein verdrängtes Kapitel der deutschen Nachkriegszeit und trägt zur Aufarbeitung von Gewalt in der damaligen Heimerziehung bei.