Im ersten Band seines Werkes zu Angstkonzepten in der Psychoanalyse stellt Meyer alle wesentlichen Konzepte dar, die zum Phänomen der Angst in der frühen Psychoanalyse aufgestellt worden sind. Besondere Berücks
...show allichtigung erfahren dabei die einzelnen Angsttheorien von Sigmund Freud, weil er seine Auffassungen zur Angst im Laufe seines langen Forscherlebens bedeutend modifiziert hatte und seine Theorien die elementare Grundlage für die Angstkonzepte anderer Autoren abgegeben haben. Schwerpunktmässig behandelt werden die Beiträge von Karl Abraham, Sandor Ferenczi, Otto Rank, Ernest Jones, Paul Federn, Wilhelm Reich und Melanie Klein. Meyer untersucht dann die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der genannten Autoren. Kritische Betrachtungen zum frühen psychoanalytischen Angstverständnis, zur Trieb-Umwelt-Kontroverse und ein Ausblick auf den zweiten Band schliessen die Untersuchung ab. Das zweibändige Werk Meyers liefert einen umfangreichen Beitrag zum komplexen Phänomen der Angst und zur Geschichte der Psychoanalyse und leistet auch als Lehrbuch gute Dienste.Band 2: 1950-1999 erscheint 2006/2007
"Als umfassendes Kompendium über die psychoanalytischen Angsttheorien leistet das Werk einen wichtigen Beitrag für die Psychoanalyse. Alle Theorien über die Angst und Angststörungen, die in einem Zeitraum von ü
...show allber 100 Jahren in der Psychoanalyse entwickelt wurden, werden in den drei Bänden von Guido Meyer eingehend dargestellt und erläutert. In diesem Band werden die Beiträge zur Angst der psychoanalytischen Ich-Psychologie und der britischen Objektbeziehungstheorie vorgestellt, die sich außerhalb der Lehre um Melanie Klein entwickelt haben, sowie die Bindungstheorie von John Bowlby. Schwerpunkte sind die Theorien von Robert Waelder, Heinz Hartmann, Hans W. Loewald, Michael Balint, Margaret S. Mahler, Donald W. Winnicott, John Bowlby, William R. D. Fairbairn und Horst-Eberhard Richter. Um die Theorien zur Angst hinreichend verständlich zu machen, werden die theoretischen Grundannahmen dieser Psychoanalytiker eingehend erläutert. Dadurch erhalten die historische Aufarbeitung und systematische Darstellung der ausgewählten Angstkonzepte eine besondere Vertiefung, so dass dieses Werk auch als Lehrbuch gute Dienste leistet.
In selten derart zutreffender Weise gelingt es Leikert und Scharff, eine anschauliche und erlebnisnahe, ins Detail gehende Beschreibung klinischer und musikalischer Phänomene und deren theoretisch-begriffliche
...show allRahmung fruchtbar miteinander zu verbinden. Psychoanalyse bietet so verständlich und innovativ neue Sichtweisen an. Das Buch widmet sich einer detaillierten phänomenologischen Beschreibung der psychischen Vorgänge beim Musizieren und fragt: Welche neuen und von der Musik her entwickelten psychoanalytischen Begriffe benötigen wir, um den Transformationsprozessen gerecht zu werden, die sich im Subjekt mit der Musik ereignen? Zugleich eröffnen sich dem psychoanalytischen Praktiker bislang nur wenig erforschte Verständniszugänge, wenn er sein Ohr für die musikalische Dimension der analytischen Situation sensibilisiert. Es erschließen sich ganz neue Sichtweisen, wenn man Patient und Analytiker in ihrer Interaktion auch als Musik- und Geräuschproduzenten versteht, die auf musikalische Weise vielfach wechselseitig aufeinander einwirken.
Die Fähigkeit eines Kindes zu lernen, wird maßgeblich von einer gesunden Bewegungsentwicklung und seinen Bindungs- und Beziehungserfahrungen bestimmt. Responsivität und gesunde Reifung auf diesen Gebieten sind
...show allein hilfreicher Weg zur Prävention von AD(H)S und anderen sozialen und Lernstörungen. Eva Weißmann schlägt eine Brücke von den Wissenschaften der Meditation und Bewegungswahrnehmung zur Neurobiologie, Tiefenpsychologie und Gehirn- und Bindungsforschung. Das Verstehen dieser Zusammenhänge und praktische Übungen führen Ärzte, Pädagogen, Eltern und Therapeuten zu einer erweiterten Sicht auf Leben, Lernen und unser Miteinander.
Nicht erst seit der Pisa-Studie weiß man, dass das Bildungssystem gerade dort besonders versagt, wo Entwicklungs- und Lernprozesse von Kindern und Jugendlichen in Krisen geraten oder von Vornherein unter erschw
...show allerten Bedingungen verlaufen. Schulversagen gilt gemeinhin als Versagen des Schülers, nicht der Schule. Der Blick gerade auf die sogenannten "Pisa-Sieger" zeigt aber auch - ebenso wie die alltägliche Unterrichtserfahrung vieler Lehrerinnen und Lehrer -, wie naiv die Hoffnung ist, sämtlichen Lern- und Entwicklungsproblemen allein mit Verbesserungen der Unterrichtsmethodik begegnen zu wollen - zu vielfältig sind die Lebenslagen, zu unterschiedlich die krisenauslösenden Bedingungen. Es braucht daher ein vertieftes Verständnis von Lern- und Entwicklungsstörungen und ein differenziertes, multiprofessionell organisiertes Unterstützungssystem. In dem Band werden zum einen Befunde aus Neurobiologie und Kognitionspsychologie zur Entwicklung der Fähigkeit zum Lernen ebenso wie zur Genese von Lernstörungen dargestellt. Zum anderen macht die psychoanalytische Einzelfallforschung aus der supervisorischen und psychotherapeutischen Praxis den Hauptteil des Buches aus: Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten gehen dem Zusammenhang von Lern- und Verhaltensauffälligkeiten sowie der Frage nach der Bedeutung des (abwesenden) Vaters für den Lernprozess nach. Sie untersuchen die Symbolisierungsfähigkeit als Grundlage des Schriftspracherwerbs und rekonstruieren den Weg zur Schulverweigerung. In unterschiedlichen Settings beweist sich hierbei die Notwendigkeit der Kooperation von Schule, Eltern und Therapeut immer wieder aufs Neue. Möglichkeiten der Kooperation werden aufgezeigt, aber auch Schwierigkeiten und Grenzen deutlich.
Die Beitragenden befassen sich mit den traumatischen Auswirkungen von Flucht und Migration auf Kinder und Jugendliche. Sie tun das aus zwei Perspektiven: Indem sie die Kinder als Fremde in der Fremde und sich s
...show allelbst als Angehörige der Mehrheitsgesellschaft ansehen, deren Begegnung mit dem Fremden in einem beruflichen Kontext stattfindet. Gemeinsam ist beiden, dass sie einen ebenso neugierig-suchenden wie libidinösen Zugang zum Fremden entwickelt haben. Patrick Meurs / Gül Jullian Entwicklungsberatung für Familien mit Kleinkindern aus verschiedenen Migrationswellen Marianne Rauwald Wenn die Welt der Eltern erschüttert ist ... Renate Wiedmann-Tipoweiler Ein Baby, das die Mutter sucht Heidemarie Eickmann »Deutschland - das war für uns gleich bedeutend mit Schokolade« Ilgin Odag-Wieacker Schwierigkeiten in der Identitätsbildung bei Kindern und Jugendlichen in Folge der Migration ihrer Eltern Sabine Vogel Psychoanalytisches Arbeiten mit Flüchtlingen? Aglaia Karatza-Meents Über die traumatischen Auswirkungen der Migration am Beispiel der Kofferkinder Mario Erdheim Migration, Trauma und die soziokulturelle Integration Claudia Burkhardt-Mußmann Tradition, Brüche und Elternschaft Mahrokh Charlier Konflikte der Postmigranten-Generation Ute Schaich Übergänge gestalten - Eingewöhnung in die Kinderkrippe aus interkultureller Sicht Frank Dammasch Die Entwicklung des kleinen Jungen in einer »modernen traditionellen türkischen Familie« Marian Kratz / Hannah Schott-Leser Zum Risiko unbewusster Beziehungsdynamiken im Ehrenamt
Das Hauptaugenmerk dieses beeindruckenden Werkes liegt auf der größeren Flexibilität im analytischen Umgang mit dem Trauma. Diese Tatsache wurde bisher in keiner kohärenten Theorie, die das Verhältnis von äußer
...show aller Realität und psychischer Realität diskutiert, zusammengefasst. Die Stärke des Buches von Marion Oliner liegt in der Integration von analytischer Praxis, Theoriebildung und Selbstreflexion als Psychoanalytikerin. Dass sie dabei das traumatische Geschehen als Kontext einbezieht, verleiht ihrem Denken Tiefe. Ihre Einsichten in die inneren und äußeren Verwobenheiten des traumatisierten Individuums spiegeln sich in der Darstellung der Therapien wider.
»Das Buch gibt den Anstoß zu einer Diskussion in der Psychoanalyse, die heute weltweit mit den modernsten Kommunikationsformen arbeitet und als Analyse im Cyberspace dazu führt, dass an der analytischen Praxis
...show allzwangsläufig dies oder jenes modifiziert wird. Die Autoren befassen sich mit den besonderen Facetten der neuen Aufgabe, so dass dieser wichtige Band den Anfang einer Debatte markiert.« (Christopher Bollas, PhD, Psychoanalytiker) Die Beiträge geben ein anschauliches Beispiel dafür, dass die neuen Technologien zum integralen Bestandteil unseres Alltags geworden und mittlerweile still und heimlich ins psychoanalytische Setting eingedrungen sind. Sie gehen der Frage nach, wie sich diese Technologien auf die psychoanalytische Praxis auswirken, und erörtern Vor- und Nachteile ihrer Übernahme. Beiträge von Vincenzo Bonaminio, Luigi Caparrotta, Glen Gabbard, Florence Guignard, Alessandra Lemma, Andrea Sabbadini, Jill Savege Scharff, Heather Wood
Das Manual ist ein klinischer Leitfaden für die psycho- analytische Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Angststörungen und Depression. Nach der Darstellung der relevanten psychoanalytischen Theorien we
...show allrden therapeutisches Denken und Handeln anhand von Fallvignetten beschrieben. Beginnend mit der Diagnostik stellt das Autorenteam typische Phasen des Behandlungsprozesses vor und spezifiziert diese für Angst-störungen und Depression. Außerdem wird mit diesem Manual ein Bogen gespannt zwischen empirischer Psychotherapieforschung und der Behandlungspraxis in der analytischen Kinder- und Jugend- lichenpsychotherapie. Das Buch ist somit ein gelungenes Beispiel für die Verbindung und Integration von Theorie, Forschung und Praxis der analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und hervorragend geeignet für die Aus- und Weiterbildung.
Je jünger ein Kind ist, desto unmittelbarer drückt es seine seelischen Spannungen körperlich aus. Um Eltern bei der Bewältigung früher Stresserfahrungen mit ihren Babys zu helfen, gibt es seit einigen Jahren Sä
...show alluglings- und Kleinkindambulanzen. Das Buch bündelt psychoanalytisch-klinische Erfahrungen zu einem Therapieleitfaden und macht sie so für Fachkräfte zugänglich. Exzessives Schreien, Schlafstörungen, Probleme beim Stillen und Füttern, aber auch Störungen in der Kommunikation und in Beziehungen machen vielen Eltern im Umgang mit ihren Babys große Schwierigkeiten und Sorgen. Insbesondere die Entwicklungsverzögerungen in Folge von Frühgeburtlichkeit oder Erkrankungen wie Neurodermitis oder Asthma führen zu schweren Enttäuschungen. Dies stört den gelingenden Austausch in der noch jungen Eltern-Kind-Beziehung und führt früh zu massiven Belastungen. Die Autoren berichten in Falldarstellungen von ihrer therapeutischen Arbeit, die sie zu einem Therapieleitfaden zusammengefasst haben. Darüberhinaus geben diagnostische Leitlinien und konzeptionelle Beiträge einen guten Überblick über diesen klinischen Forschungsbereich.
Inhalt Isca Salzberger-Wittenberg Was ist psychoanalytisch am Tavistock-Modell der Babybeobachtung? Ross A. Lazar Erforschen und Erfahren: Teilnehmende Säuglingsbeobachtung Suzanne Maiello Säuglings
...show allbeobachtung als Lernerfahrung in der psychoanalytischen Ausbildung Petra Aulbert / Cecilia Enriquez de Salamanca / Ulrike Treier Säuglingsbeobachtung nach der Methode von Esther Bick Agathe Israel Zu früh in der Welt Maria Knott Frühe Mutter-Kind-Beziehungen Barbara Hirschmüller Von der Säuglingsbeobachtung zur analytischen Psychotherapie Cornelia Wegeler-Schardt / Angela Köhler-Weisker »Noch nicht in die Welt gekommen...« Annette Watillon Die Dynamik psychoanalytischer Therapien der frühen Eltern-Kind-Beziehung Agathe Israel Das Besondere in der psychoanalytischen Säuglings-Kleinkind-Eltern-Psychotherapie Barbara Dürr »Ich habe so Angst, meine Kleine fallenzulassen« Johan Norman Der Psychoanalytiker und der Säugling Gabriele Häußler Der kindliche Schlaf - ein Wechselspiel von Trennung und Wiederbegegnung Fernanda Pedrina Baby und Kleinkind als Subjekte in therapeutischen Settings
Die Organisation der Arbeit in unserer Gesellschaft kann die Menschen auf je spezifische Weise sozial, psychisch und psychosomatisch krank machen. Das Werk von Dejours und seinen Mitarbeitern will »eine Viel
...show allzahl von Praktikern dafür sensibilisieren, dass die Psychopathologien der Arbeit mehr Menschen betreffen als nur Mediziner und Arbeitspsychologen«. (Le Journal des Psychologues).
Traumatische Erfahrungen in der frühen Kindheit können das ganze Leben nachdrücklich prägen und negativ beeinflussen. Oft entstehen sie durch die unbewusste transgenerationelle Weitergabe von eigenen traumatisc
...show allhen Erfahrungen der Eltern. Die wichtigste Rolle in der Therapie spielen deshalb die Eltern und primären Betreuungspersonen als mögliche Ursachen sowie als am besten geeignete Förderer einer gesunden Entwicklung ihrer Kinder. Durch die Unterstützung der elterlichen Liebe und Hingabe an das Kindeswohl will die Therapie befriedigende Beziehungserlebnisse wiederauffinden bzw. neu schaffen, damit sie sich als neue Erinnerungen einprägen und helfen, einerseits Ängste flexibler zu machen, andererseits bei Kind und Eltern mehr Vertrauen ins eigene Gefühl für den jeweils anderen und für sich selbst zu schaffen.
Die Pubertät als Entwicklungsphase trifft auf relativ wenig Verständnis, besonders die Elf- bis Fünfzehnjährigen haben es schwer bei den Erwachsenen. Genauso umgekehrt: Viele Jugendliche sind verschlossen und
...show allerzählen wenig von dem, was sie begeistert und berührt, und wenn sie es doch tun, dann am wenigsten den Eltern. Heuves zeigt die turbulenten Entwicklungen dieser Altersgruppe sensibel auf und vermittelt Erwachsenen, wie sie zusammen mit ihren heranwachsenden Kindern diesen Prozess bewältigen können. Für die Eltern ist die Pubertät ihrer Kinder ein einschneidender Lebensabschnitt, in dem eine Menge erzieherischer Aufgaben ein Ende nehmen. Die meisten Eltern verstehen, dass ihre Kinder groß und selbständig werden. Und sie freuen sich darauf. Selbständigkeit tritt nicht an dem Tag ein, am dem das Kind volljährig wird, sondern ist ein Prozess, der hoffentlich schon früher begonnen hat. Auch wenn die Kinder noch klein sind, ist es wichtig, dass sie in der Familie Verantwortung und Aufgaben übernehmen, die zu ihrer Entwicklung passen. Darüber gibt es gewöhnlich keinen Streit. In der Pubertät machen Eltern einen neuen Schritt, indem sie ihrem Kind mehr Verantwortung und Freiheiten geben, was aber häufig mit Konflikten verbunden ist. Der Jugendliche und seine Eltern sind sich oft uneinig, wie viel Verantwortung und Freiheit ihm zugebilligt werden kann. Der Autor: Willem Heuves, Universitätsdozent für Klinische Psychologie an der Universität Leiden, Psychotherapeut und Psychoanalytiker für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Das Buch stellt die Erfahrungen zugewanderter Mütter vor. Sie haben die Möglichkeit, ihre meist traumatischen Flucht- und Migrationserfahrungen in Gruppen aufzuarbeiten. Gleichzeitig werden ihre psychosoziale
...show allEntwicklung und die ihrer Babys bis zum Kindergartenalter professionell begleitet. Wie sie diesen geschützten Raum nutzen können, zeigen die Beiträge voller Lebendigkeit und Überraschungen. Das Frühpräventionsprojekt Erste Schritte wird von den »Frauen vor Ort«, den Gruppenleiterinnen, getragen. Ohne ihr Interesse an den Migrantinnen, deren Familien, deren Herkunft und Schicksal, ohne deren Neugier an dem Fremden und Unverstandenen, hätten sie die Mütter weder für die Teilnahme gewinnen noch über den langen Zeitraum von drei Jahren halten können. Dieser hürdenreiche Weg, der dennoch zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit führte, war mit einem großen Gewinn an Erkenntnissen für alle Seiten verbunden: Deshalb ist dieses Buch vor allem den Frauen und ihren Kindern gewidmet; und so kommen schwerpunktmäßig die Gruppenleiterinnen mit ihren Beobachtungen und Reflexionen zu Wort.
Gen-Reis, Gen-Raps und Gen-Mais - die globale Debatte um Grüne Gentechnik wird heftig geführt. Nahrungsmittel-Konzerne behaupten, dass der Anbau von Genpflanzen den Hunger aus der Welt schafft. Aber die meisten
...show allVerbraucher wollen kein Gen-Food essen. Und niemand kann garantieren, dass sich Gen-Pflanzen anbauen lassen, ohne die gentechnikfreie Landwirtschaft durch Pollenflug massiv zu belasten. Die internationale Diskussion um Grüne Gentechnik folgt der Annahme, dass alle Staaten diese Technologie anwenden und ihre Produkte zulassen müssen. Weigert sich ein Staat, wird ein solcher Fall als Handelshemmnis gebrandmarkt und kommt vor das WTO-Schiedsgericht. Die Macht der Life Science Industrie zwingt Ländern im Süden Entscheidungen zum Teil gegen ihre Überzeugung und ihre Fähigkeit auf, die Risiken dieser Technologie zu regulieren. Das Recht auf weltweite Verbreitung von genmanipuliertem Saatgut wird gewährt, während das Recht der Verbraucher und Bauern, sich zu schützen, in die Defensive gerät. Der angebliche Beitrag der Grünen Gentechnologie zur Beseitigung des Hungers ist eine rhetorische Dampfwalze, mit der für diese Technologie in Entwicklungsländern der Weg gebahnt wird. Dennoch stehen in den internationalen Auseinandersetzungen die kleinen und armen Entwicklungsländer eher auf der Seite derjenigen, die für höhere Sicherheitsstandards kämpfen. Die letzten Gefechte um zentrale Fragen der globalen Gentechnikpolitik sind noch nicht ausgetragen. Das Buch informiert gründlich über Grüne Gentechnik. Es beschreibt die Risiken aus der Perspektive von Verbrauchern und Bauern im Süden und im Norden und deckt die Verstrickungen von Konzernen und Regierungen auf, die die Verbreitung von Gen-Pflanzen für ihre Interessen vorantreiben.
Julia Kristeva hat eine bahnbrechende Studie zu Depression und Melancholie vorgelegt. Bereits die Nervalsche Metapher der 'schwarzen Sonne' verweist auf das Düster-Gleißende ihres Gegenstandes. Kristeva gelingt
...show alles, den in der Gegenwart immer stärker aufs Pathologische abzielenden und damit verengenden Diskurs zu jenem 'depressiv-melancholischen Komplex' aufzubrechen. Sie zeigt, dass in Depression und Melancholie die Quelle von Leiden liegt, aber auch und davon nicht zu trennen: von Kreativität. In den frühen Theorien von Freud und Abraham kaschiert die Depression eine Aggressivität gegen das verlorene Objekt und offenbart darin eine Ambivalenz des Depressiven gegenüber dem Objekt seiner Trauer. Darüber hinaus verweisen neuere Theorien zum Narzissmus - wie die von Edith Jacobson und Béla Grunberger - auf Depression als archaischen Ausdruck einer nicht symbolisierbaren, unbenennbaren narzisstischen Wunde. Daran und an Melanie Klein wie Jacques Lacan anknüpfend, kommt Julia Kristeva zu dem Befund: dass der Depressive nicht um ein Objekt trauert, sondern um ein sich der Sinngebung entziehendes 'Reales'. In eindringlichen klinischen Beispielen sowie in vier kunst- und literaturtheoretischen Arbeiten zu Holbein d. J., Nerval, Dostojewski und Marguerite Duras veranschaulicht Julia Kristeva ihren Ansatz, dass die Depression nicht nur eine zu behandelnde Pathologie ist, sondern auch ein Diskurs in einer Sprache, die es zu erlernen gilt. Inhalt I. Ein Gegen-Depressivum: die Psychoanalyse II. Leben und Tod des Sprechens III. Figuren der weiblichen Depression -Die kannibalistische Einsamkeit -Töten oder sich töten: die agierte Schuld -Eine jungfräuliche Mutter IV. Schönheit: Die andere Welt des Depressiven V. Holbeins Der Leichnam Christi im Grabe VI. Nerval, El Desdichado VII. Dostojewski, die Schrift des Leids und die Vergebung VIII. Die Krankheit Schmerz: Duras 'Der entscheidende Parameter ihrer Theorie der Melancholie ist die Stellung des Subjekts zur Sprach
»Dieses Buch erschließt neue Einsichten - nicht nur Psychoanalytikern, sondern allen Lesern, die sich für die innere Welt von Menschen, die ihrem Leben ein Ende setzen möchten, interessieren. Psychoanalytisch
...show allarbeitende Kliniker werden sich überdies in ihrem Engagement für Patienten, von deren Mut- und Hoffnungslosigkeit ein mächtiger Sog ausgehen kann, bestärkt sehen.« (Peter Fonagy)
Trauma und unbewusste Phantasie beschäftigen die Psychoanalyse seit ihren Anfängen und sind Teil der täglichen klinischen Arbeit. Sie haben angesichts der aktuellen menschlichen Katastrophe von Krieg, Folter, V
...show allertreibung und Flucht eine neue Aktualität gewonnen. Konfrontiert mit dem Schrecken über eine Realität, die durch archaische Gewalt geprägt ist, ist man geneigt, einfache Ursache- Wirkungszusammenhänge zwischen Außen und Innen sowie Täter und Opfer herzustellen.
Wie lässt sich die schwierige psychosoziale Lebenssituation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen verbessern? Anhand von Interviews mit ehemaligen Betroffenen und BetreuerInnen verschiedener Jugendhilfe
...show alleinrichtungen untersucht Brigitte Hargasser die bislang kaum beachtete eigene Perspektive der Jugendlichen auf ihre Erfahrungen mit der stationären Jugendhilfe. Sie schlüsselt sowohl negative als auch unterstützende Erfahrungen auf. Daran anschließend formuliert Hargasser Kritikpunkte, die sich auch an Politik und Gesellschaft richten. Als Grundlage dienen Informationen über allgemeine und rechtliche Hintergründe, die Lebenssituation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und aktuelle Traumatheorien. Denn häufig wird übersehen, dass es sich bei Traumata um Prozesse handelt, die noch im Aufnahmeland anhalten und in die unter den gegebenen Bedingungen auch die MitarbeiterInnen der stationären Jugendhilfe involviert sind. Die Studie gibt Anhaltspunkte, was notwendig ist, damit die stationäre Jugendhilfe traumaverstärkende Faktoren beseitigen und ein hilfreiches Milieu bieten kann.
Väter mit Migrationsgeschichte sind in öffentlichen Debatten und im Alltag Vorurteilen und Verallgemeinerungen ausgesetzt. Die Vielfalt ihres Lebensalltags und ihre Potenziale im Hinblick auf Vaterschaft stehe
...show alln im Mittelpunkt des vorliegenden Buches, das als ein Ergebnis des Modellprojekts »Stark für Kinder - Väter in interkulturellen Familien« erarbeitet wurde. Das Buch gibt einen Überblick über sozialwissenschaftliche Ansätze der Väterforschung sowie die interkulturelle Väterarbeit. Zentrales Thema ist die Lebenssituation von Vätern mit Migrationsgeschichte in Deutschland. Ihre spezifischen Problemlagen werden häufig genauso wenig wahrgenommen wie ihre individuellen Ressourcen und Anpassungsleistungen. Zudem haben sie nur eine geringe Lobby zur Vertretung ihrer Interessen. Empowermentprozesse mit dem Fokus auf Männlichkeit und Vaterschaft, aber auch praktische Ansätze der sozialen Arbeit stecken noch in den Kinderschuhen.
"Das Buch veranschaulicht die Bedeutung der modernen Psychoanalyse für die Psychotherapie und das Verständnis kultureller und sozialer Prozesse. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Verbindung zwischen Psychoanaly
...show allse, Säuglings- und Bindungsforschung, Gedächtnispsychologie und den Neurowissenschaften. Das Buch enthält folgende
»In diesem Buch spreche ich über einen Körper, der zugleich sinnlich und in ständigem Austausch begriffen ist zwischen Affekt und Repräsentanz, zwischen Primärvorgang mit seinen verschiedenen Schichten von Unbe
...show allwusstheit und den Organisationen, die den Sekundärvorgang bestimmen. Ich spreche über einen Körper, der den Konflikten und Leidenschaften, den Tücken des Genusses, den Irrtümern der Identifikation sowie den Täuschungen der Objekte im Dienste der Befriedigung narzisstischer und ödipaler Fantasien auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Die Sprache und die tiefen Gefühle, die von den Wesen hervorgerufen werden, die über das menschliche Fleisch zirkulieren, hinterlassen Spuren, Zeichen, trophische Hüllen und Wunden, Rauheit und Zartheit.« (Alcira Mariam Alizade)
"Das Buch von Gisela Zeller-Steinbrich ist sehr anregend und mit zutiefst menschlichen Gefühlen geschrieben. Es kann aufs wärmste empfohlen werden." (Raymond Battegay, Schweizer Archiv für Neurologie und Psychi
...show allatrie) "Es werden die offenen und versteckten Ängste kinderloser Paare aufgegriffen." (Joachim Werner, Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik) Die Anwendung fertilitätstechnologischer Methoden ist zur Selbstverständlichkeit geworden und gehört heute zum Alltag einer Gynäkologie, die den Wurzeln ungewollter Kinderlosigkeit biologisch zu Leibe rückt. Dabei wird der Teufelskreis von Leid, Diagnostik, Krankheitsdefinition und verstärktem Leid doch nur scheinbar bekämpft, ohne die Anwendung selbst in Frage zu stellen. Da Familienpolitik und Geburtenrate im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen, richtet sich die Kritik an der Reproduktionsmedizin allenfalls auf die gesetzlichen Restriktionen und nicht auf das Erleben des Paares. Dies ist mit seinem Kinderwunsch und während einer Behandlung, die nur zu 30% bis 40% erfolgreich ist, enormem psychischem und physischem Stress ausgesetzt. Desgleichen sind die Folgeprobleme wie Mehrlings- oder Frühgeburten usw. erheblich.
Die moderne Psychoanalyse ist auch zum 150. Geburtstag ihres Begründers Sigmund Freud eine Psychoanalyse, die auf seinem Grundgedanken von der Existenz eines dynamischen Unbewusstsein beruht. Die Autorin zeigt
...show allauf, warum wir vor der Psychoanalyse und Sigmund Freud Angst haben und was es bedeutet, sich auf die Psychoanalyse einzulassen. Wie und warum die Psychoanalyse heilt, wird somit zu einer spannenden Reise in unsere Innenwelt und in unsere Kultur psychischen Verstehens. Der Autorin ist es gelungen, oft gestellte Fragen an die Psychoanalyse fundiert und klar auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu beantworten.
Staufenberg stellt die Schwierigkeiten, Notwendigkeiten und Möglichkeiten analytischer Kinderpsychotherapie in der Behandlung von Kindern mit ADHS-Diagnose vor. Der Schwerpunkt liegt bei den hyperaktiven Kinder
...show alln mit Problemen der Impulskontrolle, die das analytische Setting mit seinem festen Rahmen von Raum und Zeit besonders herausfordern. Die einzelnen Aspekte werden durch Fallvignetten veranschaulicht. Dem Manual schließt sich eine Fallvorstellung an, die die im Verlauf einer Langzeitbehandlung diskutierten therapeutischen Prozesse sichtbar macht. Das Buch bietet einen Überblick über die kontroverse Diskussion in den Wissenschaften und der Öffentlichkeit. Die Diagnosesysteme und Medizingeschichte zur ADHS werden dargestellt. Die psychoanalytische Theorie wird herangezogen, um ein psychodynamisches Verständnis der ADHS zu begründen, und wird im Manual wieder aufgegriffen, weitergeführt und ergänzt. Das Mentalisierungskonzept nimmt insofern eine besondere Stellung ein, als es für die Behandlungstechnik angewendet wird. In der Katamnesestudie wird eine aufwendige Datenauswertung von Ambulanzunterlagen vorgestellt, mit der retrospektiv ADHS-Fälle identifiziert wurden. Der Leser erhält einen Einblick in die individuellen Behandlungsverläufe der unterschiedlichen Behandlungsmethoden, die im Anschluss an die Erstgespräche gewählt wurden. Die Autorin: Adelheid Margarete Staufenberg, Studium der Germanistik, Politik und Soziologie. Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin (VAKJP) in eigener Praxis in Frankfurt a. M. Dozentin am Institut für analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie e. V. Hessen. Mitarbeit am Sigmund-Freud-Institut (SFI) in mehreren Projekten zu psychosozial auffälligen Kindern.